Stadtteilspaziergang

Acht Stationen: Mit dem Bürgermeister auf Schwerin

SCHWERIN - Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja nutzt die Zeit in den Ferien für viele eher lockere Termine außerhalb. Die Stadtteilspaziergänge sind eine Aktion davon. Am Donnerstag ging es durch Schwerin: Wir haben auf einer Karte verzeichnet, welche acht Stationen dabei im Fokus standen und erklären, was dort diskutiert wurde.

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Vom Kreisverkehr auf Schwerin den Berg herunter in Richtung Altstadt ist Bürgermeister Rajko Kravanja am Donnerstag spaziert. 30 Teilnehmer waren mit ihm auf Stadtteiltour vom Standort des neuen Mevlana-Gemeindezentrums bis zum Gondelteich unterwegs:

1. Mevlana-Gemeindezentrum

Noch liegt Schutt vor den großen Flügeltüren und den Fenstern. Aber der große Raum vermittelt schon ein Gefühl der Helle und ein bisschen Vorfreude auf das Café mit großer Terrasse, das die Mevlana-Gemeinde direkt mit Blick auf den Kreisel am Neuroder Platz baut.

„Richtig groß hier drinnen und alles ist so hell“, sagt auch Doris Kessebohm. Architekt Hüseyin Ümit Ince erklärt die Pläne. Viel ist noch zu tun, bis alles fertig ist, vielleicht klappt es bis Ende dieses Jahres.

Neu ist, dass die im Mai wegen der Bauarbeiten ausgefallene traditionelle Kermes, bei der gefühlt mindestens ganz Schwerin auf den Beinen ist, im Oktober nachgeholt wird. „Wichtig ist hier der soziale Austausch“, sagt Ince. Und fügt hinzu: „Dass wir uns noch besser kennenlernen.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Katrin Lasser hakt nach: „Bleibt es dabei, dass ein Schwerpunkt auf Jugendarbeit gelegt wird?“ Sie hat die Vernetzung im Blick, die Zusammenarbeit mit dem Café Frosch, denn das Dietrich-Bonhoeffer-Haus platzt räumlich aus den Nähten. Und im Mevlana-Gemeindezentrum gibt es viele Räume. Auch zum Anmieten für Seminare. „Ich halte das für einen guten Bestandteil des Konzepts“, sagt Lasser.

Auf die Frage, wie teuer das ganze Projekt auf dem ehemaligen Balo-Grundstück sei, antwortet Ahmet Uzuntas, Sekretär im Vorstand der muslimischen Gemeinde. 250.000 Euro fürs Grundstück hat man bezahlt, fast 400.000 Euro sind an Spenden reingekommen, auch aus anderen Gemeinden und vom Ditib-Dachverband. Jede Menge Muskelkraft kommt oben drauf. Zukunftsmusik ist An- oder Neubau einer Moschee, auch aus finanziellen Gründen. Die alte an der Bodelschwingher Straße würde dann verkauft.

2. Westhofenstraße

Nächster Stopp: Die Baustelle an der Westhofenstraße, wo 20 Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. Die Grundstücke auf dem ehemaligen Grabeland der katholischen Kirchengemeinde waren ratzfatz verkauft.

3. Container der Flüchtlingshilfe

Nächste Station Cottenburgschule: Heute ist Ausgabetag im Container der Flüchtlingshilfe auf dem Schulhofgelände. Wer Not hat, und das sind nicht nur Flüchtlinge, kann sich im Haushaltswarenlager bedienen. „Wir können immer alles an Spenden gebrauchen“, sagt Silke Berten-Buchwald. Ja, auch die Gummstiefel für Kinder, von denen der ehemalige Feuerwehrchef Wolfgang Kessebohm noch fünf Paar in seiner Garage hat. Es gibt einen festen Helferstamm von 20 Leuten, darunter sind auch Syrer und Iraker. Spenden können immer dienstags von 17 bis 19 Uhr abgegeben werden. „Unser Dank gilt der Flüchtlingshilfe für ihr ehrenamtliches Engagement,“ sagt Rajko Kravanja.

4. Schulhof der Cottenburgschule

Auf dem Schulhof der Cottenburgschule fährt er fort: „Kinder, Jugend, Bildung, das sind die drei Schwerpunkte unserer Arbeit.“ Und eine große Herausforderung. Längst sind die Zahlen von Schulentwicklungsplaner Hubertus Schober überholt, Castrop-Rauxel hat viel mehr Schulkinder als vor einigen Jahren prognostiziert. Und es wird überlegt, wie und wo weiterer Schulraum geschaffen werden kann. Die OGS-Zahlen lagen mal bei 24 Prozent, heute werden 80 Prozent aller Kinder dafür angemeldet.

Der Bürgermeister sagt zur Landtagsabgeordneten Lisa Kapteinat (SPD): „Wir könnten da mehr Unterstützung gebrauchen.“ An der Cottenburgschule sind von 100 Plätzen 94 vergeben. „Ein bisschen Luft ist da also noch“, sagt Beate Kruck, Abteilungsleiterin im Bereich Schule der Stadt. An der Cottenburgschule, an der im vergangenen Jahr ausnahmsweise drei Eingangsklassen gebildet wurden, ist auch die Stelle angesiedelt, die Anlaufadresse für Flüchtlinge ist, wenn es um die Verteilung der Schulkinder geht.

5. Am Landwehrbach

Runter geht es die Cottenburgstraße und dann rein auf einen der schönsten Spazierwege, die unsere Stadt zu bieten hat. Entlang des renaturierten Landwehrbachs, wo vor fast 15 Jahren noch große Sorge über die künftige Entwicklung herrschte. Jetzt ist längst alles im grünen Bereich.

6. Eisenbahnbrücke der Emschertalbahn

Nächster Stopp am Fuß der Rennbahn vor der Eisenbahnbrücke der Emschertalbahn: EUV-Chef Michael Werner verweist auf ein riesiges Bauprojekt im Zuge des Emscher-Umbaus, das noch zu schultern ist. Es geht um den weiteren Verlauf des Landwehrbachs bis er am Ende am Erinpark der Emschergenossenschaft quasi übergeben wird. Die Bauzeit dauert zwei Jahre, das Projekt kostet 10 Millionen Euro, alle Unterlagen sind zur Genehmigung eingereicht. „Die Altstadt ist schon perforiert“, so Michael Werner. Wegen der Buddelei bei der Prüfung des Untergrunds, wo die dicken Rohre genau gezogen werden können.

7. Bauprojekt an der Kemnade

In der Kemnade, an der Peripherie der Altstadt, wartet Bauherr Konstantinos Boulbos auf grünes Licht von der Bauverwaltung, damit es weitergehen kann mit einem der größten Bauprojekte, die in unserer Stadt gestemmt werden. Das neue Altenheim mit 80 Plätzen wächst schon kräftig in die Höhe, übernächste Woche ist Richtfest. Zum 25-Millionen-Euro-Projekt gehören auch 115 barrierefreie Wohnungen. „Und 15 im sozialen Wohnungsbau, für alte Menschen, die nicht soviel Geld haben“, sagt Boulbos. Architekt Klaus Winkelmann spricht davon, dass der Landwehrbach in der Ecke dann für paar Meter auch offen geführt werden soll.

8. Am Gondelteich

Die letzte Station am Gondelteich gilt der Aufnahme eines kühlen Getränks. Und einem Blick auf das grüne Wohnzimmer der Altstadt.

Rubriklistenbild: © Foto: Abi Schlehenkamp

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