CAS Sounds - Folge 12

Darum spielen Strings & Tales rein akustisch

Castrop-Rauxel - Strings & Tales legen großen Wert auf ihr Akustik-Spiel. Sie hätten sich "entelektrifiziert", sagen sie. Dennoch will die Band Spannung erzeugen. Aber auf ganz andere Weise. Die zwölfte Folge von "CAS Sounds", unserer Video-Serie über Bands und Musiker aus Castrop-Rauxel.

Mit großer Leichtigkeit tauchen "Strings & Tales" in bedeutungsschwere Themen ein, um gleich darauf mit dichten, dennoch luftigen Gitarren-Arrangements wieder daraus aufzutauchen. Die fünfköpfige Castrop-Rauxeler Band hat sich bewusst für eine akustische Instrumentierung entschieden.

Ganz ohne Elektrizität funktioniert es aber nicht. Schließlich suchen Strings & Tales stets den Draht zum Publikum, wollen Spannung erzeugen - um mal im sprachlichen Bild zu bleiben.

"Wir treten meist vor Leuten auf, die uns noch nie gehört haben", erklärt Sänger Ludger Becker, "aber wir wollen das Publikum packen." Daran arbeitet die Combo nicht nur auf der Bühne. Für die Zuschauer liegen meist kleine Programmhefte bereit. Darin ist der Inhalt ihrer Songs jeweils in ein oder zwei kurzen Sätzen umrissen.

"Folk, Ballade, Country, Pop, Rock, Blues - alles drin"Auch "Phantoms of the past", den die Combo im kleinen Rauxeler Proberaum für unser CAS-Sounds-Video zum Besten gibt, ist darin knapp erklärt: "Was wäre, wenn die Schatten der Vergangenheit, Gericht halten über mich? Und mir all meine Missetaten vor Augen geführt werden?" Aber nicht immer wird es gleich existenziell. "To find words" wird im Band-Flyer mit "Worte können nicht umschreiben, was ich für Dich empfinde" skizziert.

"Es war für uns schwer, hier einen Song auszuwählen", sagt Sängerin Stefani Kramer. "Folk, Ballade, Country, Pop, Rock, Blues, alles drin", fügt Multi-Instrumentalist Tom Stock (57) hinzu, dem die Band scherzhaft "strengstes Harfenverbot" erteilt hat.

"Auch Mittelalter ist dabei, eine passende Schublade für uns gibt es nicht", so die 49-jährige Kramer. Mit musikalischen Vorbildern will man sich gar nicht aufhalten. "Man schreibt das, was einem in den Sinn kommt", sagt der 58-jährige Becker. Sein Band-Kollege Tom Stock trägt im Proberaum ein Fan-Shirt von Mark Knopfler (Dire Straits). Beide übernehmen das Songwriting bei Strings & Tales zu gleichen Teilen.

"Bin ein wenig vernarrt in unsere drei Stimmen"

Beide kannten sich bereits von ihrer Arbeitsstelle in Dortmund, fanden dort aber erst 2012 per Aushang zueinander. 2014 vervollständigte dann Martin Schäfer (66) die Band mit Cajón - eine hölzerne Klopfkiste, anstatt eines Schlagzeugs - und Percussions. Becker hatte indes bereits zuvor mit Solo-Gitarrist Michael Trottenberg (60) zusammen gespielt.

"Wenn ich einen Song schreibe", schwärmt Stock, "dann spielt Michael dazu, was ich mir erträumt habe." So sind Strings & Tales mit der aktuellen Besetzung glücklich. Drei Stimmen, drei Saiteninstrumente. "Ich bin ein wenig vernarrt, in unsere drei Stimmen", so Becker. "Ich habe hier als Gitarrist viele Freiheiten", erklärt Trottenberg. Und Kramer schließt sich für ihren Teil als Sängerin sogleich an.

"Wir haben uns bewusst entelektrifiziert", erklärt Becker - und meint damit die Instrumente. Früher, beispielsweise als Sänger der Cover-Band Phönix, habe es mit all der Technik vier Stunden gebraucht, bis alles auf- und wieder abgebaut war. Durch das Akustik-Setup schaffen es Strings & Tales das in nur einer Stunde. Doch auch rein technisch sind sie auf Elektrizität angewiesen. Alle Mikros und Instrumente - abgesehen vom Schlagwerk - hängen an einem computergesteuerten Mischpult. Bei den Auftritten kümmert sich Steffis Ehemann Martin Kramer (49) um Licht- und Tontechnik. Ganz ohne Strom geht es halt nicht.

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