So war die Veranstaltung

Premiere für den Boulevard beim Himmlischen Advent

Castrop - Kleiner war der Himmlische Advent in diesem Jahr. Die Veranstaltung, die Casconcept im dritten Jahr ausgerichtet hat, war aber in gewisser Weise auch eine Premiere: ein Markt auf dem neuen "Boulevard" am Rande des Marktplatzes. Die Bilanz fällt gemischt-positiv aus.

"Wir halten erst einmal positiv fest", sagte Casconcept-Vorstandsmitglied Matthias Zimmer am Montag, "dass der Boulevard bespielt werden kann." Der ist nämlich ein Politikum: Große Teile der Politik wollen seit Monaten, dass dort auch Teile des Wochenmarktes stattfinden. Das ist bisher aber noch nicht geschehen. "Insofern war das jetzt eine Premiere", sagte Zimmer am Montag. "Es muss ja Belebung her, denn wir haben nun diese breite Fläche nach dem Umbau. Gut, dass das erkannt und angenommen wird."

So war der Himmlische Advent 2015 bei der Premiere

Als er am Samstag und Sonntag zu Stippvisiten dort unterwegs gewesen sei, habe er an jeder der 15 Hütten, die in diesem Jahr aufgebaut waren, Publikum gesehen. "Durch den Schneefall waren am Sonntagnachmittag etwas weniger Leute da, aber wir haben mit vielen der Aussteller gesprochen. Die sagten: Wir haben ganz gute Geschäfte gemacht."

Die Gründe für den neuen Standort

Der neue Standort des Himmlischen Advents, der im Vorjahr von der Luther- bis zur Lambertuskirche und drumherum stattgefunden hatte, hatte vor allem zwei Gründe: zum einen, dass der EUV-Stadtbetrieb den Weihnachtsmarktbetrieb mit der Schlittschuhbahn und den Büdchen rund ums Karussell aufgewertet hatte; zum anderen, dass Casconcept nicht wieder einen fünfstelligen Betrag investieren wollte, um zu den zehn eigenen Hütten weitere 25 bis 30 Büdchen anzumieten. "Um die Kirchen herum, da hätten wir wieder 35 bis 40 Hütten gebraucht", so Edith Delord von der Standortgemeinschaft, die für die Organisation zuständig war. So mietete Casconcept nur fünf weitere von der JVA Meisenhof an, die auch einen Stand stellte.

Dass der Adventsmarkt so klein ausfiel, schien die Besucher nicht zu stören. Die eng zusammenstehenden Buden verbreiteten eine gemütliche Stimmung. Sogar die Bäume waren mit roten Kugeln geschmückt. Angebote, die es nur auf einem Weihnachtsmarkt zu kaufen gibt, lockten viele Besucher an. Madeleine Claßen offerierte Grußkarten und Weihnachtsdeko aus Papier. "Das ist mein Hobby", sagte die Heimwerkerin und verwies darauf, dass sie ihre Papierkunst auch nach individuellen Wünschen anfertige. Viele Aufträge hat sie für Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern erledigt.

Arbeit für ein ganzes Jahr

Für ihre Angebote arbeiten die Mieter der Holzbuden nicht selten ein ganzes Jahr. So wetteiferten wunderschöne Holzarbeiten von Andreas und Christa Mader mit scheinbar unzähligen handgestrickten Wollsocken von Susanne Koch. In diesem Jahr waren sogar zwei Mitarbeiter der JVA dabei. "Weil die Buden ja von uns gebaut wurden", erklärten Michael Piel und Michael Böllhoff, "wollten wir auch mal unsere Produkte anbieten." Handgenähte Rosen aus recycelter Dienstkleidung und Christsterne aus der Holzwerkstatt machten die Besucher neugierig. Viele Komplimente gab es auch für die Holzaufsteller aus alten Paletten.

CAS-TV: So war der Himmlische Advent 2016

Wem die Kälte zu viel wurde, der legte einen Halt beim Weltladen ein. Dort gab es fair gehandelten Glühwein. Auch die Roten Funken hatten wärmende Getränke nach geheimen Rezepten im Angebot. Ein heißer Narrenschluck half dabei, die Kälte aus dem Körper zu vertreiben.

Doch was wäre ein Weihnachtsmarkt ohne Künstler? Weil der Weihnachtsengel mit Fieber im Bett lag, vertrat ein auf Stelzen laufender Weihnachtself seine himmlische Kollegin. Auch ein Shanty Chor und eine Dixieband sorgten am Sonntag für gute Unterhaltung.

"Was wollen die Castrop-Rauxeler denn?"

Edith Delord erklärte am Montag, dass die Veranstaltung von Beschickerseite her eigentlich gut angenommen worden sei und dort auch Zufriedenheit herrschte. Aber sie sagte auch: "Es hätten ein paar mehr Menschen kommen können. Wenn nichts los ist, meckern immer alle, aber nun..." Sie wünsche sich endlich konstruktive Vorschläge: "Was wollen die Castrop-Rauxeler denn? Holzhandwerk? Mützen und Handschuhe? Davon gab es reichlich. Oder nur Glühwein? Es äußert sich ja keiner konkret", beklagte Delord im Gespräch mit unserer Redaktion.

Was will der Castrop-Rauxeler von einem Adventsmarkt in der Altadt? Schreiben Sie uns eine E-Mail, wenn Sie darauf eine Antwort haben. Wie hat Ihnen der Himmlische Advent in diesem Jahr gefallen? Zuschriften an lokalredaktion.castrop@mdhl.de.

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