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Weil sie einfach nur so da sind, ihren Zweck aber nicht erfüllen, nennt man Brücken, wie die in Merklinde "So-Da-Brücken".

Regionale Mitmach-Aktion

So-Da-Brücke ist eines des dümmsten Bauprojekte

NRW - Eine Brücke, die ohne Straßenanbindung im Nichts steht: Die So-Da-Brücke in Castrop-Rauxel ist eines der Bauprojekte, die unsere Leser uns genannt hatten: Fehlplanungen und Bausünden - nun kommen die Planer zu Wort.

Das sicherlich skurrilste Exemplar aus dieser Reihe ist die So-Da-Brücke in Castrop-Rauxel. Relikt eines Straßenbauprojekts aus den 1980er-Jahren. Die Brücke wurde errichtet, die Straße, die darüberführen sollte, jedoch nie gebaut.

„Ja, eine echte Kuriosität“, findet auch die Sprecherin der Stadt Castrop-Rauxel, Maresa Hilleringmann. Nachfragen gebe es immer seltener. Die Leute hätten sich daran gewöhnt – der nutzlose Betonklotz steht dort bereits seit Jahren. Begeistert sei man davon bei der Stadtverwaltung jedoch auch nicht.

Stadt ist nicht Eigentümer

„Leider können wir die Brücke aber nicht abreißen. Sie ist nicht im Besitz der Stadt“, sagt Hilleringmann. Eigentümer ist der Landesbetrieb Straßen.NRW und dort ist das Thema Abriss kein Thema. Denn das Projekt Umgehungsstraße, von der Politik vor Jahren gekippt, existiert noch immer auf dem Papier.

„Die Maßnahme ist nach wie vor im Straßenbedarfsplan“, sagt Frank Hausendorf, Sprecher von Straßen.NRW. Und solange das Projekt dort verzeichnet sei, müsse man auch damit rechnen, dass es gebaut wird. „Würde es dort rausfallen, könnte man auch über einen Abriss nachdenken“, erklärt Hausendorf.

Radwege laufen parallel zueinander

Flexibler planen lässt sich da mit Radwegen. Gleich zwei Leser aus Haltern bemängeln, dass Römer-Lippe-Route und der Fahrradweg „Auf den Spuren der Römer“ parallel zueinander verlaufen. Der Vorwurf der Geldverschwendung steht im Raum, die Rede ist von der „Via Moneta“. Zudem lasse sich einer der Radwege nicht einmal durchgängig befahren.

Verantwortlich für das Projekt ist Heinrich Jolk, Projektleiter Freiflächengestaltung beim Regionalverband Ruhr. Er erklärt, dass es sich bei der Doppelung um ein Provisorium handele. Die Route „Auf den Spuren der Römer“ – ein Bahntrassenradweg – sei noch nicht durchgängig befahrbar, eine Brücke fehlt.

Deshalb leite man den zweiten Radweg entlang einer parallel verlaufenden Landstraße um. „Sobald der Bahntrassenradweg durchgängig befahrbar ist, führen beide Radwege über den Bahndamm.“ Der parallele Radweg entlang der Landstraße verschwinde dann.

35 Verkehrsschilde auf einmal

35 Verkehrsschilder auf einem etwa 50 mal 25 Meter großen Platz – eine Planung, die einem Leser aus Greven Rätsel aufgibt. Klaus Hoffstadt, Pressesprecher der Stadt Greven erklärt: „Die Situation an dieser Stelle ist sehr komplex.“ Eine Sackgasse, eine Fußgängerzone, Parkplätze und eine Ladezone träfen dort aufeinander.

Zwar seien es an der Stelle „relativ viele Schilder“, aber man müsse sich die Konsequenzen vorstellen, wenn sie nicht da wären. „Dann würde es Ärger geben, weil die Leute Knöllchen bekommen und nicht darauf hingewiesen werden, dass man ein Ticket braucht.“

Keine Stellungnahme

In Haltern hat die Stadt einen Sportplatz erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten bemerkte man, dass er Platz nicht mehr den Wettkampfnormen entspricht. Die Stadt muss den Platz nun ein zweites Mal umbauen. Zu einer Stellungnahme war die Verwaltung nicht in der Lage.

Auch in Witten, wo sich mehrere Leser über ein Haltestellendach das trotz seines stolzen Preises von über 600 000 Euro kaum vor Wind und Wetter schützt, schweigen die Verantwortlichen.

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