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Das gehört für den Kampfmittelräumdienst dazu: ein Foto nach der erfolgreichen Entschärfung mit dem stillgelegten Blindgänger. Volker Lenz macht diesen Job seit 30 Jahren.

Alle Sperrungen aufgehoben

Bombe auf Schwerin erfolgreich entschärft

SCHWERIN - Erfolgreich ist am Montagnachmittag auf Schwerin eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Ab 13 Uhr wurden bis zu 1000 Menschen aus dem Gebiet rund um den Hammerkopfturm evakuiert, ehe der Kampfmittelbeseitiger an die Arbeit ging. Mit einem kurzen Knall setzte er der Bombe ein Ende.

Update, 17.30 Uhr: Entschärfung erfolgreich

Nach Ansicht von Volker Lenz vom Kampfmittelräumdienst ist die Entschärfung erfolgreich verlaufen:

Update, 17 Uhr: Der Zünder knallt

Das war der Knall, der ein gutes Zeichen ist: Der Zünder ist soeben detoniert. Das bedeutet: Der Kampfmittelräumdienst hat ihn nach der Demontage von der Bombe selbst sicher und kontrolliert zwischen Dämmmaterial entschärft. Die Sperrzone wird aber noch nicht aufgehoben. Dafür braucht es erst das Okay des Kampfmittelräumdienstes, der dann über das Ordnungsamt und die Feuerwehr und THW weitergegeben wird.

Update, 16.55 Uhr:

"Geschätzt 18 Uhr": Das ist die Antwort, die man an den Absperrungen immer wieder hört. Der THW informiert dort die Leute, die in ihre Wohnungen zurückkehren möchten. Viele Bewohner haben noch gar nicht mitbekommen, dass hier heute eine Bombe entschärft wird. Sie kommen von der Arbeit oder anderswo heim und müssen nun warten.

Update, 16.50 Uhr: Die Sperrzone ist geräumt

Sie nennen ihn schon den "Bomben-Dieter": Dieter Gerth ist beim Ordnungsamt der Stadt tätig und bei der Feuerwehr - und hat soeben per Telefon grünes Licht gegeben. Das heißt: Jetzt kann der Kampfmittelräumdienst loslegen. Volker Lenz wird gleich den Zünder mitsamt Detonator von der fast 250 Kilo schweren Bombe trennen. Dann wird er zwischen Torfsäcken diesen Zünder sprengen - das könnte auch für einen Knall sorgen. Das heißt aber nicht, dass die Bombe detoniert ist. Das tut der Kampfmittelbeseitigungsdienst nur, weil der Zünder bei einem Transport gegebenenfalls detonieren könnte. Darum sprengt man ihn, ein Teil mit nur ein paar Gramm Sprengstoff, selbst noch am Fundort. Dazu legt man ihn zwischen Torfsäcke. Dadurch wird die Sprengung gedämpft. Gerth sagt: "Wir sind sicher, dass die Sperrzone komplett geräumt ist." Dazu haben die Helfer alle Häuser abgeklappert und die Bewohner aus den Wohnungen evakuiert.

Die letzten Rettungswagen verlassen die Sperrzone. Die Einsatzkräfte sind auch in Sicherheit. Nun ist nur noch der Kampfmittelbeseitigungsdienst im Radius von 250 Metern. Aus rund 150 Metern und aus der Deckung, wie er uns sagte, wird Volker Lenz gleich am Zünder schrauben. Dazu hat er diese Drahtseil-Rolle am Zünder angebracht.

Update, 16.20 Uhr: Kurz vor der Entschärfung

Wir sind jetzt direkt am Rande der Sperrzone. Nach einem Gespräch mit Heiner Holtkotte, Sprecher der Feuerwehr Castrop-Rauxel, direkt am Fundort haben wir uns aus dem Sperrgebiet begeben. Vorher hatten wir noch Gelegenheit, mit Volker Lenz zu sprechen. Das ist der Mann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg, der gleich die Bombe aus 150 Meter Distanz entschärfen wird. Aus der Deckung, wie er selbst sagt. Denn bei dieser Bombe, die eigentlich eine ganz übliche sei, sei die Position nach dem Aufschlag recht speziell. Er ist trotzdem guter Dinge - er mache den Job schon seit 30 Jahren.

