WLT-Inszenierung

Der Tatortreiniger wird auf der Bühne weniger lakonisch klingen

Intendant Ralf Ebeling inszeniert am Westfälischen Landestheater die preisgekrönte Serie "Der Tatortreiniger" als neue Komödie der aktuellen Spielzeit. Drei Folgen werden verarbeitet.

In der neuesten Inszenierung des WLT wird die NDR-Fernsehproduktion von Mizzi Meyer auf die Bühne gebracht. Die Theaterautorin Ingrid Lausund hat unter dem Pseudonym die Dialoge der Serie geschrieben. Perfekter Stoff für das Westfälische Landestheater findet Intendant Ralf Ebeling, der den Stoff nun selbst inszeniert. Die Verkaufszahlen geben ihm recht, denn die Premiere am 9. Februar ist bereits ausverkauft.

Bei "Der Tatortreiniger" geht es um den Tatortreiniger Heiko "Schotty" Schotte, der an Tatorten menschliche Überreste beseitigt und dabei auf ganz unterschiedliche Personen trifft. "In Wirklichkeit geht es aber gar nicht darum, was da weggeputzt werden muss. Sondern, dass man an diesem Ort auf Leute trifft. Und hier sind es relativ skurrile Menschen, mit denen der Tatortreiniger zusammenkommt," so Ebeling.

Die Figuren sind stark und keine Pappkameraden

Die Figuren, denen Schotty begegnet, sind sehr aufgewühlt. Sie befinden sich in einer extremen Situation, weil sie gerade mit dem Tod konfrontiert wurden. "Die Figuren sind stark und bringen ihre Sicht auf die Dinge sehr nachvollziehbar vor. Es sind keine Pappkameraden, an denen sich Schotty irgendwie abarbeitet. Diese Konflikte sind das Spannende, sie werden aber mit Humor und Leichtigkeit ausgetragen."

Und auch die Figur Schotty ist selbst ein bisschen schräg. Er bringt eine große Naivität mit, ist offen und neugierig. Er vertritt seine Meinung bestimmt, aber nie aggressiv. "Er ist wenig wie eine Leerstelle. Er kommt irgendwohin und öffnet Menschen. Durch sein Auftreten erreicht er es, dass die Menschen mit ihm reden und sich zum Teil deutlicher äußern, als sie es eigentlich vorhaben."

Fans der Serie können sich darauf freuen, ihre Serie wiederzuerkennen. Mit "Nicht über mein Sofa", "Özgür" und "Sind Sie sicher?" wurden drei klassische Folgen ausgewählt. Trotzdem wird es bei der Umsetzung für die Bühne einige Änderungen geben, verrät Ebeling. "Der lakonische Fernsehton, der in dieser Serie wirklich wunderbar umgesetzt wird, der funktioniert auf der Theaterbühne so nicht. Da hört schon in der zweiten Reihe niemand mehr, was vorne gesagt wird. Wenn man das so spielen würde, wirkt das auf der Bühne immer unterspannt, unbeteiligt, gelangweilt. Wenn man aber zu viel macht, dann gerät man ganz schnell in so eine Klamotten-Schiene und das ist auch der Sache nicht angemessen. Man muss da gucken, wie groß spiele ich, was für ein Tempo habe ich? Wie kann ich das von der Spielweise her umsetzen auf die Bühne ohne am Vorbild vorbeizugehen?".

Die Auswahl der Folgen sei nicht leicht gewesen

Auch Nicht-Fans können sich auf einen unterhaltsamen Theaterabend freuen. Die Auswahl aus 31 Folgen "Der Tatortreiniger" sei nicht leichtgefallen, erklärt Ebeling. Zwei bis drei Monate wurden die Folgen auf ihre Umsetzbarkeit auf der WLT-Bühne überprüft.

Ein neuer Trend zu Serien-Adaptionen soll es am WLT aber nicht geben. "Man soll niemals nie sagen, aber bei dieser Serie machen wir das aufgrund ihrer Qualität. Außerdem ist sie ohnehin sehr theaternah. Es sind quasi lauter kleine Kammerspiele. Was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass die Autorin eigentlich vom Theater kommt."

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