Uralte Linden

Sieben von zwölf Bäumen gefällt: Die alte Allee Am Graben ist zum Teil Geschichte

Die Maschinen: beeindruckend. Die Zeit, in der die Linden mitten in der Siedlung gefällt waren: rasend schnell. Für sieben 100 Jahre alte Bäume kam Samstag das Ende. Binnen weniger Stunden.

Sieben von zwölf uralten Linden sind am Samstagvormittag auf der Straße Am Graben gefällt worden. Die Experten kamen mit einem großen Fäll-Bagger, der die Bäume von oben in Stücken abtrug. Mehrere Anwohner, einige für die Fällung, andere dagegen, schauten sich die Arbeiten an.

Ein Räumtrupp - insgesamt etwa ein Dutzend Baumarbeiter - sorgte für eine saubere Straße. Gegen Mittag war vom ganzen Spektakel schon nichts mehr zu sehen, außer riesige Wurzelteller, die nun noch in den Einfahrten oder Vorgärten zurückgeblieben sind.

Geringer Abstand zur Hausfassade

Die Linden standen sehr nah an den Gebäuden. Weit unter vier Metern, wie die Baumschutzsatzung zum Inhalt hat. Bäume, die in einer Höhe von 1 Meter näher als 4 Meter an einer Hauswand stehen, dürfen unabhängig von ihrem Alter ohne Antrag gefällt werden. Diese alten Linden wurden bei der Planung der Arbeitersiedlung in Rauxel einfach viel zu nah an die Häuser gesetzt - das ist aber inzwischen rund 100 Jahre her.

Dass die Bäume fielen, hat vielleicht auch mit der neuen Baumschutzsatzung zu tun, die die Politik im Herbst mit Mehrheit verabschiedete. Die war vorher komplizierter formuliert und wurde an manchen Stellen vereinfacht. Die Grünen hatten von vornherein gegen die neu formulierte Satzung argumentiert und einen Kahlschlag befürchtet. Die FDP war für eine völlige Abschaffung der Satzung.

Bäume faulten zum Teil von innen

Bei der Fällung dieser Linden war eine Baumfäule bis weit in den Stamm hinein deutlich zu erkennen. Darauf hatte der Baumpflegedienst, der schon vor einiger Zeit die Kronen im Auftag einiger Anwohner stark zurückschnitt, schon damals hingewiesen. Die Standfestigkeit sei so bei starken Stürmen nicht garantiert, dicke Äste können die Autos oder gar Häuser der Anwohner beschädigen.

Gegen die Fällung regte sich vergangene Woche aber auch leiser Protest. Vor allem mit dem Hinweis, dass es keine Ersatzbepflanzung geben muss. Diese hatten sich auch die Grünen ursprünglich gewünscht, kamen mit ihrem Ansinnen aber nicht durch.

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