Rentenberatung

Die Stadt Castrop-Rauxel will wieder beim Ausfüllen des Rentenantrags helfen

Die Rentenberatung in Regie der Stadt soll wieder kommen. Seit der Streichung aus Spargründen hatte es immer wieder krititische Nachfragen gegeben. Das Thema kommt in den Stadtrat.

Als die Stadt bei der Rentenberatung in kommunaler Regie vor über fünf Jahren den Rotstift ansetzte, war das Wehklagen laut. "Wieder eine Service-Leistung für Bürgerinnen und Bürger, die uns weggenommen wird", äußerten vor allem ältere Leute. Die Stadt hatte die Streichung mit "notwendigen Umstrukturierungen innerhalb der Verwaltung im Rahmen des Stärkungspakts" arg hölzern begründet. In der Praxis bedeutete das, dass zwar die "Infostelle Soziales" im Rathaus Anträge zur Rente entgegennahm, es aber keine persönliche Beratung mehr gab.

Die Beratung findet noch an der Erinstraße 4 statt

Die Stadt verweist seitdem auf die Beratungsstellen in der Geschäftsstelle der Knappschaft Bahn See an der Erinstraße 4 und am Königswall 16-18 in Recklinghausen, die Dortmunder Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung am Hohen Wall 5 und die Beratungsstelle an der Pieperstraße 14-28 in Bochum. Und auf den Kreis Recklinghausen.

Bei der Beratungsstelle im Erinpark handelt es sich übrigens auch um ein regelmäßiges Angebot der Deutschen Rentenversicherung mit einem kurzen Draht für Leute aus Castrop-Rauxel. Die Versichertenältesten ließen seit der Streichung aber nicht locker.

Bei der offenen Ratssitzung für alle interessierten Bürger beim Stadtfest des Bündnisses für Demokratie am Sonntag im Ratssaal verkündete Bürgermeister Rajko Kravanja auf Nachfrage eines Gastes dann die gute Nachricht. "Ja, wir wollen die Rentenberatung wieder zurückholen." Der Verwaltungsvorstand sei sich einig und wolle das im Stadtrat einbringen, das Okay der Politik holen, und die Kosten bei der Haushaltsberatung im November dieses Jahres berücksichtigen. Gelten soll die neue "alte" Rentenberatung im kommenden Jahr.

Lisa Kapteinat schrieb an den Sozialminister

Schlüssel dafür ist ein Antwortschreiben von Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) an die Castrop-Rauxeler Landtagsabgeordnete Lisa Kapteinat (SPD). Kapteinat hatte sich auf Bitten von Bürgermeister Rajko Kravanja für eine eindeutige Antwort des Sozialministeriums eingesetzt, um Unklarheiten bei den Zuständigkeiten zwischen Stadt und Kreis zu klären.

Im Kern ging es dabei auch darum, ob die Rentenberatung eine pflichtige Aufgabe ist oder nicht. Freiwillige Leistungen darf die Stadt bekanntlich nicht finanzieren. "Die Antwort aus Düsseldorf ist eindeutig", sagt Kapteinat im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Stadt dürfe diese Leistung erbringen. "Wir sind froh, dass wir die Rentenberatung dann wieder wohnortnah in Castrop-Rauxel anbieten können", fügt sie hinzu. Zum Leistungspaket gehört dann auch wieder die Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen.

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