Sturm "Friederike"

Baum stürzt auf Haus in Frohlinde

Castrop-Rauxel - Der in Orkanstärke angekündigte Sturm "Friederike" hat in Castrop-Rauxel am Morgen zu Schulausfällen geführt. Auch der Wochenmarkt in Castrop fiel praktisch aus. 44 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr bis zum späten Nachmittag. Wir haben den ganzen Tag aktuell berichtet.

Das Wichtigste in Kürze:

Wir berichten an dieser Stelle laufend über die Entwicklungen in Castrop-Rauxel.

17.25 Uhr: Feuerwehr zieht ein Fazit Der Sturm ist in Castrop-Rauxel ziemlich abgeflaut, die Feuerwehr hat daher ein erstes Fazit gezogen. "Klar, Sturmschäden sind nie schön, aber wir haben in Castrop-Rauxel viel Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist", so Jens Kanak vom Einsatzdienst der Feuerwehr. Bis zum späten Freitagnachmittag verzeichneten die Rettungskräfte 44 Einsätze, davon mehr als die Hälfte aufgrund umgestürzter Bäume.

14:55 Uhr: Der Notruf läuft wieder stabil Nachdem es gegen Mittag immer wieder zu kurzfristigen Ausfällen des Notrufs der Feuerwehr, der Nummer 112, gekommen ist, läuft die 112 nun wieder stabil. Der Kreis Recklinghausen teilt mit: "Die Nutzung von alternativen Notrufen ist nicht mehr notwendig."

14:52: Baum fällt auf Haus in Frohlinde An der Dorfstraße in Frohlinde ist am Mittag ein großer Nadelbaum auf das Haus der Familie Kasper gefallen. Ein angrenzendes kleines Bürogebäude wurde stark beschädigt, die Schäden am Haus konnten am Nachmittag noch nicht beziffert werden.

14.22 Uhr: Straßenkarte mit Sperrungen Der Kreis meldet gerade, er habe auf einer Straßenkarte aktuelle Sperrungen verzeichnet. Die Karte ist hier, aber wir können aktuell keine Sperrungen erkennen.

14.22 Uhr: Bahnen stehen wohl bis morgen Das Bahnunternehmen Keolis meldet gerade: "Aufgrund des Orkantiefs bleibt der Zugverkehr in NRW komplett eingestellt und kann voraussichtlich heute nicht wieder aufgenommen werden. Auch Schienenersatzverkehr ist aufgrund der Wetterlage vorerst nicht möglich. Laut Angaben der DB lässt sich aufgrund umfangreicher Schäden zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose für morgen abgeben.

14.15 Uhr: Wälder gesperrt - Bilanz im Kreis Jetzt zieht der Kreis Recklinghausen Zwischenbilanz - und verhängt zugleich schon mal ein Waldverbot bis zum 28. Januar. "Bäume, die auf Häuser und Autos gestürzt sind, Verletzte, denen umherfliegende Gegenstände Verletzungen im Gesicht zugefügt haben - in den ersten zwei Stunden von Unwetter Friederike sind in der Kreisleitstelle der Feuerwehr über 600 sturmbedingte Notrufe eingegangen", teilt Sprecherin Svenja Küchmeister soeben mit. Einige Straßen im Kreisgebiet seien gesperrt - und: Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat per Ordnungsbehördlicher Verordnung alle Wälder im Kreis Recklinghausen gesperrt. "Diese Sperrung gilt bis zum 28. Januar 2018, 24 Uhr", so Küchmeister.

13.50 Uhr: Zwischenbilanz der Feuerwehr Bislang hat die Feuerwehr 42 Einsätze gefahren, sagt Feuerwehrmann Florian Brand gerade auf Anfrage. Bei 50 Prozent davon handele es sich um umgestürzte Bäume, vor allem aber auf Privatgrundstücken, wo die Feuerwehr dann nicht aktiv werde.

