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Neue Flüchtlingsunterkunft: Die Turnhalle am Berufsbildungszentrum in Dingen.

Vor Ankunft der 60 Asylbewerber

Flüchtlinge: Skepsis bei Info-Abend in Dingen

DINGEN - Sie wollen helfen, sind aber auch skeptisch: Die Bürger aus Dingen. 60 weitere Flüchtlinge werden dort erwartet, sollen in der Turnhalle am Berufsbildungszentrum untergebracht werden. Deshalb wurde ein Info-Abend, der mit den Vorurteilen und Ängsten aufräumen, aber auch Fragen beantworten sollte, veranstaltet. Das hat das Treffen ergeben.

Es war eine Mischung aus Hilfsbereitschaft und Skepsis, die den Info-Abend über die bevorstehende Unterbringung von 60 Flüchtlingen in Dingen prägte. Jedenfalls hatte Bürgermeister Johannes Beisenherz am Donnerstag seine liebe Mühe, Vorurteile über Flüchtlinge aus der Welt zu räumen.

Vorweg hatte Beisenherz bekundet, dass die Unterbringung der Flüchtlinge in der Turnhalle am Berufsbildungszentrum in Dingen nicht die beste Lösung sei. Man sei derzeit nicht in der Lage, die Geflüchteten in Wohnungen unterzubringen. Fest stehe bislang, dass ab kommender Woche bis zu 60 Flüchtlinge in der Halle an der Westheide unterkommen werden. Dort sollen sie etwa eine Woche bleiben und dann in Wohnungen im Stadtgebiet verteilt werden.

Dass es bei dieser einen Woche vermutlich nicht bleiben wird, weiß man bei der Stadt wohl am besten. Die Suche nach Wohnraum gestalte sich schwierig. Sozialdezernent Michael Eckhardt: „Wir können nun mal keine Unterkünfte herzaubern.“ Und leeren würde sich die Halle in den kommenden Wochen auch nicht, angesichts weiterer Zuweisungen, die Castrop-Rauxel erwarten.

Nun liege es an den Bürgern, die Flüchtlinge einzugliedern. Sachspenden seien zweitrangig. Stattdessen solle man die Menschen an die Hand nehmen, ihnen die Stadt zeigen, sie zu Ämtern begleiten – um auch Vorurteile aus der Welt zu schaffen.

Vorurteile ausgeräumt

Vorurteile, die Bürgermeister Beisenherz am Donnerstag bereits begann auszuräumen. Etwa jenes, dass man sich um Wildpinkler und Kriminelle sorgen müsse. „Die Menschen kommen nicht vom Baum“, so Beisenherz. Natürlich, so Sozialdezernent Eckhardt, gäbe es auch Stinkstiefel unter den Flüchtlingen, aber wo gäbe es die nicht?

Und Angst vor ansteckenden Krankheiten müsse auch niemand haben. Alle Flüchtlinge, die nach Dingen kämen, seien in einer Erstaufnahmeeinrichtung ärztlich geprüft worden. Neben der Skepsis zeigten viele Besucher auch den Willen zu helfen.

Flüchtlingen helfen

Die Stadt hat folgende Kontaktdaten für Bürger, die den Flüchtlingen helfen möchten, eingerichtet: Telefon: 02305/309 77 40 und 02305/106 21 03, ebenso die E-Mailadresse: fluechtlingshilfe@castrop-rauxel.de

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