Wewole will Bahnhof kaufen

Gebäude soll für Bahnkunden attraktiver werden

Rauxel - Dass die Bahn den Hauptbahnhof verkaufen will, ist im März 2017 vom Bürgermeister bekannt gemacht worden. Wie geht es nun weiter?

Die Wewole-Stiftung möchte den Hauptbahnhof gerne kaufen. Das bestätigt jetzt deren Pressesprecherin Inci Wagner auf Anfrage unserer Zeitung. Ein Kaufabschluss sei aber noch nicht erfolgt. "Sollte der zustande kommen, ist uns sehr daran gelegen, den Bahnhof wieder attraktiver zu machen und besonders den Bahngästen die Wartezeit so angenehm wie möglich zu gestalten", sagt Inci Wagner. Konkreter zu den Plänen wollte sich Wewole nicht äußern.

Stadt hat Vorkaufs- und Vorschlagrecht

Bereits im Frühjahr dieses Jahres war durchgesickert, dass ein gemeinnütziger Träger am Kauf des Bahnhofsgebäudes interessiert sei, Wewole war aber nicht explizit genannt worden. Die Stadt hat hier ein Vorkaufs- und Vorschlagsrecht, deshalb waren und sind Politik und Verwaltung auch in diesen Prozess eingebunden. "Wewole wird den Bahnhof kaufen, wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen", bestätigt Michael Eckhardt, Erster Beigeordneter und Kämmerer, im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings bräuchte die Stiftung zur Verwirklichung ihrer Pläne auch die Räumlichkeiten der Rebeq-Radstation. Hier liefen noch Gespräche und das Bemühen, für die Radstation einen anderen Standort zu finden.

Zu den Plänen, auch das ist auf politischer Bühne bereits kommuniziert worden, soll ein Drogeriemarkt gehören, den Menschen mit Handicap betreiben. Auch ein Café soll vorgesehen sein. Die Bahn soll nach Informationen unserer Zeitung das Projekt wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Auf einen Fragenkatalog unserer Zeitung hat die Bahn noch nicht geantwortet.

Bahnhof Thema im Bauausschuss

Die Grünen haben unterdessen für die nächste Sitzung des Bauausschusses am 28. Juni einen Tagesordnungspunkt zum Thema Bahnhof beantragt. Grünen-Fraktionschef Dr. Bert Wagener fragt in dem Antrag explizit nach dem Erhalt der Radstation, danach, ob auf eine öffentlich zugängliche und barrierefreie Toilettenanlage hingewirkt wird und wie die "Zeitlinie hinsichtlich des Veränderungsprozesses" sei. Wagener schreibt im Antrag: "Der Hauptbahnhof sollte die Visitenkarte der Stadt sein, Reisende bekommen hier den ersten Eindruck von der Stadt."

Bürgermeister Rajko Kravanja hatte vor einigen Monaten davon gesprochen, dass das Thema bis zur Sommerpause der Ratsgremien durch sein sollte. "Wir würden uns das wünschen", sagt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi.

Großer Erweiterungsbau im Erin-Park

Die Wewole-Stiftung ist Teilhabe-Anbieter für Menschen mit Behinderungen in Herne und Castrop-Rauxel. Im Frühjahr des vergangenen Jahres ist der große Erweiterungsbau im Erin-Park eröffnet worden. Wewole steht für die drei Arbeitsbereiche Werken, Wohnen und Lernen. Das Sozialunternehmen begleitet mit 370 Fachkräften mehr als 1200 Menschen mit Behinderung. In der kommenden Woche eröffnet Wewole ein Betriebsrestaurant im Technischen Rathaus in Herne.

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