Projekt Triple Win

Drei Gewinner im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege

Der Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege ist auch in Castrop-Rauxel sichtbar. Das Projekt Triple Win soll dem nun entgegenwirken - mit ausländischen Fachkräften.

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben vor einigen Jahren das Projekt Triple Win ins Leben gerufen. Auch in Castrop-Rauxel ist das Projekt für Gesundheitsberufe bereits angekommen und soll nun weiter ausgebreitet werden.

Gute Erfahrungen hat das Pflegeunternehmen Geros bereits damit gemacht. Denn geeignete Fachkräfte werden ständig gesucht. "Wenn wir die Kräfte aus dem Ausland nicht hätten, sähe es düster aus für die Pflege", sagte der Geros-Geschäftsführer Michael Hube vor einigen Wochen gegenüber unserer Redaktion.

Der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und das Herkunftsland

Genau dort setzt nämlich das Projekt Triple Win an. Fachkräfte aus geeigneten Herkunftsländern sollen für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen und bei ihrer Integration begleitet werden.

Passend zum Namen Triple Win (deutsch: "dreifach gewinnen") gibt es bei dem Projekt drei Gewinner, wie Stefan Bunse, Leiter der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Castrop-Rauxel, erklärt: "Wenn das Ganze erfolgreich ist, hat man drei Gewinner: den Arbeitgeber, den Arbeitnehmer und das Herkunftsland."

So profitiert der Arbeitgeber davon, dass er eine im Ausland ausgebildete Fachkraft erhält, die im Zuge von entsprechenden Vorbereitungskursen und Schulungen einen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss erhält und erfolgreiche Abschlüsse in Sprachkursen vorweisen kann. Die Fachkraft wiederum hat in ihrem Heimatland kaum Chancen auf eine Beschäftigung, da in ihrem Beschäftigungsfeld, im Gegensatz zu Deutschland, kein Mangel herrscht. Daher kommen auch bislang lediglich Fachkräfte aus den Ländern Bosnien, Serbien, Tunesien und den Philippinen in Frage. Das Herkunftsland wiederum hat eine Person weniger, die nach einer Arbeitsstelle sucht und weist dennoch keinen Mangel in einem Gesundheitsberuf auf.

Noch keine perfekte Lösung

Der komplette Prozess von der Beratung zu Beginn bis hin zur Einreise nach Deutschland dauert etwa acht bis zehn Monate. "Das ist für den Arbeitgeber natürlich nicht optimal, denn er muss den Zeitraum in Kauf nehmen. Aber im Moment ist das Projekt Triple Win eine sehr gute Lösung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken", so Geschäftsstellenleiter Stefan Bunse.

5500 Euro kosten den Arbeitgeber die Vermittlung und der administrative Aufwand. Da durch Schulungen und Veranstaltungen noch weitere Kosten entstehen, muss der Arbeitgeber mit rund 10.000 Euro rechnen. Stefan Bunse: "Dafür bekommt er dann aber eine ausgebildete Fachkraft, die dauerhaft zur Verfügung steht."

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