Projekt "Ruhrgebeat"

Diese jungen Männer bringen Schwung in die Partyszene

CASTROP-RAUXEL. - Früher gab es die Rock-Disko Spektrum am Westring, dazu den Isi-Treff in Ickern. Doch beide Clubs haben mittlerweile geschlossen. Die Partyszene in der Europastadt ist ausgestorben. Doch Maurice Kerschner (19) und André Abbenhardt (18) wollen das mit "Ruhrgebeat" ändern. Was sie genau vorhaben und bereits getan haben, hat uns Maurice Kerschner im Interview erzählt.

"Ruhrgebeat" - was kann man sich darunter genau vorstellen?

Wir wollen die Leute animieren, hier zu feiern und nicht 30 Minuten bis nach Dortmund fahren zu müssen. Seit der Schließung des Spektrums und des Isi-Tanztreffs gibt es hier leider nichts mehr. André und Ich kennen uns aus der Schule und haben damals bereits die Abi-Vor-Feiern organisiert. Irgendwann hatten wir dann mal gesagt: ?Lass uns das doch nun wieder zusammen machen'. Ich lege selbst als Discjockey (DJ) auf und hatte immer schon den Anreiz, eine eigene Feier auf die Beine zu stellen.

Ihr beide seid mit 18 und 19 Jahren noch relativ jung. Wie bekommt Ihr dieses Vorhaben gestemmt? Schließlich macht Ihr das nicht hauptberuflich.

Der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Ich kümmere mich um das Design der Flyer und der Bilder, die wir beispielsweise bei Facebok verwenden. André ist für unsere Social-Media-Auftritte zuständig und macht Werbung. Die Organisation übernehmen wir gemeinsam. Viel können wir bereits frühzeitig klären und derzeit beispielsweise unsere Ferien nutzen, sodass wir zum Teil drei Termine an einem Tag haben. Für unsere nächste Party im März steht bereits das Grundkonzept.

Die "nächste" Party heißt ja, dass schon eine stattgefunden hat. Wie ist diese verlaufen?

Es war ein voller Erfolg. Die Party fand im November im Mythos-Tanzpalast in Habinghorst statt. Wir hätten mit so einem großen Ansturm nicht gerechnet. 320 Karten gingen bereits im Vorverkauf weg. Mit den Karten von der Abendkasse war der Saal voll. Es hat von allen Seiten Zuspruch gegeben.

Doch wie habt Ihr die Party auf die Beine gestellt? Da es die Party von "Ruhrgebeat" war, gab es nicht viele Sponsoren, oder?

Wir haben alles aus Eigenkapital an den Start gebracht. Bange war uns dabei allerdings nicht, weil es relativ sicher war, dass wir mindestens ohne Verlust rauskommen. Dafür mussten wir etwa 200 Karten verkaufen. Das war mit dem Vorverkauf dann ja fix. Zudem bin ich als DJ aufgetreten und Ramon Hördemann, ebenfalls DJ und ein guter Freund von uns, hatte sich uns angeschlossen. Zudem konnten wir beispielsweise mit dem Techniker absprechen, dass wir die Kosten erst nach der Veranstaltung bezahlen müssen. So mussten wir nicht so viel in Vorkasse gehen.

Doch es gab auch Probleme auf der ersten Party. Die Polizei beendete die Veranstaltung schließlich.

Wir hatten nicht, wie bei Veranstaltung im Tanzsaal übrig, alles komplett nach hinten ins Mythos verlagert, sondern beispielsweise die Toiletten an der Kegelbahn mitbenutzt. Die Raucher mussten nach vorne zur Tür heraus, statt nach hinten, wie es sonst üblich ist. Dadurch wurde es vorne an der Straße sehr voll. Dazu kam, dass zu viele Leute noch rein wollten, doch die Türsteher waren angehalten niemanden mehr reinzulassen, da der Saal voll war. So kam es zu Problemen, sodass die Polizei die Veranstaltung gegen 3 Uhr beendete. Wir hätten gerne noch länger gefeiert.

Wie wollt Ihr das Problem bei der nächsten Party lösen?

Beim nächsten Mal soll alles hinten stattfinden, die Raucher kommen durch einen Nebeneingang nach draußen. Das heißt allerdings auch: Wer vorne einmal raus geht, der bleibt auch draußen.

Nun wollt Ihr der Partyszene in Castrop-Rauxel wieder Leben einhauchen. Gibt es schon weitere Pläne bezüglich künftiger Veranstaltungen?

Am 9. März folgt die nächste Party. Dann läuft es nach dem gleichen Konzept ab, auch wieder im Mythos. Dieses Mal soll allerdings ein externer DJ noch dazu kommen, der in Dortmund ziemlich bekannt ist. Im Sommer wollen wir dann vielleicht sogar noch etwas anderes machen.

Was stellt Ihr euch vor?

Wir wollen über die reine Clubveranstaltung hinaus gehen. Wir sind noch in den Planungen, auch bezüglich eines anderen Standortes, können uns aber vorstellen beispielsweise eine After-Work-Party, die etwas eher beginnt als normale Clubveranstaltungen, oder ein Tagesfestival auf die Beine zu stellen. Vielleicht ja sogar mit einem Live-Act.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Mit Dekoration und Party: Der Handel bereitet sich auf die umsatzstärkste Zeit vor 
Mit Dekoration und Party: Der Handel bereitet sich auf die umsatzstärkste Zeit vor 
Karnevals-Geheimnis gelüftet: Das ist das neue Stadtprinzenpaar in Herten
Karnevals-Geheimnis gelüftet: Das ist das neue Stadtprinzenpaar in Herten
Mann stürzt auf der Flucht vor der Polizei etwa 15 Meter in die Tiefe
Mann stürzt auf der Flucht vor der Polizei etwa 15 Meter in die Tiefe
Neue Technik in Datteln: Am Betriebshof kann bald ohne Bargeld bezahlt werden
Neue Technik in Datteln: Am Betriebshof kann bald ohne Bargeld bezahlt werden
Die nächste Sporthalle in Marl wird zur Baustelle
Die nächste Sporthalle in Marl wird zur Baustelle

Kommentare