Unfallstatistik

2018 gab es weniger Verkehrsunfälle in Castrop-Rauxel - aber mehr Schwerverletzte

Kreisweit sind die Unfallzahlen im Jahr 2018 gestiegen. Doch der Trend für Castrop-Rauxel sieht anders aus. Das geht aus dem aktuellen Verkehrsunfallbericht der Polizei hervor.

Die Kurve von Bodelschwingh nach Schwerin rauf, sie gilt als brandgefährlich. Dort ist Mitte März 2018 ein 19-jähriger Castrop-Rauxeler mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen und gegen ein Baum geprallt. Der junge Mann starb noch an der Unfallstelle.

Er ist einer von drei Verkehrstoten, die 2018 auf Castrop-Rauxeler Straßen ums Leben gekommen sind. In den beiden Jahren zuvor war niemand bei einem Verkehrsunfall gestorben. Das geht aus dem aktuellen Verkehrsunfallbericht der Polizei im Kreis Recklinghausen hervor. Das sind die Fakten

1. Verkehrsunfälle insgesamt

Die Unfallzahlen sind kreisweit im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gestiegen. Seit 2014 steigen die Zahlen im Kreis Recklinghausen stetig.

Castrop-Rauxel trotzt dem Trend. Dort gab es 2018 insgesamt weniger Verkehrsunfälle als 2017.

2. Verunglückte Personen

2018 wurden im Kreis Recklinghausen mehr Personen im Straßenverkehr verletzt, als 2017. Die Zahl der Leichtverletzten liegt auf Vorjahresniveau, die Zahl der getöteten und schwer verletzten Personen ist jedoch gestiegen.

In Castrop-Rauxel zeigt sich ein anderer Trend, dort gab es insgesamt weniger Verletzte. 2018 gab es in Castrop-Rauxel 248 Verletzte, 2017 waren es 279. 2016 gab es mit 294 die meisten Verletzten, 2015 mit 228 die wenigsten. Die Zahlen schwanken also. Bei den Unfällen wurden allerdings mehr Menschen schwer verletzt, 57 waren es 2018, 2017 waren es 48. Die Zahl der Leichtverletzten hingegen ist gesunken. 231 Leichtverletzte gab es 2017, 2018 waren es 188.

3. Zielgruppen

Fußgänger sind 2018 in Castrop-Rauxel weniger Opfer von Verkehrsunfällen geworden, als im Jahr zuvor (2018: 27, 2017: 39).

Das gilt auch kreisweit. Dort gab es 2018 fast sechs Prozent weniger verletzte Fußgänger (2018: 274, 2017: 291).

30 Kinder wurden 2018 im Straßenverkehr verletzt. 2017 waren es 28. In den Jahren zuvor waren es weniger, allerdings ist die Zahl seit 2014 (16 verletzte Kinder) nur leicht gestiegen. Kreisweit sieht der Trend anders aus. Dort freut sich Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen über fast zehn Prozent weniger verletzte Kinder als Fußgänger.

Bei den verunfallten Radfahrern gibt es einen leichten Anstieg von 40 im Jahr 2017 auf 44 im Jahr 2018. Auch im Kreis sind mehr Radfahrer verunglückt. Vor allem Pedelec- und E-Bike-Nutzer sind vermehrt an Unfällen beteiligt. Das liegt wahrscheinlich aber auch daran, dass die Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind.

Immer mehr Senioren in der Stadt heißt auch mehr Unfälle mit Senioren, oder? In Castrop-Rauxel waren 2018 28 Senioren an einem Unfall beteiligt, 2017 waren es 25. Die meisten Senioren waren jedoch 2016 Unfallbeteiligte (41). Die Zahlen schwanken seit 2014.

Unfälle mit Senioren enden zum Teil tragisch, wie im Februar 2018. Ein 82-jähriger Fußgänger ist zu Beginn des Jahres auf der Bahnhofstraße bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er wurde von einem Auto erfasst und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

4. Unfallursachen

Und wieso kommt es überhaupt zu Verkehrsunfällen? Kreisweit führen Fehler beim Abbiegen und Wenden am häufigsten zu Unfällen. Das ist auch in Castrop-Rauxel so. Die Polizei sagt auch: Es gibt mehr Unfälle, bei denen das Smartphone am Steuer eine Rolle spielt. Wer während der Fahrt oder an der Ampel noch schnell eine Whatsapp-Nachricht schreibt oder soziale Netzwerke checkt, ist stark vom Straßenverkehr abgelenkt.

5. Unfallfluchten

Nicht alle Unfallverursacher melden Unfall und Schaden der Polizei und dem Geschädigten. Immer wieder kommt es in Castrop-Rauxel zu Unfallfluchten. 2018 verzeichnete die Polizei 563, 2017 waren es sogar noch mehr: 601. Personen kommen dabei meistens nicht zu Schaden (2017: 24, 2018: 18). Aufgeklärt werden auch nur mehr als ein Drittel aller Unfallfluchten.

Ähnlich ist es bei den kreisweiten Zahlen. 2018 gab es 5115 Fälle von Unfallfluchten, 2017 waren es 4928. Die Zahlen steigen seit 2014.

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