13.40 Uhr: Wartburgstraße gesperrt In Höhe des Berufskollegs ist aktuell die Wartburgstraße nach Mitteilung der Stadt über die CAS-App wegen eines Sturmschadens gesperrt. Zwischen dem Kreisverkehr Siemensstraße und der Kreuzung Lange Straße sind Dachziegel auf die Straße gefallen, sagt Feuerwehrsprecher Florian Brand.

13.05 Uhr: Busverkehr ruht nicht komplett Die Busse der Vestischen fahren noch. Das bestätigte Pressesprecher Norbert Konegen gerade auf Anfrage unserer Redaktion. "Es liegt allerdings im Ermessen des Fahrers", sagte er. "Wenn er der´Meinung ist, dass er nicht weiter fahren kann, dann informiert er die Zentrale und fährt rechts ran", so Konegen. Bei der DSW21 ist der letzte Infostand unserer Dortmunder Kollegen: Es gibt Verspätungen, aber die Busse fahren. Zurzeit ist dort in der Pressestelle niemand erreichbar. Die Bogestra stellte um 12.15 Uhr im gesamten Betriebsgebiet den Busverkehr ein, sagte Sandra Bruns auf Anfrage. Nur die unterirdischen Linien führen noch. "Die Kollegen", so Bruns, "fahren derzeit mit Autos die Strecken ab, wo überhaupt gefahren werden kann. Wir versuchen, den Verkehr so schnell wie möglich wieder aufzunehmen." Wann das sei, ist aber offen.

12.49 Uhr: Kirchplätze in der Altstadt abgesperrt Die Feuerwehr hat in der Innenstadt sowohl den Platz rund um die Lutherkirche als auch rund um die Lambertuskirche mit Flatterband abgesperrt. "Wir sperren alles ab, wo etwas vom Dach herunterkommen könnte", sagt ein Feuerwehrmann unserer Redaktion. An der Lambertuskirche wankt auch das Baugerüst gewaltig.

12.40 Uhr: Teilsperrung auf der B235 An der B235 (Habinghorster Straße) ist in Höhe des Café del Sol in Fahrtrichtung Castrop eine Fahrspur gesperrt, weil ein Baum auf die Straße zu fallen droht.

12.35 Uhr: Unterrichtsschluss am BKCR war um 9 Uhr Das Berufskolleg hat ähnlich gehandelt wie viele andere Schulen: Schulleiter Fred Nierhauve entschied, dass der Unterricht um 9 Uhr, also nach der ersten Doppelstunde, endete.

12.05 Uhr: Friedhöfe geschlossen Die Stadt teilt soeben über die CAS-App mit, dass die Friedhöfe heute geschlossen sind.

11.55 Uhr: Notruf zum Teil mit Ausfällen Im Moment kommt es teilweise zu Ausfällen des Notrufs der Feuerwehr, also unter der Nummer 112, meldet der Kreis Recklinghausen soeben. Sprecherin Svenja Küchmeister: "Sollte die 112 nicht erreichbar sein, können Bürger in akuten Fällen den Notruf der Polizei wählen." Also die Nummer 110. Dies gelte ausschließlich für Fälle, in denen Menschenleben in Gefahr sind. Sobald die 112 wieder stabil funktioniert, will der Kreis erneut informieren. Wir bleiben dran.

11.37 Uhr: Die Einsätze rücken näher Wer das Feuerwehr-Einsatz-Portal beobachtet, der sieht seit etwa einer Stunde immer mehr Einsätze mit dem Einsatzstichwort Unwetter/Sturmschaden. Castrop-Rauxeler Einsätze sind nur wenige darunter, aber es rückt von Western her näher heran. An der Sofienstraße und am Ginsterweg sind bisher Einsätze gemeldet.

