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Die Proberäume an der Wartburgstraße

Bestandsprüfung erfolglos

Proberaum-Ersatz in Castrop-Rauxel nicht in Sicht

RAUXEL - Das Aus für das Proberaum-Zentrum an der Wartburgstraße in Castrop-Rauxel rückt näher. Bis April gilt die Zusage von Verwalter Trudewig, dann könnte der Abriss folgen. Ein Problem für rund 50 Bands und zwei Bewohner. Jetzt reagiert die Politik - ohne konkretes Ergebnis. Dabei gibt es noch Optionen.

Alle Fraktionen hatten die Verwaltung schon Ende Juni gemeinsam beauftragt, zu prüfen, welche Räume in der Stadt für Musiker und Bands nutzbar wären. Ergebnis: keine.

Eigentümer: "Letztes Wort noch nicht gesprochen"

Die Verwaltung habe laut dem Beigeordnetem Michael Eckhardt den Bestand geprüft und keine leer stehenden und geeigneten Gebäude oder einzelne Räume ausmachen können. „Aber der Eigentümer hat mich noch am Mittwochmorgen angerufen und gebeten, hier zu sagen, dass die letzte Messe noch nicht gelesen ist.“

Es gebe eine Bau-Voranfrage für das Gelände, das im Besitz der Eigentümergemeinschaft Trudewig / Küper ist. Ein Investor will hier möglicherweise den Neubau eines Discounters realisieren – in direkter Nachbarschaft zu Aldi und ganz in der Nähe von Real, K+K und Netto.

Proberäume haben schwierigen Stand

Weder im Berufsbildungszentrum Dingen noch in anderen Schulgebäuden gebe es die Möglichkeit, Proberäume zu finden. Zumal in den Räumen ja oft viel Technik und zum Teil teure Instrumente lagerten und eine gewisse Lautstärke davon ausgehe.

Die einst leer stehende Harkortschule in Merklinde, über die man mal als Bürger- und Kulturzentrum nachgedacht habe, sei zum Beispiel auch neu genutzt: Dort leben geflüchtete Menschen. „Wir würden uns freuen“, so Eckhardt, „wenn irgendwann ein Privater auf uns zukäme, der Platz hat.“

Ist das Dehner-Gelände eine Option?

Diesen Satz versah Eckhardt auch mit einem Hinweis an Investor Mirsad Freiberg, der am Dienstag im Wirtschaftsförderungsausschuss die Frage aus der CDU-Fraktion gestellt bekommen hatte, ob er im ehemaligen Gartencenter Dehner Bands Platz zum Proben bereitstellen könne. Freiberg sagte auf Jan Cornelys Anfrage, er sei „offen für alles – genug Fläche ist ja vorhanden“. Charmant daran wäre: Das Gebäude ist direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite.

Viele Vorschläge sind keine Option:

  1. Der Bunker an der Lönsstraße , den die FWI ins Spiel brachte: zu marode und gefährlich.
  2. Jeder Schule einen Raum für eine Band, wie die Grünen vorschlugen: sowieso schon Enge und keine leeren Räume, auch nachmittags nicht.
  3. Leer stehender Aldi in der Kleinen Lönsstraße: auf Private sei man selbst bisher nicht zugegangen, so Eckhardt, da müssten sich die Bands selbst mit den Besitzern einig werden.
  4. Das Fuhrpark-Gelände , wie die Linke einwarf: „Da ist ein Abriss geplant, aber die Abrissgenehmigung ist noch nicht raus, weil wir dazu erst ein Neu-Nutzungskonzept brauchen“, so Frank Neuschulz vom Immobilienmanagement der Stadtverwaltung. „Die Räume sind aber aktuell nicht nutzbar.“

Lösung Gesamtschule Ickern?

Und die Gesamtschule in Ickern mit ihren großen Kellern, die ja bald ausläuft, wie Malte Fercke (SPD) bemerkte? Eine ganz gute Idee, wie das Kopfnicken an den Tischen in allen Fraktionen belegte. Der Beschluss, der einstimmig gefasst wurde, ist ein Auftrag an die Stadt, Möglichkeiten zu prüfen und Kosten darzustellen. Das hat sie aber eigentlich schon getan.

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