Prozess am Castrop-Rauxeler Amtsgericht

30-Jähriger stiehlt Waren aus dem Real-Supermarkt

Castrop-Rauxel - Waren im Wert von fast 400 Euro wollte ein Angeklagter aus dem Real schaffen. Das ging ziemlich daneben. Deswegen musste er sich vor dem Amtsrichter verantworten.

Kein Beruf, keine Wohnung, dafür eine lange Vorstrafenliste. 27 Einträge markieren den Lebensweg des 30-Jährigen. Jetzt wurde er dem Strafrichter vorgeführt - aus der Justizvollzugsanstalt Remscheid.

Auf genau 388,86 Euro beliefen sich die Preise für die Waren, die der Angeklagte in einem Einkaufsmarkt an der Siemensstraße in seinen Rucksack gestopft hatte, um sie zu stehlen. Sneaker, Baseball-Caps und fünf Flaschen Whisky. "Kann sein, ich weiß es nicht genau", sagte der Angeklagte zu diesem Vorfall im März 2017. "Ich war wohl sehr zugedröhnt, aber ich wollte die Sachen sicher verkaufen."

Denn auf diese Weise finanzierte der Angeklagte seine Sucht. Die Abhängigkeit von verschiedenen Betäubungsmitteln und von Alkohol nahm bei ihm im Alter von 14 Jahren ihren Anfang.

Angeklagter wird immer wieder rückfällig

Erst habe er nur gekifft, dann die Dosis gesteigert, Amphetamine und anderes ausprobiert. Therapieversuche schlugen fehl, immer wieder wurde er rückfällig. Die Geburt seiner Tochter vor sechs Jahren rüttelte ihn auf, doch Probleme mit der Freundin und die Trennung bewirkten den nächsten Rückfall.

"Mit dieser Scheiße muss endlich Schluss sein, ich will meine Tochter wiedersehen", sagte er nun im Gerichtssaal. Und fügte hinzu, dass er endlich eine Therapie erfolgreich abschließen, endlich ein normales Leben führen wolle.

Offene Bewährungsstrafe

Doch zunächst muss er wegen eines Diebstahls bis September eine Haftstrafe absitzen. Zudem ist eine Bewährungsstrafe offen, die noch widerrufen werden könnte, denn in der aktuellen Verhandlung gab es wieder eine Haftstrafe: Ein halbes Jahr ohne Bewährung.

Das konnte auch das Schreiben seiner Bewährungshelferin nicht verhindern, die ihren Schützling als freundlich und umgänglich schilderte, aber sehr wohl feststellte, dass nur eine ernsthafte Therapie die Abwärtsspirale stoppen könne.

Antrag auf Therapie

Das will der Angeklagte nun tatsächlich angehen. Er will beantragen, während der derzeitigen Haftstrafe in den offenen Vollzug verlegt zu werden, um eine Therapie beginnen zu können. Gelingt ihm das, könnte der Vollzug der jüngst verhängten Haftstrafe wegen der Therapie zurückgestellt werden. Danach könnte sein Wunsch nach einem normalen Leben mit Wohnung, Job und Kontakt zur Tochter Wirklichkeit werden.

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