WLT zeigt "Kriegerin"

Neues Jugendstück beschäftigt sich mit rechtsradikaler Gewalt

Castrop-Rauxel - Das Westfälische Landestheater beschäftigt sich in seinem neuen Jugendstück "Kriegerin" mit rechtsradikaler Gewalt und den Mechanismen rechtsgesinnter Gruppierungen. Ein Phänomen, das es schon immer gegeben hat, sich in den vergangenen Jahren aber wieder stärker verbreitet hat.

Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Bautzen. Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Dresden. Angriff auf den Bürgermeister von Oersdorf wegen Plänen zur Unterbringung von Flüchtlingen. Regelmäßig erreichen uns solche oder ähnliche Schlagzeilen, doch nicht immer geschehen diese Taten weit weg von uns. Manchmal ist es schon die falsche Wortwahl oder ein angeblicher Scherz, der im Grunde aber fremdenfeindlich gemeint ist. Rechtsradikalismus ist scheinbar salonfähig geworden.

Parolen sind leicht zu verbreiten

"Die Realität des Stückes hat uns rapide eingeholt", so Regisseurin Katrin Herchenröther vom WLT. "Schauen wir doch nur einmal in den Bundestag, in dem die AfD heute sitzt. Deshalb finde ich es umso wichtiger, ein solches Thema auf den Spielplan zu setzen." Gerade durch das Internet und die sozialen Medien sei es heute leichter geworden, rechte Parolen zu verbreiten, ohne erkannt zu werden oder eine Strafe dafür befürchten zu müssen. Das Stück nach dem gleichnamigen Film von David Wnendt erzählt die Geschichte zweier junger Mädchen: Während Marisa sich nach und nach von der rechten Szene distanziert, möchte Svenja ein Teil der Clique werden - um jeden Preis.

"Es ist ein Thema, das uns alle angeht", so Theaterpädagogin Melanie Kraft, die zum Team derjenigen gehört, die mit den Schülerinnen und Schülern im Anschluss an die Vorstellungen Nachgespräche führen. "Wir als Theater sind auch dafür da, Jugendliche zu sensibilisieren, sie aufmerksam zu machen auf ihre Mitmenschen und Umgebung. Wenn wir es schaffen, dass die Schüler etwas aus unserer Vorstellung mitnehmen, haben wir etwas bewegt." Für die Nachgespräche mit den Jugendlichen bekommt das Team um Melanie Kraft und Dramaturgin Sabrina Ullrich diesmal besondere Unterstützung. "Bei unserem Austausch mit den Schülerinnen und Schülern werden Mitarbeiter von NinA NRW dabei sein, einer Beratungsstelle für rechtsextreme Jugendliche und Erwachsene", erzählt Sabrina Ullrich.

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