Sternsinger-Aktion

Auch bei den Heiligen Drei Königen fehlt es an Nachwuchs

Die Sternsinger ziehen seit Freitag durch Castrop-Rauxel. Im Vordergrund steht dabei nicht die Belohnung. Manche Gemeinden kämpfen aber gegen Personalprobleme - mit drastischen Mitteln.

So manche Sternsingergruppe leidet unter Personalproblemen. So auch die der St.-Lambertus-Gemeinde. Barbara Fels, Organisatorin der Sternsinger in der Gemeinde, hatte deswegen eine drastische Maßnahme ergriffen: "Ich hatte eine Annonce aufgegeben, um Leute von außerhalb an Bord zu kriegen."

Kurzes Vorbereitungstreffen ohne neue Kinder

Eine Reaktion blieb leider aus. "Es gibt zwar den harten Kern der Kinder, die schon lange dabei sind", so Fels, aber leider bleibe es dabei. So war auch das Vorbereitungstreffen der Gruppe ein recht kurzes. "Wir haben eigentlich nur die Kostüme verteilt. Wären noch neue Kinder dabei gewesen, hätte man noch was erklären müssen, aber so...", sagt sie.

Dabei ist das Sternsingen für Barbara Fels viel mehr als nur eine einfache Spendenaktion. Es verbindet die gemeinschaftliche Nähe, den Besuch derer, die sonst nicht mehr viel Besuch kriegen, mit Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel oder dem Umgang mit gehandicapten Kindern. "Außerdem sind die Kinder echt stolz, wenn sie am Ende 4000 Euro gesammelt haben", sagt Fels.

Gottesdienst und Kinobesuch als besonderes Highlight

Ein besonderes Highlight sei natürlich auch die Dankesveranstaltung, die das Jugendreferat des Dekanatsbüros Emschertal organisiert. Für Samstag, 19. Januar, werden ab 11 Uhr in die St.-Bonifatius-Kirche in Herne alle Sternsinger von den Stadtverbänden Herne und Castrop-Rauxel des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Kooperation mit dem Dekanat Emschertal zu einem Dankgottesdienst und anschließend in die Herner Filmwelt eingeladen.

"Ich finde das ein tolles Erlebnis. Die Sternsingeraktion zeigt: Es gibt hier noch andere Kinder, ich bin nicht alleine", erklärte Fels. "Zum anderen führt sie einfach zu einem Gemeinschaftsgefühl außerhalb von der Schule und Vereinen. Gemeinsam können wir viel bewegen."

"Die meisten Kinder kommen, weil sie Spaß haben"

Auch für die Sternsinger der Heilig-Kreuz-Gemeinde zählt beim Dankeschön in Herne das Geistliche mehr als das Weltliche. "Die meisten Kinder kommen, weil sie Spaß haben und nicht, weil sie nachher mit einem Kinobesuch belohnt werden", sagte Martin Villis, Organisator der dortigen Sternsinger Gruppe und Stadtvorsitzender des BDKJ in Castrop-Rauxel.

Die Probleme und den Abwärtstrend der St.-Lambertus-Gemeinde gebe es hier nicht. "Wir sind im Durchschnitt immer 20 bis 30 Kinder, das schwankt von Jahr zu Jahr", so Villis. Grund dafür seien die Ferien. "Wir treffen uns ausschließlich in den Ferien, quasi als inoffizielles Ferienprogramm. Da steht auch mehr auf dem Tagesplan als Basteln und Singen." Die Treffen finden jeden Werktag von 10 bis 12 Uhr statt. "Das machen wir schon seit Jahrzehnten so", sagt Martin Villis.

Die älteren Kinder helfen den kleineren

Hier helfen dann auch gerne die älteren Jugendlichen aus der Gemeinde. Das Basteln betreuen, Mittagessen vorbereiten oder die Sternsingergruppen begleiten. "Wir versuchen natürlich, auch die Idee ?Kinder helfen Kindern' zu vermitteln. Und dann ist es ganz praktisch, wenn man noch ein paar der Älteren dabei hat. Alleine schon, weil ja auch samstags immer mehr Eltern arbeiten müssen", sagt Villis.

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