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Schicksal ungewiss: die „Soda“-Brücke.

Ortsumgehung Merklinde

Jetzt ist es amtlich: L654n wird nicht fertig gestellt

Merklinde - Die L654n (Ortsumgehung Merklinde) zum Autobahnkreuz Castrop-Rauxel Ost im Osten sowie in Richtung Gerthe im Westen ist endgültig vom Tisch. Das Projekt galt politisch schon länger als tot, nun wurde es komplett beerdigt, weil das Land NRW auf Schwerin erworbene Grundstücke wieder abgegeben hat.

Die Straße sei aus dem Landesstraßenbedarfsplan gestrichen worden, bestätigte ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums in Düsseldorf auf Anfrage unserer Redaktion.

Wörtlich erklärte der Sprecher unter Berufung auf die zuständige Fachabteilung seines Hauses: „Derzeit lässt sich nicht absehen, ob und zu welchem Zeitpunkt mit einer Planung, möglicherweise auch auf einer anderen Linie, wieder begonnen wird. In Abstimmung mit unserem Haus wurden daher im letzten Jahr Verhandlungen über die Rückübertragung beziehungsweise den Verkauf der betroffenen Grundstücke begonnen. In einem Fall ist bereits ein Vertrag geschlossen worden, bei den weiteren dauern die Verhandlungen an.“ Die operative Abwicklung erledigt die Niederlassung Bochum von Straßen.NRW.

Streit wurde zeitweise mit harten Bandagen geführt

Mit diesem Beschluss des Verkehrsministeriums ist ein Jahrzehnte währender, zeitweise erbittert geführter verkehrspolitischer Streit im Castrop-Rauxeler Süden endgültig entschieden. Befürworter und Gegner im Stadtteil Merklinde hatten sich seit den 1980er-Jahren über den Ausbau der L654n eine kompromisslose Schlacht geliefert.

Die SPD, die unter Hans Ettrich die Straße zunächst befürwortet hatte, rückte unter seinem Nachfolger Johannes Beisenherz später Zug um Zug von ihr ab und strich sie zuletzt ganz. Die CDU hatte den Bau der L654n noch in ihrem Wahlprogramm stehen.

Für die Befürworter der L654n, die sich durch die Entwicklung betrogen fühlten, sagte Wilhelm Austermühle zynisch: „Meinen herzlichen Glückwunsch an Herrn Beisenherz, er hat es endgültig geschafft.“ Er, so Austermühle, habe viel Herzblut dort herein fließen lassen, doch jetzt sei der Kampf Vergangenheit.

Soda-Brücke: Wird sie demnächst abgerissen?

Unrühmliches Symbol der „Unvollendeten“ ist bis heute die „Soda“-Brücke über die Dortmunder Straße, über die die L654n einmal in Richtung Mengede führen sollte. Der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt hat noch einmal den Willen der Stadt bekräftigt, das Bauwerk möglichst rasch abreißen zu lassen. Gleichzeitig forderte er im Zusammenhang damit eine optimierte Anbindung des Neuen Hellwegs an die Dortmunder Straße.

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