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Zum Zustand des City Trees am Hauptbahnhof gab es Fragen im Umweltausschuss.

Nach einem Monat

Braunes Moos: Sorge um den City Tree in Rauxel

RAUXEL - Seit vier Wochen steht der City Tree jetzt auf dem Berliner Platz in Rauxel. Der erste übrigens, der fest installiert ist. Nach viel Beifall gibt es nun besorgte Fragen, weil das Moos so braun ist. Macht der Stadtbaum, der die Umgebungsluft reinigen soll, etwa schon schlapp?

"Uns ist aufgefallen, dass das Moos ziemlich vergammelt aussieht", sagte Ulla Mintrop im Umweltausschuss in der vergangenen Woche. Und fragte, ob es möglicherweise nicht genug Wasser bekomme. Auch im Essener Hauptbahnhof sähe der City Tree so aus, dort stünde er allerdings drinnen, so die Kommunalpolitikerin der Grünen.

Umweltschutzkoordinatorin Karin Graf sprach davon, dass es unterschiedliche Moossorten gebe und diese auch unterschiedlich blühten. Thorsten Werth-von Kampen, Vize-Chef des Stadtbetriebs EUV, sagte, dass man bei der Geschäftsführung von Gelsenwasser Auskunft einholen wolle.

Bekanntlich ist der City Tree von Gelsenwasser den hiesigen Stadtwerken zur Verfügung gestellt worden. Die wiederum hatten sich gefreut, den als Schadstoffschlucker geltenden „Baum“ zur Verbesserung des Klimas den Bürgern kostenfrei überlassen zu können. Dass die Erfindung des jungen Start-up-Unternehmens Green City Solutions aus Berlin auf dem Berliner Platz aufgestellt wurde, hat die Politik entschieden. Auch deshalb, weil dort auf der Bahnhofstraße besonders viele LKW unterwegs sind und die Luft nicht die beste ist.

"So sah er von Anfang an aus"

Parallel hat sich die Umweltausschussvorsitzende Notburga Henke (Grüne) an die Stadtwerke gewandt und dort um Auskunft gebeten. „Der City Tree sieht zwar zunächst grün aus, weil da ein Dickblatt-Gewächs über dem Moos wächst“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Aber darunter sehe es eben sehr braun aus. „Da denke ich doch sofort an des Kaisers neue Kleider“, fügte sie hinzu.

Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Langensiepen nahm den City Tree in Augenschein und befand: „So sah er von Anfang an aus. Also mit diesen kräftig grünen Pflanzen.“ Das Moos darunter sei an einigen Stellen zwar in der Tat sehr braun, aber es gebe auch noch grüne.

Pflegeaufwand eigentlich gering

Langensiepen hat sich, um Näheres in Erfahrung zu bringen, an Green City Solution gewandt. „Kein Grund zur Aufregung“, erklärte er auf Anfrage unserer Redaktion. Solange sich noch grünes Moos am City Tree befinde, gebe es auch keinen Grund, es vielleicht auszutauschen. „Ich glaube an diese Sache“, so Langensiepen, es sei halt eine Innovation, die auch schief gehen könne.

Natürlich sollte man irgendwann ein Fazit ziehen, vielleicht in einem halben Jahr. „Aber bitte erst ein bisschen piano an die Sache herangehen“, sagt er. Der Pflegeaufwand für den City Tree sei eigentlich gering und er werde über einen extra gelegten Wasseranschluss automatisch gewässert.

Keine richtige Verbindung

Auch unsere Redaktion hat vor über einer Woche den Kontakt zu Green City Solutions gesucht. Die Antwort bekamen wir am Donnerstag: Das braune Moos, schreibt Tina Hensel, habe keine richtige Verbindung zu den fest sitzenden Moosen und könnte kein Wasser mehr transportieren. Grund zur Sorge gebe es nicht, solange die Moose darunter schön grün seien. Notburga Henke überprüft das.

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