Schlägerei am Bierstand

Blutiges Ende eines Gemeindefests vor Gericht

Castrop-Rauxel - Das Frohlinder Familienfest ist jährlich ein Höhepunkt im Kalender der Gemeinde. Bekannt und beliebt weit über die Stadtgrenzen hinaus, zieht das Sommerfest stets Scharen von Menschen an, die ein paar fröhliche Stunden verleben wollen. Nicht selten haben diese Feste jedoch ein Nachspiel - vor Gericht.

Jetzt trafen sich im Gerichtssaal am Castrop-Rauxeler Amtsgericht einige junge Leute wieder, die am 27. August vergangenen Jahres mit vielen anderen den Bierstand umlagert hatten, an dem es weit nach Mitternacht zu einer Schlägerei gekommen war.

Die Kontrahenten, beide Anfang 30, kennen sich schon seit Kindheitstagen, sind im selben Stadtteil groß geworden. Freunde waren sie aber nicht, standen jeweils mit Bekannten an verschiedenen Seiten des Bierwagens, als der 31-jährige Angeklagte, so seine Schilderung, angepöbelt wurde. Vom 34-jährigen Geschädigten und Nebenkläger.

Als er dann an diesem vorbei nach Hause gehen wollte, habe ihn der 34-Jährige getreten und dabei die Fäuste erhoben. "In Notwehr habe ich zugeschlagen", schilderte er seine Reaktion.

Platzwunde am Kopf

Doch Notwehr nahmen ihm Staatsanwalt und Richter nicht ab. Selbst der Bruder meinte, die beiden hätten gleichzeitig agiert. Der Angeklagte hatte eine Prellung am Schienbein, den 34-Jährigen erwischte es schlimmer, er trug eine Platzwunde am Kopf davon. Angeklagter und Geschädigter hatten freimütig zugegeben, ordentlich Bier getrunken zu haben. Auch soll der Angeklagte schon einmal Stunden zuvor eine kleinere Auseinandersetzung mit einem Festbesucher gehabt haben.

Der Staatsanwalt forderte für den 31-Jährigen eine Geldstrafe über 500 Euro, doch der Richter entschied anders. Sein Urteil: eine fünfmonatige Bewährungsstrafe und 400 Euro Wiedergutmachung für den Geschädigten für diese vorsätzliche Körperverletzung.

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