11.35 Uhr: Der Bahnbetrieb ruht In Nordrhein-Westfalen fahren zurzeit keine Bahnen. Der Zugverkehr ist eingestellt. Ab 12 Uhr soll eine kostenlose Servicenummer unter 08000 996633 geschaltet werden. Die Bahn meldet: "Die Deutsche Bahn hat zum Schutz von Fahrgästen sowie zur Vermeidung von Schäden an Fahrzeugen und der Infrastruktur den gesamten Nah- und Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt. Da davon zahlreiche Fernverkehrsverbindungen betroffen sind, gibt es Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr (auch international)." Man habe das Personal an vielen Bahnhöfen verstärkt. Reparaturtrupps und -fahrzeuge stünden an mehreren Standorten bundesweit bereit, um möglichst schnell Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen und umgestürzte Bäume aus Gleisen zu entfernen.

11.31 Uhr: So geht der Förster in den Sturm-Tag "Man kann nur noch einmal eindringlich davor warnen, sich heute im Wald aufzuhalten", sagt Revierförster Matthias Klar gerade auf Anfrage. Darum sei er aktuell auch selbst nicht im Wald, sondern in der Zentrale. "Meine Mitarbeiter wurden bereits alle nach Hause geschickt, ich halte am Stützpunkt noch die Stellung. Ich will hoffen, dass diesmal der Kelch an uns vorbeigeht." Pfingsturm "Ela" istn och in schlechter Erinnerung. Und was ist nach dem Sturmtag? "Morgen, wenn der Sturm vorbei ist, machen wir Kontrollfahrten. Wir wollen es nicht hoffen, aber es kann dann auch sein, dass der Landesbetrieb wieder ein Betretungsverbot für die Wälder ausspricht. Da haben wir ja leider schon Übung drin."

11.02 Uhr: So bereitet sich die Feuerwehr vor Die Einsatzzentrale der Feuerwehr Castrop-Rauxel wurde hochgefahren und ist derzeit mit dem Führungsstab, insgesamt fünf Personen, besetzt, erklärt Michael Brudek aus dem Medienteam von Feuerwehr und Rettungsdienst. Aus diesem Stabsraum heraus funktioniere später im Notfall die Einsatzkoordination besser. "Derzeit herrscht aber normale Wachbereitschaft. Wir warten auf die Dinge da kommen." Sollten mehrere Schadensfälle im Laufe des Tages eintreten, die die hauptamtliche Feuerwehr nicht bewerkstelligen kann, werde die Freiwillige Feuerwehr zusätzlich alarmiert. Bislang sei aber alles ruhig. Mehrere Schadensmeldungen wurden aber bereits im nördlichen Kreisgebiet (Haltern am See, Dorsten, Recklinghausen) vermeldet. Und der Sturm kommt von Westen nun auch auf unsere Stadt zu.

10.59 Uhr: Fridtjof-Nansen-Realschule verschiebt Nordpolarfest "Wir haben gerade alle Schüler nach Hause geschickt", sagte Schulleiter Alfred Horn gerade auf Anfrage unserer Redaktion. Das Nordpolarfest, das eigentlich heute stattfinden sollte, fällt aus. Dieser Tag der Offenen Tür wird damit verlegt auf den 1. Februar, also heute in zwei Wochen. "Es sind überhaupt nicht viele Schüler gekommen, das konnten die Eltern ja heute selbst entscheiden", so Horn mit Verweis auf den Erlass des Schulministeriums. Weniger als die Hälfte der Kinder seien überhaupt erst da gewesen. "Die, die da waren, haben wir um 10.30 Uhr entlassen, haben aber sichergestellt, dass die Eltern informiert wurden und falls gewünscht abzuholen." Noch gehe es ja aber auch mit Bussen. Die Entscheidung fällte die Schulleitung, Alfred Horn beriet sich aber vorher mit dem Kollegium.

10.53 Uhr: Stadt schließt Wochenmarkt Um 10 Uhr endete heute schon der Wochenmarkt in der Altstadt. Es waren ohnehin nur acht Buden da, deutlich weniger als sonst üblich. Für die beendete die Stadt aus Sicherheitsgründen den Verkauf.

