Tödlicher Unfall

ASG gibt Schülern nach Unglück Raum zum Trauern

Castrop - Zwei Jugendliche sind auf der Heimfahrt aus dem Sauerland am Montag tödlich verunglückt. Am ASG kümmern sich Notfallseelsorger um die trauernden Schüler.

Der Trauer einen Platz geben oder einen Raum, vielleicht eine der Botschaften bei einem Unglück wie dieser. Als bei einem Autounfall im Sauerland Montagmorgen ein 17- und ein 18-jähriger Schüler des Adalbert-Stifter-Gymnasiums ums Leben gekommen sind (wir berichteten).

Am ASG ist ein solcher Raum eingerichtet worden. Zwei Kondolenzbücher liegen aus, eine Kerze brennt. Am Mittwoch, sagt Schulleiter Theo Albers, kommt vielleicht noch ein Foto dazu, oder mehrere. Als Möglichkeit, über diesen Weg Abschied zu nehmen. Albers hat Montagabend von dem Drama erfahren und bis spät in den Abend organisiert, dass die Schüler sich in der Schule nicht allein gelassen fühlen mit der unfassbaren Nachricht.

Fünf Notfallseelsorger

Fünf Notfallseelsorger sind vor Ort, drei Pfarrer. Es gibt eine große Zusammenkunft in der Aula. "Auch Einzelgespräche sind selbstverständlich möglich", sagt Albers. Unterricht in der Q2, der Jahrgangsstufe zwölf, in die beide Jugendliche gingen, gab es Dienstag gar nicht. "Wir müssen schauen, wie es weitergeht", erklärt Albers.

Vielleicht wird Donnerstag wieder unterrichtet. Wenn Normalität wieder ein Stückchen Raum gewinnt. Die Kollegen in den anderen Stufen habe er gebeten, auf die Fragen der Kinder und Jugendlichen einzugehen. "Wir sind ja ein Stück weit selbst auf der Suche, wie wir mit diesem Unglück umgehen", sagt Albers. Psychologische Unterstützung gab es am Unfallort, auf der Hauptverbindungsstraße nach Winterberg, auch für die drei anderen jungen Leute. "Unsere Schüler waren mit zwei Autos unterwegs", sagt Theo Albers. Als der zweite Wagen nicht nachkam, fuhren die anderen Drei zurück. Es sollte wohl wieder heimwärts gehen. "Die Straße war zum Zeitpunkt des Unfalls um 10.40 Uhr noch nicht mit Schnee bedeckt, aber glatt", beschreibt Polizeisprecher Holger Glaremin.

Erinnerungen freigesetzt

Der 18-jährige Fahrer geriet mit dem Wagen ins Schleudern und in den Gegenverkehr, wo das Auto frontal mit der Beifahrerseite gegen einen Lkw prallte. Der 17-Jährige starb an der Unfallstelle, der 18-Jährige wurde erst in ein Krankenhaus und dann mit einem Hubschrauber in eine Klinik nach Dortmund gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag. Der 62-Jährige Lkw-Fahrer wurde leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat ein Unfallgutachten in Auftrag gegeben. In der ASG-Schulgemeinde hat der tragische Unfalltod der beiden Jugendlichen Erinnerungen freigesetzt an den 18-jährigen Schüler aus Obercastrop, der in der Nacht zum 8. Dezember 2009 bei einem Sturz von einem Gerüst in Dorf Rauxel tödliche Verletzungen erlitt.

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