+
Das Mahnmal an der Dortmunder Straße Ecke Hellweg ist nicht gerade in einem ansehnlichen Zustand.

Stadt ist Besitzer

Schweriner Erster-Weltkriegs-Mahnmal verwahrlost

Schwerin - Sie erinnern an schlimme Ereignisse, bekommen aber nur selten Aufmerksamkeit: Mahnmale wie das auf Schwerin, das inzwischen ziemlich verwahrlost ist. Fraglich, warum die Stadt es in so einem schlechten Zustand belässt. Hat sie es gar vergessen?

Etwas verwahrlost und verloren steht es da, das Mahnmal an der Dortmunder Straße / Ecke Hellweg. Große Beachtung schenken ihm die Autofahrer beim Vorbeifahren nicht. Auch nicht beim Halten an der Ampel. Dazu wirkt die über zwei Meter hohe Steinsäule direkt hinter den Schildern, die den Weg Richtung Dortmund, Bochum, Merklinde und Frohlinde weisen, dann wohl doch zu unscheinbar.

Einem unserer Leser, der nicht genannt werden möchte, ist das Mahnmal mit dem Schriftzug „1914-1918“ allerdings durchaus aufgefallen – wegen des ungepflegten Zustands, in dem es sich befindet. Die sechs Stufen davor sind dicht mit Moos bewachsen, neben den Stufen und am Fuß des Mahnmals sprießt Unkraut.

Erbaut in den 30er-Jahren

„Wie kann man so etwas bloß so verwahrlosen lassen“, fragt der Leser. Wir fragten bei der Stadt nach, was es mit dem Bauwerk auf sich hat. Das Ergebnis: Es handelt sich um eines von insgesamt drei Mahnmalen, die in den 30er-Jahren in Castrop-Rauxel errichtet wurden und an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnern sollen.

Das Schweriner Exemplar war früher einmal wesentlich aufsehenerregender als heute. Auf dem Quader befand sich einst ein eisernes Kreuz, das die Inschrift „Unseren gefallenen Kameraden“ trug, jedoch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entfernt wurde.

Kein Denkmal

Unter Denkmalschutz steht das Bauwerk nicht, ist aber in Besitz der Stadt. „Bei der Verkehrssicherungspflicht wird es regelmäßig kontrolliert, kann aber wegen der schwierigen personellen und finanziellen Situation der Stadtverwaltung nur unregelmäßig gepflegt werden“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage unserer Redaktion. Wann dort ein nächster Freischnitt und möglicherweise auch eine erneute Reinigung erfolgt, sei deshalb noch nicht abzusehen. Es stehe nicht gerade weit oben auf der Prioritätenliste.

Vor gut fünf Jahren hatte die Stadt die zu pflegenden Flächen kategorisiert. Bürger können dem Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen jedoch weitere Vorschläge einreichen. Zudem besteht die Möglichkeit, Patenschaften für bestimmte Flächen zu übernehmen – etwa Pflanzenbeete.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Acht Verletzte - Polizeieinsatz bei Auswärtsspiel des SV Herta bei Westfalia Vinnum
Acht Verletzte - Polizeieinsatz bei Auswärtsspiel des SV Herta bei Westfalia Vinnum
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion
Waltrop, Langendorf und der Schildbürgerstreich der Planungsbehörde
Waltrop, Langendorf und der Schildbürgerstreich der Planungsbehörde
Marl entdeckt seinen neuen Volkssport und der Gewinner trainiert beim Olympiasieger
Marl entdeckt seinen neuen Volkssport und der Gewinner trainiert beim Olympiasieger

Kommentare