Update, 15 Uhr: Straßensperrungen

Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich laut Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann um die zweite oder dritte dieser Art in diesem Jahr. „Am Montagvormittag wurde probegebohrt. Im besten Fall hätte es auch sein können, dass es sich nur um ein Rohr handelt“, sagte Hilleringmann. Dem war aber bekanntlich nicht so.

Die Feuerwehr bereitete schnell Infozettel für die betroffenen Anwohner vor, die noch am Vormittag an die Haushalte verteilt wurden. Die Feuerwehr hat die Zahl der Menschen, die aus ihren Häusern müssen, mittlerweile auf bis zu 1000 reduziert. Diese Zahl ist laut Hilleringmann gar nicht so ungewöhnlich. Bei einer Zehn-Zentner-Bombe hätte ein Radius von 500 Metern evakuiert werden müssen.

Auch bei den Uhrzeiten korrigiert sich die Feuerwehr: Mit Straßensperrungen ist ab 16 Uhr zu rechnen, um 16.30 Uhr soll die Bombe dann entschärft werden. Die Menschen, die für die Zeit der Evakuierung ihre Häuser verlassen müssen, kommen im Café Pause an der Bodelschwingher Straße 35 unter.

Diese Straßen und Straßenzüge liegen im Bereich, der bis 16 Uhr frei sein muss:

  1. Habichtseck (komplett)
  2. Bergstraße (zwischen Mittelstraße und Rieperbergstraße)
  3. Rieperbergstraße (zwischen Wald am Haus Nr. 86 bis Mittelstraße)
  4. Mittelstraße (zwischen Rieperbergstraße, Bodelschwingher Straße und Bergstraße)
  5. Bodelschwingher Straße (zwischen Rieperbergstraße, Mittelstraße, Am Hasenwinkel)
  6. Am Hasenwinkel (nur die ungeraden Hausnummern)
  7. Heinrichstraße (zwischen Sperberstraße und Wald am Hammerkopfturm, Nr. 1 bis 43)
  8. der Hammerkopfturm und das umliegende Gelände
  9. das Waldgelände Rieperberg

Der Kindergarten Swabedoo liegt auch im Evakuierungsradius der Bombe. Die Kita muss um 16 Uhr geräumt sein, berichtet Leiterin Kerstin Grün auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Kinder müssen eigentlich bis 16 Uhr abgeholt sein. Die Straßen werden aber schon ab 15 Uhr gesperrt. Bis gerade waren noch etwa 20 Kinder da – wir schaffen das, aber versuchen gerade, alle Eltern zu erreichen, dass sie schnell ihre Kinder abholen.“

Das ist der Evakuierungsradius:

Grafik: Stadt Castrop-Rauxel

Der Kiosk direkt am Hammerkopfturm (Getränkeshop Lesny) hatte gerade Mittagspause. Als Mitarbeiterin Petra Vierhaus wieder öffnen wollte, da wurde sie von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerk angesprochen, dass das nur vorübergehend gehe. „Wir gehen dann gleich also alle zur Absperrung“, sagte sie im Telefonat mit unserer Redaktion. „Die Straße ist zurzeit schon wie tot“, meinte sie. „Wir wissen das aber erst seit einer halben Stunde“, so Vierhaus weiter. Nach der Entschärfung wolle sie das Geschäft, das bis 20 Uhr geöffnet hat, ganz normal wieder aufmachen.

Erstmeldung:

Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt am Montagnachmittag die Feuerwehr in Castrop-Rauxel. „Luftbildaufnahmen haben den Verdacht aufkommen lassen, dass an der Straße am Habichtseck auf Schwerin noch eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg liegt“, sagte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann. Probebohrungen hatten den Verdacht dann bestätigt. Die Entschärfung der Bombe soll um 16 Uhr starten.

1200 Menschen werden evakuiert

In einem Radius von 250 Metern müssen die Häuser evakuiert werden. „Davon sind rund 1200 Menschen betroffen“, sagte Hilleringmann. Die Evakuierung hatte bereits um 13 Uhr begonnen. Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine Fünf-Zentner-Bombe.

Bereits jetzt kann es durch die Evakuierung und die vielen Einsatzfahrzeuge zu Behinderungen im Straßenverkehr kommen. Etwa ab 15 Uhr soll es laut Pressestelle der Stadt auch Straßensperrungen geben.

Wir berichten laufend weiter.

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