Theatervorstellung

Mit dem WLT schlägt es auf dem Ickerner Marktplatz beim Bürgerpicknick 13

Der Marktplatz verwandelte sich zum fünften Mal in eine Picknickwiese: mit selbstmitgebrachten Stühlen, Speisen und Getränken. Die erste Reihe hatte sich etwas Besonderes ausgedacht.

Hunderte von Stühlen und Klapphockern reihten sich entlang der gekreideten Linien auf dem Boden, pünktlich um 20 Uhr war auch der letzte leere Fleck mit einem Stuhl versehen. Ein musikalischer Theaterabend sorgte für Unterhaltung, die Zuschauer für eine entspannte Atmosphäre und ein stimmungsvolles Ambiente und viele Leckereien für volle Mägen. Hier und da zierten Tischdecken die Tische, darauf Schüsseln randgefüllt mit Finger Food, Knabberzeug, Obstspießen und weißem Mäusespeck.

Menschen aus der ganzen Stadt kamen zusammen, um sich selbst ein Bild zu machen vom beliebten Bürgerpicknick, das erst vor wenigen Tagen den deutschen Nachbarschaftspreis gewann.

Theatergruppe als Hexen verkleidet

Die Besucher des nunmehr zur Tradition gewordenen Bürgerpicknicks auf dem Ickerner Marktplatz waren auch dieses Jahr wieder sehr erfinderisch, was ihr mitgebrachtes Picknick an diesem lauen Spätsommerabend betraf. Ganz vorn vor der Bühne versammelten sich die als Hexen verkleideten Hildigirls um eine Tischtafel.

Eine der Damen rümpfte ihre Hexennase, rührte in einer toxisch blauen Bowle und fischte einen Weingummifrosch heraus. "Wir sind eine Theatergruppe und haben uns gedacht, dass wir uns dem Thema der heutigen musikalischen Produktion des WLT etwas anpassen", sagte die Dame mit der großen Stoffspinne auf dem Kopf und fügte hinzu: "Jetzt schlägt?s 13." Das Thema des Abends waren die unterschiedlichen Formen des Aberglaubens, die mit Anekdoten und Geschichten sowie Songs von Reinhard Mey, Rio Reiser und vielen mehr untermalt wurden.

Marc Frese, der Vorsitzende des Bürgervereins "Mein Ickern", zeigte sich an diesem Abend wieder einmal stark beeindruckt von den langen Vorbereitungen vieler Besucher. "Genau darum geht es uns ja auch an Abenden wie diesen: um den Austausch vieler neuer Ideen", sagt Frese.

"Beim Bürgerpicknick lassen sich sowohl neue Bekanntschaften machen als auch bereits bestehenden auffrischen." Besonders stolz ist Frese darauf, dass der "Deutsche Nachbarschaftspreis" in diesem Jahr nach Castrop-Rauxel in den Stadtteil Ickern ging. Beim Online-Voting für den Publikumspreis entschied sich die Mehrheit für das Ickerner Bürgerpicknick (wir berichteten).

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Das veranlasste den Bürgermeister Rajko Kravanja an diesem Abend dazu, die Vereinsmitglieder von "Mein Ickern" einzuladen, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Der geschäftsführende Direktor des WLT Günter Wohlfarth honorierte die Leistung des Stadtteilvereins, indem er "Mein Ickern" als "Wegweiser für andere Stadtteilvereine" bezeichnete. Er sieht das Engagement der vielen Bürger ebenfalls als Vorbild für andere Städte.

Wie gemütlich es sein kann, sich zum Essen und Plaudern zu treffen, haben an diesem Abend auch Andrea Tiede und Ilse Kremers festgestellt. "Wir mögen die schöne, friedliche Gemeinschaft hier in Ickern und finden es beachtlich, was die Ickerner - wohlgemerkt alles ehrenamtlich - hier auf die Beine stellen", sagte Andrea Tiede.

Das Gesamtpaket stimmt einfach

"Das Programm ist unterhaltsam, außerdem kennt man hier viele", sagte Ilse Kremers und fügte hinzu: "Das könnte ruhig öfter sein im Jahr." WLT-Pressesprecherin Alessia Vit beschrieb das Event ebenfalls als "unterhaltsam und einzigartig", der "lockeren und ungezwungenen Atmosphäre" zu verdanken. "Man kommt, wie man möchte, und der Kontakt zwischen den Zuschauern und uns ist hier bei so einem Abend auch viel schneller hergestellt. Das Gesamtpaket stimmt hier einfach."

Auch Zuschauerin Rosemarie Nowak gefiel der Abend bei dämmrigen Licht sehr gut. "Ich habe von dem Bürgerpicknick in der Zeitung gelesen, hab mich aufs Fahrrad geschwungen, den Klappstuhl miteingesteckt und nun sitze ich hier", erzählt die Dame in der gelben Regenjacke. "Der Ickerner Verein hat sich in den vergangenen Jahren wirklich gemausert, so viele Aktivitäten, wie er mittlerweile initiiert."

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