Wer wird Millionär

Verloren bei Jauch - warum der VfR Rauxel trotzdem gewonnen hat

Castrop-Rauxel - Philip Lemmer hat es nicht geschafft, am Montagabend bei Günther Jauchs Vereinsspezial von "Wer wird Millionär" (WWM) seinem VfR Rauxel die Million zu sichern. Es kam erst sogar noch bitterer - aber am Ende lief es doch wieder gut.

Der junge Mann schaffte es nicht einmal auf den Stuhl gegenüber von Moderator Günther Jauch. Trotzdem kann der Abend noch als Erfolg für Lemmer und sein Anliegen gewertet werden, denn im anschließenden "extra"-Magazin wurde dem Rauxeler Verein ein mehrminütiger Beitrag gewidmet.

Acht Vereinsvertreter hatte sich das WWM-Produktionsteam für die Sonderausgabe ins Studio eingeladen. Alle acht wollten für ihre sehr unterschiedlichen Vereine, vom Mops-Club bis zum Karnevalsverein, möglichst viel Geld einsammeln. Vor dem ersehnten Gang auf den heißen Stuhl aber gilt es bekanntlich eine Zuordnungs-Aufgabe möglichst schnell zu erfüllen. Und an der scheiterte Philipp Lemmer leider gleich dreimal.

"Jetzt muss ich erstmal den ganzen Hohn und Spott ertragen"

"Jetzt muss ich erstmal den ganzen Hohn und Spott ertragen", kommentierte der 34-Jährige das noch am Montagabend auf Facebook gegenüber unserer Redaktion. "Den Computerkurs und das Praktikum im Autohaus werde ich auf jeden Fall annehmen", ergänzte er. Damit spielt Lemmer auf zwei der Zuordnungs-Aufgaben an, an denen er scheiterte: So galt es nämlich einmal, Sportwagenklassiker wie Mustang, Corvette und 911 den richtigen Automarken und andererseits PC-Kurzbefehle für Einfügen, Ausschneiden oder Speichern den Kürzeln zuzuordnen.

So blieb Philip Lemmer nichts anders übrig, als das Geschehen im Studio zwei Stunden lang aus der Beobachter-Perspektive mitzuerleben und zuzusehen, wie etwa der Vertreter eines Männerballetts oder die Abgesandte eines Rollerblade-Teams aus Herne auf den ersehnten Stuhl beim Moderator durften und Geld für ihre Vereine einsammelten. Und dem geneigten Zuschauer vor dem TV blieb nichts anders übrig, als Lemmer 120 Minuten lang vergeblich die Daumen zu drücken.

Rettung vor dem drohenden Aus

Im anschließenden "extra"-Magazin von Moderatorin Birgit Schrowange kamen Lemmer, der VfR Rauxel und alle Castrop-Rauxeler Fernsehzuschauer dann doch noch auf ihre Kosten. Denn darin widmete der Sender dem 1908 gegründeten Verein und dem Anliegen von Lemmer, der dem Club mit 30 Gleichgesinnten erst im Mai 2017 beigetreten ist und mit vielen von ihnen die zweite Mannschaft stellt, breiten Raum. So konnten Lemmer und seine Mitstreiter ihr Anliegen schildern, den im Sommer durch das Spiel der beiden vermeintlich schlechtesten Fußballteams der Republik zu zweifelhaften Ehren gekommenen Verein vor dem drohenden Aus zu retten.

Es kam auch Vereins-Legende und 50er-Jahre-Torwart Günther Schulz zu Wort, der dem Vernehmen nach seinerzeit als "Der schwarze Panther von der Vördestraße" auch als Freistoß- und Elfmeterschütze für Angst und Schrecken unter gegnerischen Torhütern gesorgt haben soll.

Insgesamt lieferte RTL einen Beitrag, der bei aller Ruhrpott-Typika und Steigerlied-Untermalung einen durchaus sympathischen Blick lieferte auf einen kleinen Verein und die Ehrenamtlichen, die jeden derartigen Verein ausmachen.

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