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Katja Vester wäre dem Streit um das Grab ihrer Eltern gerne aus dem Weg gegangen, die Friedhofssatzung hat das aber verhindert.

Friedhof

Streit um das Grab der eigenen Eltern: Nur Gerichtsurteil bringt etwas Ruhe 

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Um ihren Eltern den letzten Wunsch zu erfüllen, begann Katja Vester einen großen Fehler. Zehn Jahre lang gab es Ärger mit der Familie um die Ruhestätte - bis der Streit vor Gericht landete. 

Eigentlich ist der Hauptfriedhof in Datteln für Katja Vester ein Ort zum Trauern. Doch gleichermaßen erinnert sie dieser Ort an den ganzen Ärger, mit dem sie seit elf Jahren zu kämpfen hat. 

Friedhof in Datteln: Ruhestätte für beide Eltern

Katja Vesters Mutter verstarb im Jahr 2008. Vesters Familie nahm das Angebot ihrer Tante und ihres Onkels wahr, die Urne der Mutter auf der Grabstätte ihres früh verstorbenen Cousins beisetzen zu lassen. Doch diese Entscheidung war ein großer Fehler. „Immer wieder gab es Streitigkeiten um die Bepflanzung des Grabes. Es wurden Blumen herausgerissen oder ausgegraben und daneben gelegt“, sagt Katja Vester. 

2018 verstarb auch ihr Vater - und Katja Vester wandte sich erneut an ihre Verwandten, denn der letzte Wunsch des Vaters war es, neben seiner Frau beerdigt zu werden. 

Stadt Datteln stimmte einer Umbettung nicht zu

Eigentlich wollte Katja Vester, dass die Urne ihrer Mutter umgebettet wird, um weiteren Streitereien aus dem Weg zu gehen, doch dies sei laut Stadt Datteln nicht möglich.  Die Stadt verweist auf die „Störung der Totenruhe“. Das bestätigt Stadtsprecher Dirk Lehmanski: „Laut Friedhofssatzung ist eine Umbettung nur in Ausnahmefällen gestattet. Das wären gerichtliche oder behördliche Anordnungen.“

So blieb Katja Vester keine Wahl und sie beerdigte ihren Vater in einer Urne neben ihrer Mutter. Der Streit mit den Verwandten wurde jedoch immer schlimmer. Vester stellte ein Herz aus Ton zur Dekoration auf – ihre Familie entfernte es. Sie schmückte das Grab für ihren Vater in blau-weißen Schalke-Farben – beim nächsten Besuch war alles verschwunden. „Ich wurde richtig bedroht“, sagt Vester.

Nach Streit um Grabstätte auf Friedhof in Datteln zieht Betroffene vor Gericht

Vester ließ sich juristisch beraten und klagte gegen ihren Cousin, der im Namen seiner Eltern das Grab betreut. Und das Amtsgericht Lüdinghausen gab Katja Vester im Urteilsbeschluss recht: Auch wenn das Grab bis 2029 der Familie ihrer Tante und ihres Onkels gehört, darf Katja Vester Grabschmuck aufstellen. Denn Vester hat laut dem Gericht das Totenfürsorgerecht für ihre Eltern und ist für die Pflege und Instandhaltung des Grabes ihrer Eltern zuständig.

Seit dem Urteil herrscht Ruhe in der Familie, jedoch ist sich Vester sicher: Der Streit ist noch nicht vorbei. 

Vor einigen Wochen raubten Täter Grabschmuck vom Friedhof.

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