Weiberfastnacht

Bunt kostümiert feierten die jecken Damen in der Europahalle

Das Männerballett Stachelbeeren sorgte an Weiberfastnacht für große Heiterkeit in der Europahalle. Um ihre Krawatten mussten die wenigen anwesenden Herren jedoch nicht fürchten.

Weiberfastnacht beim CCCS (Carnevals Club Castrop-Rauxel Schwerin): Die Stimmung in der Europahalle ist ausgelassen. Gerade hat sich das Männerballett "Stachelbären" von der Tanzfläche in der Europahalle verabschiedet.

Krawatten gab es nicht abzuschneiden. Dafür flogen Schlüpfer (aufgrund von Form und Farbe schnell als Stücke aus demselben Dreierpack zu erkennen) Richtung Bühne. Persönliche Fortpflanzungswünsche wurden per Plakat geäußert.

An Weiberfastnacht war es ausgerechnet das Männerballett, das die Karnevalstradition des CCCS in seinem 60. Jahr hochhielt. Nach drei Jahren Pause wurde das Männerballett mit seinen 30 Jahren Geschichte im heimischen Karnevalsverein neu aufgelegt. "Das sind alles Väter von unseren Funkenmariechen", freut sich Conny Straßmann. Tänzerisch konnten sie ihren Töchtern natürlich nicht das Wasser reichen, was aber nur zur großen Erheiterung beitrug.

Halloween verdrängt die Karnevalstradition

Stichwort Tradition. Die sei auf dem Rückzug, fürchtet Conny Straßmann. "Statt mit ,Ich bin ein kleiner König' sind die Kinder von heute eher mit ,Süßes oder Saures' zu Halloween von Tür zu Tür unterwegs." Halloween mache dem althergebrachten Fasching seinen Platz streitig.

Und auch das Brauchtum, Krawatten als Symbol männlicher Herrschaft abzuschneiden, verkümmert offenbar allmählich. Anja hat sich als düstere Zauberin ganz in schwarz gehüllt. Zwei Krawatten habe sie erbeutet. Damit ist sie einsame Spitzenreiterin am Donnerstagabend. Ihre Begleiterinnen Julia (als Zombie unterwegs) und Gudrun (Im Vogelscheuchenkostüm) gingen indes leer aus.

Teufelchen Ilona und Sabine (als Harry-Potter-Lehrerin Minerva McGonagall) ebenso. "Es trägt ja keiner mehr Krawatten, alle tragen nur noch T-Shirts", sagen sie. Und auch Ramona und Annette ließen die Scheren stecken, freuten sich aber über die Karnevalsparty. "Ich finde das gut, mit den Auftritten der Garden. Das gehört zur Tradition", sagt Annette. Der Saal sei jedoch ein wenig leer, bedauert Ramona. Tatsächlich hätten deutlich mehr Tische, Stühle und vor allem Menschen in der Europahalle Platz gehabt. Zur Gala am Samstag, 2. März, und zum Kinderkarneval am Sonntag, 3. März, erwartet Conny Straßmann deutlich mehr Gäste.

Das Parkett ist schnell gefüllt

Auch die Damen-Fraktion in den Schokolinsen-Kostümen hat in Sachen Krawatten keine Beute gemacht; ebenso wenig eine Gruppe von Altenpflegerinnen. Statt nach Krawatten zu jagen, drängten sie sich alle nach einer Stunde Karnevalsprogramm auf der Tanzfläche. Bei den ersten Klängen der Coverband hi-five füllte sich dann das Parkett in Sekundenschnelle.

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