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Die Kinder der Klasse 2b der Erich-Kästner-Schule haben dem Imker Theo Termbaum bei seiner Arbeit zugeschaut - und trugen daher Schutzanzüge.

Mit Fotostrecke

So preisverdächtig ist der KGV Nord in Habinghorst

HABINGHORST - Die Kleingartenanlage Nord in Habinghorst hat am Dienstag Besuch bekommen: von der Jury für den "Landeswettbewerb der Kleingartenanlagen in NRW 2017" und zufällig auch von der Klasse 2b der Erich-Kästner-Grundschule. Wir waren mit der Kamera dabei und haben geschaut, wie es dort aussieht.

Viele Kilometer hat am Dienstag die Jury für den Landeswettbewerb der Kleingartenanlagen in NRW 2017 zurückgelegt. Erst ging es nach Habinghorst zur Kleingartenanlage Nord - diese tritt beim Landeswettbewerb der Kleingärten NRW an. Danach ging es weiter nach Oer-Erkenschwick und Gelsenkirchen.

„Ist schon ein bisschen anstrengend, aber auch sehr beeindruckend“, sagt Dr. Martina Oldengott, Chefin der Landesbewertungskommission. Mit ihr unterwegs sind an diesem Vormittag Bürgermeister Rajko Kravanja, Bernhard Lammers von der Stadtentwicklung, Stephan Bevc, Vorsitzender des Bezirks der Kleingärtner Castrop-Rauxel/Waltrop, Fachberater und die weiteren Jurymitglieder vom Umweltministerium, vom Landesverband der Kleingärtner, der Gartenamtsleiterkonferenz NRW und der Naturschutzverbände.

Die Kleingartenanlage Nord, im Verbund mit dem Internationalen Bürgergarten am Start, ist einer von zwölf Kandidaten, die im Wettbewerb antreten. Und reichlich verbale Blümchen bekommt. Vorschusslorbeeren etwa für das sichtbare ökologische Gärtnern mit Totholz, aus dem neues vielfältiges Leben entsteht, für die Insektenhotels in vielen der 90 Parzellen der Anlage Nord, deren Bestand wie der der anderen Kleingartenanlagen bei uns seit Anfang der 2000er-Jahre von der Politik gesichert ist.

Im Schulgarten ist am Dienstag auch zufällig die Klasse 2b der Erich-Kästner-Grundschule zu Gast. Es gibt praktischen Anschauungsunterricht mit Imker Theo Terbaum. „Kommen Sie besser nicht so nah ran“, warnt er. Klar, die Kinder tragen Schutzanzüge. „Und machen das, was sie hier tun toll“, lobt Klassenlehrerin Bettina Sobik. Und bezieht in das Lob auch die Helfer vom Kleingartenverein und die anderen Beteiligten ein. „Wir haben hier regelmäßig Schulklassen und Kitas zu Besuch“, berichtet Uwe Latza, der zweite Fachberater des Vereins. Sogar im Honigschleudern dürfen sich die Kinder probieren.

„Ich kann hier richtig was über Bienen lernen“, sagt Leon (8). Ramon (7) pflichtet ihm bei. „Es ist so schön hier.“ Die Besucher gehen derweil eine Station weiter. „Super, dass hier die Bäume, Büsche und Pflanzen fast alle mit Namenshinweisen versehen sind“, lobt eine Besucherin. Ein kleiner Verbindungsweg, und die Jury steht inmitten des Internationalen Bürgergartens.

Elf Familien beackern rund 50 Quadratmeter große Parzellen

Aus der Taufe gehoben vor fünf Jahren als schöner Baustein der Sozialen Stadt Habinghorst. „Weil es hier an Freiraum fehlte“, sagt Bernhard Lammers. Elf Familien aus unterschiedlichen Nationen beackern die rund 50 Quadratmeter großen Parzellen. „Wie eine große Familie“, erklärt Nedzad Becic, Iman und Chef der Bosnischen Gemeinde, einer der Träger der Gemeinschaft. „Wir wollten unbedingt mehr für die Integration tun“, fügt er hinzu.

Bezirksfachberater Alois Bredl bringt es so auf den Punkt: „Wir sind uns hier alle näher gekommen und darauf sind wir stolz. Wenn sich einer von uns beim Gärtnern in den Finger schneidet, kommt bei jedem rotes Blut raus.“ Auch die Hilfe der Kleingärtner der Anlage Nord soll nicht unerwähnt bleiben. Bei der Zuwegung ebenso wie beim einfachen Beispiel der Toilettenbenutzung. Stephan Bevc nutzt die Gelegenheit für mehr Verständnis für "urban gardening" zu werben. „Wem es hier im Bürgergarten zu klein wird, der kommt rüber in eine andere Anlage.“

Mitte September soll der neue Champion gekürt werden

Für Martina Oldengott und ihre Jury geht es nicht nur um Blumen, sondern gleichberechtigt um soziale und ökologische Komponenten. Der bestens funktionierende Seniorengarten an der Kampstraße ist ein weiteres Beispiel für Projekte mit Bürgern – geboren ebenfalls aus der Sozialen Stadt. Die Spredeyer und die Schellenberger haben es mit ihren Anlagen vorgemacht und Gold sowohl als Landes- als auch auf Bundesebene geholt. Mitte September soll der neue Champion gekürt werden.

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