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Ab dem 24. September steht ein Mann aus Castrop-Rauxel vor Gericht.

Gerichtsprozess

Sohn unter Drogen zum Missbrauch angeboten: Angeklagter schweigt

Ein Vater soll seinem elfjährigen Sohn Kokain gegeben und ihn anschließend auf einem Autobahnparkplatz zum sexuellen Missbrauch angeboten haben. Vor Gericht schweigt der Angeklagte.

Update, 24. September, 16:55 Uhr 

Der 38-jährige Italiener will sich frühestens am zweiten Verhandlungstag selbst zu den Vorwürfen äußern. Und dann am liebsten auch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Wir werden einen entsprechenden Antrag vorbereiten“, kündigte Verteidiger Marcus Herberholz am Dienstag an. Ob ein solcher Erfolg haben kann, bleibt abzuwarten.

So hatten am ersten Verhandlungstag nur Staatsanwältin Heike Sudhaus-Coenen und Zeuge Harald B. (53) das Wort. Die Anklägerin wirft dem 38-Jährigen vor, seinem gerade einmal elf Jahre alten Jungen am 27. März Kokain gegeben zu haben. Und das immerhin in einer solchen Menge, dass Rückstände noch am nächsten Tag im Urin des Kindes festgestellt werden konnten. Mit dem unter der Wirkung des Rauschgifts stehenden Kindes soll der 38-Jährige zum Castrop-Rauxeler Autobahnparkplatz „Holthauser Bruch“ gefahren sein. In der Toilette traf er offenbar auf Harald B., der sich gerade erleichterte. „Er fragte, ob ich Sex mit seinem Jungen wolle“, erinnerte sich der Zeuge am Dienstag. Seine Reaktion: „Ich konnte zuerst gar nicht glauben, was ich da gehört hatte. Ich habe ihm dann nur gesagt, er soll sich verpissen. Dann bin ich abgehauen.“

Auf dem Weg zurück zu seinem Auto will Harald B. dann aber den Jungen gesehen und gleichzeitig bemerkt haben, wie der Vater offenbar mit einem anderen Mann an der Toilette „handelseinig“ wurde. „Da habe ich dann die Polizei angerufen“, so der Zeuge. „Die sagten mir, dass ich mir alle Kennzeichen notieren und durchgeben soll.“ Nachdem er das getan habe, habe er sich erst einmal eine Zigarette angezündet, um sich zu beruhigen.

Noch ehe die Polizei eintraf, soll es in der Toilettenkabine tatsächlich zum sexuellen Missbrauch des Jungen gekommen sein. Der mutmaßliche Täter - ein älterer Mann aus dem Kreis Unna - ist im aktuellen Verfahren nicht angeklagt. Ihn erwartet ein eigener Prozess vor der Jugendschutzkammer des Dortmunder Landgerichts.

Update, 24. September, 11.20 Uhr:

Ein 38-jähriger Mann aus Essen soll seinem Sohn Kokain gegeben und ihn anschließend auf einem Autobahnparkplatz zum sexuellen Missbrauch angeboten haben.

Seit Dienstag muss er sich vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Zu den Vorwürfen wollte er sich vorerst nicht äußern.

Erstmeldung (19. September, 16.30 Uhr):

Ein 38-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel soll seinen Sohn unter Drogen gesetzt und dann zum sexuellen Missbrauch angeboten haben. 

Das unfassbare Verbrechen soll sich im März ereignet haben. Ab dem 24. September verhandelt das Dortmunder Landgericht gegen den Mann.

Laut Anklage gab der 38-Jährige seinem gerade erst elfjährigen Sohn Kokain und fuhr am selben Abend mit ihm zum Autobahnparkplatz Holthauser Bruch an der A42.

Dort soll er zunächst einen Autofahrer angesprochen und diesem angeboten haben, den Jungen sexuell zu missbrauchen. Der Autofahrer lehnte jedoch offenbar ab.

Junge in Toilettenhäuschen missbraucht

In der Folgezeit soll der Castrop-Rauxeler einen weiteren Mann angesprochen haben. Und tatsächlich sollen die beiden Erwachsenen zusammen mit dem Kind in dem Toilettenhäuschen des Rastplatzes verschwunden sein, wo es laut Staatsanwaltschaft zum Missbrauch des Jungen kam.

Für den Prozess hat die 36. Strafkammer des Landgerichts vorerst drei Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist deshalb nicht vor dem 8. Oktober zu rechnen.

mit dpa-Material

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