Viele Bäume sind krank

Stadt prüft 1200 Platanen auf ihre Gesundheit

Castrop-Rauxel - Regelmäßig kontrolliert der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen der Stadtverwaltung den Baumbestand im Stadtgebiet. Flächendeckend werden derzeit wieder Platanen auf einen möglichen Befall durch den Massaria-Pilz untersucht. Doch nicht nur die Platane ist in Gefahr. Auch Kastanien, Eschen, Kastanien, Ulmen und Buchen leiden unter dem Klimawandel und Krankheiten.

Erkennbar ist der Pilz oft nur oben in den Ästen der Baumkrone, sodass Hubsteiger für die Kontrollen nötig sind. Ist eine Platane befallen, ist es notwendig, kranke Äste zu entfernen, damit der Pilz nicht den übrigen Baum zerstören kann.

Etwa 1200 städtische Platanen gibt es noch in Castrop-Rauxel. Der Bestand geht seit Jahren zurück. Begutachtet werden alle Platanen, die einen Stammdurchmesser von mindestens 40 Zentimetern haben, das sind etwa 950. "Nach Auswertung der ersten 60 Bäume ist etwa die Hälfte befallen. Die Quote kann sich aber natürlich noch ändern", sagt Klaus Breuer, Leiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen.

Esche leidet unter heftigen Pilzen

Platanen sind längst nicht die einzigen Bäume, die von Krankheiten befallen sind. Gerad die Esche ist derzeit sehr gefährdet. Unlängst musste an der Engellaustraße eine über 150 Jahre alte Esche gefällt werden, die einen heftigen Pilzbefall aufwies. Neben der Esche sind aber auch die Kastanie (durch die Miniermotte) und die Ulme in ihrer Zukunft in der Region massiv gefährdet.

Das Eschentriebsterben wird durch einen Pilz ("Falsche weiße Stängelbecherchen") verursacht, der zunächst die jungen Triebe absterben lässt und sich dann auf Äste und Stamm ausbreitet. In den letzten Jahren hat der Pilz, der sich über den Wind ausbreitet, große Teile der Eschen-Bestände in Europa erfasst - regional unterschiedlich sind bis zu 90 Prozent der Eschen bereits befallen. Daher sprechen Fachleute auch vom "Eschensterben".

Auch Kastanien und Ulmen leiden

Und auch die Kastanie hat offenbar keine große Zukunft in der Region. Die Baumart, mal wieder von der Miniermotte und Pilzen befallen, werde sich mittelfristig in großen Teilen aus dem Ruhrgebiet verabschieden, kündigte Grünflächenamtschef Klaus Breuer schon im Herbst 2017 an. Ähnliches gilt für die Buche. Etwa im Grutholz. Viele von ihnen sind krank, kleinere Bäume sind bereits abgestorben. Das Krankheitsbild wird als Buchenkomplexerkrankung bezeichnet. "Es liegt auch am schwierigen Boden", sagt Klaus Breuer. Und am Klimawandel. "Im Winter ist es warm, im Frühjahr sehr feucht, im Sommer sehr trocken," erklärt Breuer im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Bäume stünden dabei dann im jahreszeitlichen Wechselbad zwischen Stauwasser und Austrocknung.

Buchen mussten gefällt werden

Und selbst die Buche hat ihre Probleme. Im vergangenen Jahr mussten am Westring und im Grutholz jede Menge Bäume gefällt werden. 40 bis 50 Altbuchen muss Matthias Klar, Revierförster beim RVR, damals fällen lassen, damit sie nicht auf die Straßen fallen. Auch sie leiden unter dem Klimawandel, unter zunehmender Trockenheit. Seit knapp zwei Jahren sei der Niederschlag vergleichsweise gering, so der Revierförster damals gegenüber unserer Redaktion. "Die Spätfolgen sehen wir jetzt erst", sagte Klar. stehen die Buchen auch nicht mehr.

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