10.48 Uhr: Stadt hält öffentliche Einrichtungen offen Die Stadt sagt auf Anfrage soeben, dass das Rathaus und die öffentlichen Einrichtungen der Stadt Castrop-Rauxel geöffnet bleiben. Eine kleine Petitesse macht derweil gerade im Netz die Runde: Wenn es nach der Homepage der Stadt geht, dann ist heute alles wie immer. Das ist aber ein rein technischer Defekt, an dem man arbeiten werde, so die Pressestelle. (Wir haben bei dem Screenshot, den wir hier gezeigt haben, einen Fehler gemacht. Ein Teil des dort abgebildeten Textes stammte nicht von der Stadt. Wir haben das Bild entfernt und bitten um Entschuldigung.)

10.43 Uhr: EBG behält Unterricht bei Das Sekretariat des Ernst-Barlach-Gymnasiums teilt mit: Der Unterricht findet bislang wie geplant statt. Auch Schulleiter Dr. Friedrich Mayer befindet sich derzeit in einer Klasse. Über "sturmfrei" werde spontan entschieden.

10.39 Uhr: ASG beendet Unterricht nach 2. Stunde Auch das Adalbert-Stifter-Gymnasium hat seine Schüler nach der 2. Stunde nach Hause geschickt. Um 9.45 Uhr endete der Unterricht für alle, sagte Schulleiter Theo Albers gerade auf Anfrage. "Die Schüler der Klassen 7 bis 12 dürfen nach Hause. Die Schüler der Klassen 5 und 6 dürfen nur gehen, wenn die Zustimmung der Eltern vorliegt oder diese das Kind abholen können", erklärte er. Für sie gibt es seither eine Betreuung in den Klassenräumen. Auch Schüler der Klassen 7 bis 12, die zu Hause nicht ins Haus kommen, dürfen in der Schule bleiben. "Bis jetzt ist alles noch ziemlich human, aber die Sicherheit der Schüler geht natürlich vor", so Theo Albers.

10.31 Uhr: Gesamtschule gibt Schülern frei "Unsere Schüler hatten um 9.30 Uhr schulfrei", sagt Burkhard Edeler, stellvertretender Schulleiter an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Es habe am Morgen schon im Ermessen der Eltern gelegen, ob sie die Kinder überhaupt losschicken. "Die Eltern brauchen nur eine Entschuldigung zu schreiben, dann ist das Kind entschuldigt." Am Morgen schon vor Unterrichtsbeginn liefen die Telefone im Sekretariat heiß. Edeler weiter: "Wir haben die Schüler nach Hause geschickt und dafür die DSW21 angerufen, damit sie E-Busse stellen. "Da haben wir immer gute Erfahrungen, die reagieren schnell", so Edeler.

Das Lehrerkollegium entschied am Morgen kurzfristig, dass der Unterricht ab der dritten Stunde ausfällt. "Das gilt auch für alle Jahrgangsstufen", so Edeler - anders als bei hitzefrei, das nicht für eine Oberstufe gilt. "Aber eine Gefahr durch Sturm betrifft ja alle Menschen", erklärte er. Und warum erst am Morgen? "Das kann man nur zeitnah machen - denn das Ereignis muss ja auch tatsächlich eintreffen", so Edeler. "Wir machen das natürlich nicht gerne, aber wir haben die Notwendigkeit gesehen, da es ab 11 Uhr besonders schlimm stürmen soll." Von der Bezirksregierung Münster sei anders als aus Arnsberg (ab Dortmunder Raum) keine allgemeine Information an die Schulen ergangen.

Die WBG informierte um 8.30 Uhr die Eltern und Schüler über eine App, in der es eigentlich einen Vertretungsplan gibt. Dort steht auch ein Nachrichtenfeld für allgemeine Infos zur Verfügung. Zudem machte die Schulleitung eine Durchsage, in der die Schüler informiert wurden, dass sie direkt nach Hause fahren sollen. "Jetzt müssten sie alle längst zu Hause sein. Außer die Kinder, die zu Hause niemanden haben. Die werden hier betreut." Und das Kollegium? "Die Lehrer haben jetzt Zeit für außerunterrichtliche Aufgaben, die sonst oft liegen bleiben", so Edeler.

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