Auf den Schultern der Schützenbrüder wurde der neue Hagemer König, Martin Rüter, ins Zelt getragen.
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Auf den Schultern der Schützenbrüder wurde der neue Hagemer König, Martin Rüter, ins Zelt getragen.

Mit dem 508. Schuss

Martin (II.) Rüter regiert in Hagem

DATTELN - Es war ein spannendes und zähes Ringen gestern auf der Festwiese am Möllerskamp. Vogel Clemens I. erwies sich als äußerst widerspenstig, was sogar seinen Erbauer Norbert Sobbe ein wenig verwunderte. Insgesamt 508 Schuss, davon 150 mit Kleinkalibermunition hielt der hölzerne Aar aus, bis Martin Rüter um 16.10 Uhr den finalen Schuss setzte.

Zuvor hatte Martin Dördelmann angelegt und Clemens I. wackelte schon beträchtlich.Fünf ernsthafte Anwärter gaben sich zum Schluss Schlag auf Schlag das Gewehr in die Hand: Vorsitzender Christian Rusche, Geschäftsführer Detlef Grzana, Bataillonsschießwart Martin Dördelmann, 2. Vorsitzender Martin Rüter und Schatzmeister Michael Piotrowski. Alle wurden von den zahlreichen Zuschauern immer wieder angefeuert. Nach dem Start um 10.30 Uhr wurde von allen Gildenmitgliedern zunächst auf die Insignien angelegt. Um 11.03 holte Heinz-Josef Pöther die Krone, das Zepter ging um 11.33 Uhr an Ex-König Rüdiger Wagner, den Apfel sicherte sich Wilhelm Findt (11.44 Uhr). Der schon zerfledderte linke Flügel ging um 12.33 Uhr an Lothar Stasch, der Rest vom rechten um 13.23 an Reinhard Jökel. Nach einer Pause, bei der sich alle mit einer kräftigen Gulaschsuppe stärken konnten, trauten manche Festbesucher ihren Augen nicht. Bis um 14 Uhr gingen 20 Schützen an die Vogelstange. „Das hat es bei uns schon ewig nicht mehr gegen,“ freute sich Christian Rusche. Bis kurz vor 15 Uhr waren es noch 13 Anwärter, die die Nachfolge von König Jürgen I. (Wagner) anstrebten.

Die Verantwortlichen der Gilde waren sichtlich erleichtert, als sie bei hochsommerlichen Temperaturen nach dem Festumzug am Samstagnachmittag die „Tankstelle“ im Festzelt am Möllerskamp stürmen konnten. Die Schützen der ausrichtenden Gilde Hagem und ihre Gäste mit Majestäten und Fahnenabordnungen der Stadtgilde 1397, der Bürgerschützengilde Meckinghoven, des Bürgerschützenvereins Horneburg, die Grünröcke aus Ahsen und die „Schwarzkittel“ des Bergmannsvereins Bergmannsglück sowie die mit- marschierenden Musikerinnen und Musiker waren doch ganz gewaltig ins Schwitzen geraten. Dabei hatte man im Vorfeld mit Sorgenfalten auf der Stirn die Wetterprognosen verfolgt, die Gewitter und Starkregen vorhersagten. Glücklicherweise blieb es sowohl am Freitag zum Auftakt des Schützenfestes, als auch Samstag und Sonntag zumindest von oben trocken. Nach dem Festumzug konnte die Hagemer Gilde im Festzelt die Glückwünsche der Nachbarvereine zum 90-jährigen Bestehen entgegennehmen. Christian Rusche bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, die ihn im Vorfeld tatkräftig unterstützt hatten: „Ich bin stolz, dass ich Euch an meiner Seite weiß.“ Für einige Minuten kehrte Ruhe ein, als an die verstorbene Königin Renate Tiemann erinnert wurde. Sie sei in vielen Belangen das Herz der Schützengilde gewesen.

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