Tannenbaum-Sammelaktion

Sammeln für den guten Zweck: 318 Freiwillige beseitigten 65 Tonnen Weihnachtsbäume

Castrop-Rauxel - 318 Freiwillige haben Castrop-Rauxel am Samstag von ausgedienten Weihnachtsbäumen befreit. Dabei kam am Ende eine Menge Kleinholz rum - und viel Geld für den guten Zweck.

Das unwirtliche Wetter mit gelegentlichen Regenschauern war für die freiwilligen Helfer am Samstag überhaupt kein Problem. Kurz vor 9 Uhr versammelten sich 318 Mitstreiter der neun freiwilligen Organisationen zur Tannenbaumaktion.

Organisationen spenden Geld für gemeinnützigen Zweck

"Für uns gehört die Tannenbaumaktion zum Jahresprogramm", sagte Jürgen Neuhaus von der Freiwilligen Feuerwehr Merklinde ganz selbstverständlich. Schon seit den 1970er-Jahren sind sie dabei. Fast 50.000 Euro haben sie seitdem für den Heilpädagogischen Kindergarten (Caritas) an der Oskarstraße gesammelt. Denn alle teilnehmenden Organisationen stellen ihre gesammelten Spenden einem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung.

Bei so viel Engagement bleibt auch der Spaß nicht auf der Strecke: "Es ist einfach klasse, gemeinsam mit den Kameraden für eine gute Sache zu arbeiten", bestätigte Anna-Lena Harwig (22). Zusammen mit Hanna Niehues (19) hatte sie sich dem Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Dorf Rauxel angeschlossen. Obwohl sie gar keine Mitglieder sind, machen sie schon mit, so lange sie denken können. "Es ist jedes Mal ein tolles Gemeinschaftserlebnis", sagte Hanna Niehues.

Freiwillige Feuerwehr sammelt rund 5000 Bäume

Vor der alten Kornbrennerei Büchter am Hof Schulte-Rauxel stand eine 60 Mann starke Helfertruppe bereit. Löschzugführer Friedhelm Denter schätzte am Morgen, dass die Tagesbilanz am Ende rund 5000 gesammelte Bäume ausmachen werde.

"In acht Gruppen arbeiten wir die Gebiete Dorf Rauxel, Deininghausen, Schellenberg und Dingen ab", erläuterte er. Da die Menschen immer sehr spendabel seien, rechnete Denter wieder mit einem ordentlichen Betrag, der an die Afrika-Direkthilfe geht.

EUV unterstützt mit Fahrzeugen und Mitarbeitern

Doch wie funktioniert das Sammeln eigentlich? Und was geschieht mit den vielen Tannenbäumen? "Ohne die Unterstützung des EUV und Firmen, die uns ihre Lastwagen leihen, würde die Aktion nicht funktionieren", so Friedhelm Denter. 17 Müllfahrzeuge, mit denen sonst Sperrmüll entsorgt wird, fünf Transporter und 25 Mitarbeiter hatte der EUV für die Aktion zur Verfügung gestellt.

"Sobald der Sammelbehälter voll ist, wird das Fahrzeug zum EUV gebracht", erklärte Dhana Stannek, Koordinatorin des EUV. "Wir schaffen die Tannen nach Lünen, wo sie geschreddert werden. Als Biokompost werden sie dann weiter verwertet."

Mit der Klingel und Spendendose von Tür zu Tür

Während die Sammelfahrzeuge vorneweg fuhren, waren die anderen Helfer zu Fuß unterwegs. Sie hatten die Aufgabe, alle Tannen auf die Lkw oder in die Behälter der Müllautos zu werfen. Je ein Mitglied pro Gruppe machte mit einer Klingel oder einer Handsirene auf die Ankunft der Truppe aufmerksam, ging von Haus zu Haus und sammelte die Spenden ein.

Waren die Laster voll, kamen die Kuriere wie Stefan Ekin vom EUV zum Einsatz: Ekin und seine Kollegen brachten volle Fahrzeuge zu einem Quetschfahrzeug, wie die Müllautos genannt werden. Dort wurden die Lkw für den weiteren Einsatz geleert.

Spenden bescheren der DLRG ein neues Boot

In der Bevölkerung kam die Tannenbaumaktion sehr gut an. "Für unseren Einsatz werden wir oft gelobt", verriet Thomas Königsbüscher von der DLRG am Samstag. Er war mit seiner Mannschaft in Ickern unterwegs.

Bei einer Erholungspause erzählte er, dass die Spenden im eigenen Verein eingesetzt werden. "Unser Rettungsfachdienst benötigt dringend ein neues Motorboot, deshalb können wir die Aktion sehr gut gebrauchen."

50-Euro-Schein als Lohn für die Mühen

Frank Trzeziak vom Technischen Hilfswerk freute sich über eine besondere Begebenheit: "Unsere Leute waren in Habinghorst im Einsatz. Dort wurden wir von einem älteren Ehepaar angesprochen, das uns für unsere Arbeit lobte. Sie belohnten uns mit einem 50-Euro-Schein."

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