Schottergärten

Es wird keine weiteren Vorschriften für die Geröllwüsten geben

In der Bauordnung des Landes steht drin, dass nicht überbaute Flächen dauerhaft zu begrünen sind. Eine eigene Regel will die Stadt dafür nicht aufstellen. Es herrschte Konsens im Ausschuss.

Im Grunde waren sie sich alle einig: Schottergärten, zumal wenn sie als pure Geröllwüsten daherkommen, taugen weder für Umwelt und Artenvielfalt noch für die Optik. Aber dafür extra eine neue Regel aufstellen? Den Stein ins Rollen gebracht hatten die Grünen, die einen Antrag zu den Schottergärten in die Politik einbrachten. Mit dem Ansinnen, dass die Stadtverwaltung die Regelungen des Paragrafen 9 in der Bauordnung NRW klarstellend in Bebauungspläne aufnimmt. "Ich kann nicht empfehlen, über die bestehenden Regelungen restriktiv vorzugehen", sagte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt Dienstagabend im Umweltausschuss.

Bewusstseinsbildung als Königsweg

Die Frage stelle sich auch, wo Schottergärten anfingen und wo sie aufhörten, wenn sie mit mehreren Pflanzinseln gestaltet wären, seien sie oft besser als Beton-Rasen. Ich denke, Bewusstseinsbildung ist der richtige Weg", so Dobrindt. "Ich weiß, es gibt einige Städte, die hier Verbote ausgesprochen haben", sagte SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch.

Er halte aber nichts davon, hier Verbote auszusprechen. Sondern sich vielleicht eher an Beispielen wie der Stadt Köln zu orientieren, die Fassadenbegrünung fördere. Molloisch: "Vielleicht sollte man prüfen, ob zur Finanzierung der Energiefonds in Frage kommt." Auch die CDU und die FDP sprachen sich gegen Restriktionen aus. CDU-Ratsherr Josef Berkel, der die Sitzung in Vertretung von Notburga Henke leitete, sagte: "Ich kann dem Nachbarn, der im Rollstuhl sitzt, nicht vorschreiben, was er mit seinem Vorgarten macht."

Merkblatt bei Beratung

Die Linke, die den grünen Antrag unterstützte, schlug vor, zu prüfen, ob man den ökologisch wertvollsten Garten nicht mit einer Prämie auszeichnen könnte.

Grünen-Fraktionschef Bert Wagener sagte: "Ich will jetzt hier unseren Antrag nicht einfach so niederstimmen lassen." Breiter Konsens herrschte darüber, dass die Verwaltung der Bitte Wageners nach Sensibilisierung etwa mit einem Merkblatt bei der Bauherrenberatung nachkommt. Auch die Anregungen mit der Fassadenbegrünung und einem möglichen Wettbewerb um den ökologisch wertvollsten Garten sollen auf der Agenda bleiben.

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