Überfall auf einen Dealer

Angeklagter sagt: War zur Tatzeit krank im Bett

Castrop-Rauxel - Ein Überfall auf einen Dealer in Habinghorst beschäftigt das Landgericht in Dortmund. Die zentrale Frage lautet: Ist der Zeuge glaubhaft?

Mit der Vernehmung zahlreicher Freunde und Familienmitglieder des Hauptangeklagten hat das Dortmunder Landgericht am Montag den Prozess um einen Raubüberfall auf einen Dealer in Habinghorst fortgesetzt. Der 25-jährige Mann wird zwar von dem Überfalls-Opfer und von DNA-Spuren, die am Tatort gefunden worden sind, schwer belastet, dennoch bleibt er vor Gericht bisher bei seiner Aussage: "Ich kann an der Tat nicht beteiligt gewesen sein, denn an diesem Tag lag ich bei meinen Eltern krank im Bett." Um diese Behauptung zu überprüfen, mussten am Montag unter anderem der Bruder, die Schwägerin und die Eltern des Hauptangeklagten vor Gericht erscheinen. Und tatsächlich wollten auch sie sich noch ganz genau an den fraglichen Tag und die angebliche Erkrankung des 25-Jährigen erinnern können.

Bekannter gerät ins Schwimmen

Ins Schwimmen geriet bei seiner Aussage jedoch ein Bekannter des Angeklagten. Der junge Mann will an diesem Tag mit dem Bruder des 25-Jährigen in einem Park Fußball gespielt haben. Auf dem Nachhauseweg habe er dann an dem fraglichen Elternhaus angehalten, um ein Glas Wasser zu trinken. Und tatsächlich: "Da lag der Angeklagte krank im Bett", behauptete der Zeuge.

Richter Ulf Pennig wollte es genauer wissen: "Kannten Sie den Angeklagten vorher schon?" Antwort: "Nein, ich habe den Bruder gefragt, wer das ist." Nächste Frage: "Wo stand denn das Bett? Einfach so in der Küche, wo Sie Wasser trinken waren?" Antwort: "Keine Ahnung. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern." Nachdem der Vorsitzende Richter darauf sehr ungehalten reagiert hatte, schob der Zeuge noch hinterher: "Ich glaube, das Bett war in einem Zimmer, das man vom Flur aus erreichen konnte. Die Tür stand offen."

Urteil kann noch dauern

Für wie glaubhaft sie diese Aussagen halten, werden die Richter entscheiden müssen. Fakt ist, dass bis zu einem möglichen Urteil noch einige Wochen vergehen werden. Immerhin steht für die beiden Angeklagten einiges auf dem Spiel. Bei dem Raubzug waren dem Dealer rund 1000 Euro Bargeld, eine teure Armbanduhr und eine Shisha abhanden gekommen.

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