Thomasstraße / Kolpingstraße

Beton verstopft Abwasserrohr in Castroper Kanalisation

Castrop - Seit dem Wochenende stehen die Sperrbaken auf der Thomasstraße. Von beiden Seiten ist Sackgasse, und die Kolpingstraße ist auch dicht. Grund ist eine durch Beton verstopfte Abwasserleitung. Jetzt wird nach dem Verursacher ermittelt. Wir geben Antworten auf einige offene Fragen.

Die Meldung kam überraschend - ebenso wie die Sperrschilder am unteren und oberen Ende der Thomasstraße jenseits des Bahndamms der Altstadt: Beton in der Kanalisation, Sperrung bis Ende Januar erforderlich; dabei ist die Straße bei in der Altstadt arbeitenden oder einkaufenden Castrop-Rauxelern zum Parken beliebt und eine wichtige Verkehrsader aufgrund der Einbahnstraßenregelung Biesenkamp / Wittener Straße.

"Wir ermitteln", sagte Maresa Hilleringmann, Sprecherin der Stadtverwaltung, am Donnerstag auf Anfrage. Ermitteln im Hinblick darauf, wie und vor allem von wem der Flüssigbeton in die Kanalisation eingeleitet wurde. Der, ein Gemisch aus Zement und Kies, verfestigte sich in rund 30 Zentimeter dicken Rohren im Untergrund und führte zum vollkommenen Verschluss des Kanals.

Anwohner meldeten Wasser-Rückstau im Haus

Anwohner der Kolpingstraße meldeten dem EUV in der Nacht von Freitag auf Samstag verstopfte Abwasserrohre. Es kam wohl zu einem Rückstau des Abwassers, das zum Teil wohl auch aus den Bodenabläufen in den Kellergeschossen hochdrückte, wie Vorstand Michael Werner am Donnerstag schilderte. Ein Störfall für den EUV gerade in der Nacht, in der es so heftig schneite: "Viele Kollegen waren im Winterdienst unterwegs, einige mussten wir dann aber zur Ecke Kolping-Straße / Thomasstraße schicken", so Werner.

Bei dem Kanal handelt es sich um einen normalen Mischwasserkanal, der mittig unter der Straße verläuft und laut Werner maximal 20 Jahre alt ist. Hier bildete sich ein Pfropfen, der dazu führe, dass die Rohre auf rund 30 Metern Länge auf Kolping- und Thomasstraße ausgebuddelt und neu gemacht werden müssen. "Wir müssen die Vollflut wieder herstellen", so Werner.

EUV arbeitete am Nötigsten - aber hatte keine Chance

Am Wochenende versuchten erst EUV-Fachleute, das Nötigste auf eigene Faust zu erledigen. Sie stellten aber fest: Das Material herauszufräsen, ist nicht möglich. Seit Montag ist ein Fachunternehmer beauftragt.

Seither läuft auch die Suche nach einer Antwort auf diese Frage: Woher kommt der Beton? "Das finden wir gerade heraus", so Werner. Mit Kameras könne man die Spuren nachverfolgen - und zwar bis in die kleinsten Abwasserrohre hinein. "Das Netz ist dicht, ist klar beschrieben und die Rohre enden unter den Gebäuden - mit einer Kamera bekommen sie eigentlich alles raus", erklärte der EUV-Chef.

Die Frage ist: Wer kommt für die Kosten auf? "Das kann ja nicht zulasten der Gebührenpflichtigen gehen", sagte Werner und meinte damit alle Bürger Castrop-Rauxels. Es gehe um einen "hohen fünfstelligen Betrag", wie er schätzte: für den Personal- und Sachaufwand des EUV und den Bauunternehmer, der bis Ende Januar zu tun haben werde. "Das verfolgen wir nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz", so Werner. Also ohne Kriminalpolizei. "Wir haben selbst genug Instrumente." Die Rohre seien Eigentum der Stadt, es handle sich um Sachbeschädigung. Die Einleitung fremdartiger Stoffe sei zudem ein ordnungswidriges Vergehen. "Aber wir müssen das beweissicher machen."

Sperrung wohl bis Ende Januar - mindestens

Kommt so etwas häufiger vor? "Wir finden manches in der Kanalisation, aber dass wir gleich eine Beton-Plombe haben - ungewöhnlich", sagte der EUV-Chef. Tagesbrüche, Verstopfungen durch Laub - das sei Alltag.

Die Sperrung an den drei Enden auf Thomasstraße und Kolpingstraße bleibt bis Ende Januar. Warum so lange? Der eiligst bestellte Unternehmer macht eine Weihnachtspause, die aufwändigen Arbeiten müssen darum zwischendurch unterbrochen werden.

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