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Stadthistoriker Dietmar Scholz klärt über den Nationalsozialismus auf.

NS-Gedenken

Lokalhistoriker Scholz erinnert an Nazi-Opfer

CASTROP Der Autor und Historiker Dietmar Scholz sprach im Bürgerhaus über die nationalsozialistische Vergangenheit Castrop-Rauxels. Zu der Informatiosveranstaltung hatten alle Castrop-Rauxeler Jugendparteien gemeinsam eingeladen.

„Es ist wichtig, dass die Menschen eine Wachsamkeit gegen die Wiederholung solcher Taten entwickeln“, begann Dietmar Scholz seinen Vortrag. Genau das war das Ziel der Veranstaltung: An die Taten der Nazis und an deren Opfer, speziell in Castrop-Rauxel, zu erinnern. Die Jugendparteien Grüne Jugend, Junge Union, Junge Liberale und den Jungsozialisten hatten die Informationsveranstaltung „Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus in Castrop-Rauxel“ gemeinsam organisiert. Knapp 30 Zuhörer waren der Einladung gefolgt.

Konkrete Beispiele

Der ehemalige Lehrer Dieter Scholz ging auf einzelne Opfergruppen ein und benannte jeweils Beispiele verfolgter Castrop-Rauxeler. „Es lebten zwischen 1933 und 1942 insgesamt etwa 220 Juden in Castrop-Rauxel. Davon wurden nachweislich 81 Personen deportiert, 10 starben eines natürlichen Todes und 130 gelang die Emigration“, fasste er zusammen.

Den längsten nachweisbaren Weg der Emigration aus Deutschland legte dabei Dr. Fritz Weinberg zurück. „Er floh aus Castrop-Rauxel mit seiner Familie über Hamburg in die ehemalige Sowjetunion. Von dort aus gelangte er über Shanghai bis nach Kalifornien“, ergänzte Scholz. Am 27. Juli 1942 verließen die letzten 14 Juden die heutige Europastadt. Sie wurden deportiert. „Verschollen“ steht in den Akten.

Aus der Erinnerung die Zukunft gestalten

Dietmar Scholz will nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern verfolgt damit einen zukunftsweisenden Zweck: „Es ist zu wünschen, dass die mahnende Erinnerung zu abrufbarem Wissen wird. Dieses Wissen soll die Taten und die Zukunft mitbestimmen, um gegen zukünftigen und entstehenden Rechtsradikalismus vorgehen zu können.“ Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Teilnehmer über Gedenkstätten und Mahnmale in Castrop-Rauxel.

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