Wohnen an der Emscher

Bürgermeisterfamilie Kravanja gibt eigene Hausbau-Pläne im umstrittenen Baugebiet auf

Der Bürgermeister wird im Neubaugebiet "Wohnen an der Emscher" kein Eigenheim bauen. Das erklärte Rajko Kravanja am Donnerstag, dem Tag der Ratssitzung. Der Druck war zu groß.

Schon vor längerer Zeit entstand der Plan bei Familie Kravanja, in Habinghorst ein Haus zu bauen. Rajko Kravanja wollte mit seiner Frau und seiner Tochter aus der Altstadt umziehen, zumal in diesem Jahr noch Zuwachs zu erwarten ist: Der Bürgermeister wird zum zweiten Mal Vater.

Kravanjas Eltern wohnen in Ickern, seine Schwiegereltern in Becklem. In deren Nähe umzuziehen, das wäre auch rein geografisch sein Wunsch gewesen. Zudem hatte er als Ickerner den Wunsch, in die Nähe der Emscher zu ziehen.

Aus dieser rein privaten Vision der Familie Kravanja wird nun nichts. In einem schriftlichen Statement verkündete der Bürgermeister am Donnerstag:

"Die Diskussion der letzten Wochen hat für mich eine inhaltliche, aber auch eine persönliche Komponente. Inhaltlich kann man unterschiedlicher Meinung sein und diese konstruktiv in aller Ausführlichkeit während der Planungsphase erörtern. Auf der persönlichen Ebene wurden aber Unterstellungen und Behauptungen verbreitet, die jeglicher Grundlage entbehren. Das hat meine Familie und mich dazu bewogen, die Option, dort selbst Interesse für ein Baugrundstück zu bekunden, nicht länger zu verfolgen und weiter nach anderen Möglichkeiten für ein neues Zuhause in der Nähe unserer Familien im Castrop-Rauxeler Norden zu suchen. Dies habe ich Anfang der Woche gegenüber dem Rechnungsprüfungsamt schriftlich erklärt und mich von den gemäß Artikel 31 der Gemeindeordnung NRW übernommenen Verpflichtungen befreien lassen."Rajko Kravanja hatte sich nach eigenen Angaben schon 2018 gegenüber den Fraktionen und dem Rechungsprüfungsamt für befangen in den Planungen des Baugebiets "Wohnen an der Emscher" erklärt.

Der Druck auf den Bürgermeister war größer geworden, seit der Protest gegen das Bauvorhaben erwachsen ist. Er dreht sich um die 250 Jahre alte Eiche auf der überplanten Fläche, die laut aktueller Planung für die Erschließungsstraße des Gebiets mit Grundstücken für rund 70 Wohneinheiten gefällt würde. Kritiker hatten Kravanja ein Eigeninteresse daran vorgeworfen, dieses Baugebiet auch auf Kosten der Stieleiche zu entwickeln. Auch der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt geriet persönlich unter Beschuss der Kritiker.

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