Prozess in Dortmund

Räuber sollen Elektroschocker eingesetzt haben

Habinghorst - Ein brutaler Raubüberfall in einem Mehrfamilienhaus in Habinghorst beschäftigt seit Dienstag das Dortmunder Landgericht. Angeklagt sind zwei 26 und 24 Jahre alte Männer. Beide schweigen zu den Vorwürfen.

Laut Anklage sollen die beiden Freunde am frühen Morgen des 30. April 2016 in dem Haus an der Langen Straße aufgetaucht sein. Angeblich klingelten sie an der Wohnungstür eines 20-jährigen Mieters - und danach ging alles ganz schnell.

"Sie kamen hereingestürmt und haben total rumgebrüllt", erinnerte sich der Zeuge in seiner Aussage vor Gericht. Er selbst habe sich an diesem Morgen mit vier Freunden in der Wohnung aufgehalten, um gemeinsam am Computer zu spielen. Die Angeklagten hätten sie mit einem Elektroschocker bedroht und außerdem mit einem Messer herumgefuchtelt. Wenig später seien sie mit einem geraubten Handy aus der Wohnung geflüchtet.

Opfer erinnert sich an wenige Details

Auffällig war am Dienstag jedoch: Fast zwei Jahre nach der Tat konnte sich der Zeuge nur noch an wenige Details erinnern, die sich negativ für die Angeklagten auswirken könnten. Bei der Polizei hatte er noch ausgesagt, die Täter hätten ihm den Elektroschocker zwischen die Beide gehalten und ausgelöst. Er habe Schmerzen gehabt und sei getaumelt. Jetzt sagte der Zeuge dazu: "Keine Ahnung, warum das in dem Protokoll steht. Ich habe das jedenfalls nicht ausgesagt."

Dass die beiden Angeklagten ihm sein Handy abgenommen haben sollen, bestätigte der Zeuge jedoch. Er sagte aber auch: "Ich fand es noch sehr nett von ihnen, dass ich vorher meine SIM-Karte herausnehmen durfte. So konnte ich wenigstens meine ganzen gespeicherten Telefonnummern behalten."

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