Satiremagazin

Kim Jong-un in Castrop-Rauxel? Nachricht von "Der Postillon" kursiert im Netz

Einer der gefürchtetsten Machthaber der Welt in Castrop-Rauxel? Diese Nachricht machte am Dienstagmittag die Runde im Netz. Es ist Satire, aber eine gut gemachte.

Kim Jong-un in Castrop-Rauxel? So lautet es seit Dienstag, 13.15 Uhr auf dem Webportal "Der Postillon". Wegen einer falsch gestellten Weiche sei er mit seinem Zug auf dem Weg nach Vietnam zum Treffen mit Donald Trump auf falsche Gleise geraten. Er sei durch Kasachstan, Russland, Ukraine und Polen gefahren - und dann in Castrop-Rauxel gelandet. Laut dem exklusiven Bericht des Postillons befinde sich der Zugführer auf der Flucht in der Castrop-Rauxeler Innenstadt. Ihm drohe die Todesstrafe.

Im Bild spiegelt sich das Bahnhofsschild

Auf dem Bild winkt Kim, Staatsoberhaupt von Nordkorea, fröhlich und freundlich aus der geöffneten Zugtür. In der Fensterscheibe spiegelt sich das Bahnhofsschild der Stadt Castrop-Rauxel - natürlich eine Fotomontage. Aber gut gemacht.

Bei Facebook machte das Thema auch direkt die Runde: Er habe die Knepper-Sprengung damit leider ein paar Tage verpasst, hieß es unter anderem in einem der zahlreichen Kommentare.

Das Portal "Der Postillon" ist für seine bissige, oft auch geistreiche Satire im Internet bekannt. Vor allem bei Facebook und Twitter werden die Links zu den Artikeln, die stets das Kürzel "dpo" tragen (wohl auch ein Seitenhieb auf das Kürzel der Deutschen Presse-Agentur "dpa"), oft geteilt. Das kleine Blog, hinter dem kein großer Verlag, sondern eine kleine Redaktion steckt, erreicht damit eine größere Reichweite als renommierte Zeitungshäuser mit großem Webportalen wie die "FAZ", die Süddeutsche Zeitung... oder die Ruhr Nachrichten.

Für ein Interview mit unserer Redaktion war die Pressestelle des nordkoreanischen Machthabers am Dienstag nicht zu sprechen. Aber wir haben auch erst gar nicht versucht, sie zu erreichen.

Das ist wirklich wahr

Richtig ist übrigens: Kim Jong-un erreichte die vietnamesische Hauptstadt Hanoi am Dienstag gegen Mittag. Er war mit einem gepanzerten Sonderzug von Nordkorea und durch China bis Dang Dong gefahren - und fuhr dann 170 weitere Kilometer von der vietnamesischen Grenze bis Hanoi in einer Limousine. Dafür wurden nach einem Bericht der "Welt" die Straßen gesperrt.

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