WM-Spiel

Geflüchtete und ein paar Anwohner schauten gemeinsam in der Aula

Ickern - Das war's mit der WM für Deutschland. Das Spiel mit ungutem Ausgang guckten Geflüchtete und ein paar Ickerner gemeinsam in der Aula der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Zumindest vielleicht ein guter Beginn für die 60 Personen, die seit Mittwoch in der Unterkunft wohnen.

Von großem Jubel waren sie noch entfernt - die Deutschen, die Geflüchteten, die Ickerner. Zumindest in der Aula der Gesamtschule Ickern, wo die Interkulturelle Brücke am Mittwoch ein gemeinsames Fußballgucken auf die Beine stellte. Es sollte eine Eröffnung und eine Begrüßungsgeste sein, eine Chance zum Kennenlernen.

Seit dieser Woche ist die städtische Unterkunft für geflüchtete und obdachlose Menschen nicht mehr im Ortsteil Merklinde, sondern in den Ickerner Aapwiesen. Den Umzug regelt in dieser Woche der Bereich Asyl mit der kommissarischen Bereichsleiterin Susanne Köhler aus der Stadtverwaltung.

60 Personen leben in der ehemaligen Schule

Seit Mittwochnachmittag ist er weitgehend abgeschlossen. Etwa 60 Personen, die eine Unterkunft brauchen, leben nun vorübergehend in einer anderen ehemaligen Schule: nicht mehr in der Friedrich-Harkortschule, nun im Gebäudekomplex der ehemaligen Grundschule Marienburger Straße und der auslaufenden Janusz-Korczak-Gesamtschule.

Fethullah Sevinc vom Verein Interkulturelle Brücke ergriff die Initiative und lud die Bewohner und Anwohner aus der Nachbarschaft zum Fußballgucken ein. Deutschland gegen Südkorea, das entscheidende Spiel in der Vorrundengruppe. Marc Frese von Mein Ickern, Petra und Jürgen Lückel vom Verein Flüchtlingshilfe, der ein Kuchen- und Getränkebüfett sponserte, und einige Ickerner kamen ebenso wie ein paar bekannte Gesichter aus Habinghorst wie Adil Tamouh und Familie.

Kritiker kommen nicht als Zuschauer

"Unsere Idee war", sagte Sevinc, "die Unterkunft mit einer kleinen Aktion zu eröffnen, statt es einfach laufen zu lassen. Um sich kennenzulernen und jedem die Möglichkeit zu geben, hier hereinzuschauen." Dieser Einladung folgten einige. Nicht jedoch die Kritiker, die bei der Infoveranstaltung zum Umzug der Unterkunft noch zum Teil angstbesetzte Fragen an die Stadtverwaltung gerichtet hatten.

Die Harkortschule in Merklinde, die nun leergezogen wurde, soll in den nächsten Wochen und Monaten für eine neue Nutzung vorbereitet werden. Eine Kita und Offene Ganztagsschule, sogar eine Grundschule sind auf mittlere Sicht hier im Gespräch.

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