Ein Voodoo-Fluch mit großer Reichweite

Vater forderte 1000 Euro, um den Fluch aufzuheben

SELM/CASTROP-RAUXEL/DORSTEN - Ein Voodoo-Schwur, der über 4700 Kilometer wirken soll, und ein Vater, der gnadenlos am Schicksal seiner Tochter mitverdient haben soll: Mit neuen Details ist am Freitag der Prozess um Menschenhandel und Zwangsprostitution fortgesetzt worden.

Im konkreten Fall ging es um eine junge Nigerianerin, die Bordellen in Selm und Umgebung arbeiten sollte. Um ihre illegale Einreise zu bezahlen, schuldete sie den Schleusern 25.000 Euro. Doch damit nicht genug. Nach Angaben des Hauptangeklagten soll auch ihr Vater immer wieder Geld gefordert haben.

1000 Euro, um den Fluch aufzuheben

"Er hat mir gesagt, dass seine Tochter nicht arbeiten könne, weil er einen Voodoo-Fluch über sie gelegt hätte, der all ihr Glück auf eine andere Frau übertragen würde", sagte er den Richtern. "Dann hat er 1000 Euro gefordert, um den Zauber wieder aufzuheben." Die Summe habe die Tochter ebenfalls abarbeiten müssen.

Das habe natürlich nur funktioniert, weil die junge Nigerianerin auch an den Fluch geglaubt habe. "Ihr Leben war von Voodoo bestimmt", sagte der Angeklagte im Prozess. Alle Argumente, dass ein Fluch von Afrika aus nicht auf eine Frau in Europa übertragen werden könne, hätten nichts bewirkt.

Die junge Nigerianerin war schließlich festgenommen worden und hatte sich danach nach Italien abgesetzt. Dort soll sie in einem Mailänder Vorort weiter als Prostituierte arbeiten.

Den insgesamt sechs angeklagten Nigerianern wird vorgeworfen, mehr als zehn Frauen illegal aus Afrika eingeschleust mit gefälschten EU-Ausweisen und an Bordelle vermittelt zu haben.

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