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Vor dem Landgericht Dortmund muss sich ein 28-Jähriger aus Castrop-Rauxel verantworten.

Landgericht Dortmund

Zeuge erzählt von russischem Roulette auf dem Sofa

Ein Mann aus Castrop-Rauxel muss sich vor Gericht verantworten. Er hat Geld mit der EC-Karte eines Bekannten abgehoben. Doch wie ist er an diese Karte gekommen?

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft hat einen 28-jährigen Mann aus Castrop-Rauxel wegen Computerbetrugs angeklagt. Er soll sich am 30. September 2013 mit einer Sturmhaube maskiert und dann an einem Geldautomaten der Sparkasse Vest 210 Euro abgehoben haben. Die Karte, die er dabei angeblich benutzte, gehörte nicht ihm, sondern einem Bekannten.

Die Frage, wie der Angeklagte in den Besitz der EC-Karte gekommen sein könnte, wird in dem Prozess vor dem Dortmunder Landgericht eine entscheidende Rolle spielen. Schon unmittelbar nach der Verlesung der Anklageschrift erteilte die Kammer dem Mann einen rechtlichen Hinweis: Neben einer Verurteilung wegen Computerbetruges komme auch eine wegen besonders schweren Raubes in Betracht. Die Mindeststrafe für dieses Delikt beträgt fünf Jahre Haft.

Angeklagter aus Castrop-Rauxel: "Alle waren bewaffnet"

Während derCastrop-Rauxeler vorerst selbst keine Angaben zur Sache machen möchte, redete am Montag der Besitzer der EC-Karte. Und der Zeuge ließ dabei kein gutes Haar am Angeklagten. „Er hat mich damals per Kurznachricht in seine Wohnung eingeladen“, erinnerte sich der 46-Jährige. Nachdem ihm die Tür geöffnet worden sei, habe er aber sofort in den Lauf einer Pistole geblickt. Insgesamt hätten neben dem Angeklagten sechs weitere Männer auf ihn gewartet. „Alle waren bewaffnet. Die hatten Pfefferspray, Schusswaffen und außerdem hatte ich sofort auch ein Messer am Hals.“

Dem Zeugen blieb nach eigener Aussage nichts anderes übrig, als auf dem Sofa Platz zu nehmen. „Dann habe ich mir halt eine reinhauen lassen.“ Mehr als zwei Stunden lang hätten seine Peiniger ihn mit Schlägen und dem Pfefferspray gequält. „Außerdem haben sie mit dem Revolver mindestens viermal russisch Roulette gespielt“, so der Zeuge am Montag. Nur dem Zufall habe er es also zu verdanken, dass er heute noch lebe.

Angeklagter soll die ganze Zeit dabei gewesen sein

Der 28-jährige Angeklagte soll die ganze Zeit dabei gewesen sein, selbst allerdings nicht zugeschlagen haben. Schließlich hätten die brutalen Peiniger den Mann mit der EC-Karte zum Geldabheben geschickt. „Und die waren ganz schön sauer, als er nur mit 210 Euro wiederkam“, so der Zeuge.

Für den 46-Jährigen steht dennoch fest, dass sich der Angeklagte keinesfalls darauf berufen kann, von den anderen Männern ebenfalls unter Druck gesetzt worden zu sein und eigentlich selbst mit dem Überfall nichts zu tun zu haben. „Für mich war das eine Banden-Tat und er gehörte auf jeden Fall dazu“, sagte der Zeuge.

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer Hertenerin im Anschluss an eine Disco-Nacht hat der Angeklagte am Bochumer Landgericht sein Schweigen gebrochen.

Die Polizei hat ihre Kriminalitätsstatistik für 2019 veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Zahl der Straftaten in Recklinghausen ist auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken.

mvb

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