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Viel los war beim Panigyri-Fest auf der Agora

Ausgelassene Party

So war das Panigyri-Sommerfest in der Agora

ICKERN - Sehr gut besucht war das „Panigyri“-Sommerfest im Kulturzentrum Agora am Samstagabend. Auch wenn düstere Regenwolken nichts Gutes verhießen, harrten die Gäste aus und feierten eine ausgelassene Party. Doch was ist Panigyri eigentlich?

„Unsere größte Sorge war tatsächlich das Wetter, denn diese Veranstaltung ist eigentlich ein Selbstläufer“, sagt Michael Chasanis, geschäftsführender Vorstand der Griechischen Gemeinde Castrop-Rauxel, Träger des Kultur- und Begegnungszentrums. Zuvor hat der „Shanty-Chor Castrop-Rauxel“ von Cornelia Straßmann mit althergebrachten und modernem „Seemannsgarn“ unterhalten.

Um 18.22 Uhr erscheint dann ein erstes, vernehmbares Donnergrollen über dem Amphitheater. Als sich dann der erste Blitz am Himmel zeigt, unterbricht die Band „The Plectones“ ihren Soundcheck. Besser eine Viertelstunde abwarten, bevor noch der Blitz in die Bühnenanlage einschlägt.

Mit einigen Minuten Verspätung kann die Ska-Band dann doch starten und kommt auf dem griechischen Gemeindefest gut an.

„Wir danken allen Gruppen, die uns hier unterstützen, mit Musik und Tanz“, sagte Zentrumsleiter Thorsten Schnelle. Und er bedankt sich damit bei den über 80 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die eine solche Veranstaltung – vom Bierverkauf bis zum Kinderschminken – überhaupt möglich machen.

Panigyri - ein Dorffest mit Tanz

Doch was bedeutet eigentlich Panigyri? Im Internet findet sich auf den ersten Blick nicht viel. In der deutschsprachigen Wikipedia schon mal gar nichts, die englischsprachige Version bietet zumindest den Begriff „historische Versammlung“. Ioannis Andronikou, zweiter Vorsitzsender, klärt uns auf: „,Panigyri‘ bedeutet so viel wie ,Dorffest mit Tanz.‘ Dazu komme noch ein wenig Heiligenverehrung, der Schutzpatronen der jeweiligen Dörfer, ist ferner dort zu hören.

Doch in Ickern ist dieses Fest, das dort 1986 erstmals gefeiert wurde, längst seinen historischen Wurzeln entwachsen – allein gemessen an den zahlreichen Besuchern ohne griechischen Hintergrund. Es ist ein Fest der Begegnung, ein Fest der Nachbarschaft. „Fast hätten wir es in diesem Jahr nicht mitgekriegt“, hören wir einen Mann im Pulk der eng gedrängten Gäste sagen. „Dabei ist das doch jedes Jahr“, erwidert eine Frau.

Zudem ist es ein Fest der Solidarität. „Wir sind froh, in finanzpolitisch schwierigen Zeiten so viele Spenden ausgeben zu können“, so der Stiftungsvorsitzende Peter Müller. So seien 300 Euro in ein Projekt für „Perspektiven für Flüchtlinge“ geflossen, mit 810 Euro fördert die Gemeinde Kochkurse für Kinder, der Löwenanteil von 2100 Euro gehe jedoch an ein Projekt zur Lese-Frühförderung. Insgesamt habe die Gemeinde in diesem Jahr rund 10 000 Euro in Spenden investiert. Kinder erobern die Bühne Doch Panigyri ist auch einfach ein Familienfest. Wenn gerade keine Band spielt, erobern Kinder die Bühne, um dort Fangen zu spielen. Und zu guter Letzt ist Panigyri auch ein Fest des Wiedersehens, beispielsweise des Wiedersehens alter Freunde, die sich in den letzten Jahren irgendwie aus den Augen verloren haben.Christian Püls Bei uns im Internet: Fotostrecke Mehr Bilder vom Fest auf www.RuhrNachrichten.de/ castrop

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