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Dr. Pia Aumeier (li.) von der Ruhr-Uni Bochum und Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus, präsentieren einen der insgesamt 18 Bienenstöcke am Haus Vogelsang in Ahsen.

Bienen

Ahsener Bienen im Dienst der Wissenschaft

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DATTELN - Um zu forschen, welche Auswirkungen Pflanzenschutzmittel auf Honigbienen haben, sind 18 Bienenvölker am Haus Vogelsang untergebracht.

Wenig Betrieb herrscht zurzeit rund um die 18 Bienenstöcke, die seit dem Sommer neben der Landschaftsagentur Plus im Haus Vogelsang untergebracht sind. Mit ordentlich Winterfutter aus Zuckerwasser und Honig halten sich die zahlreichen Bienen in ihrem Stock gegenseitig warm. Dass ihr Heim nun in Ahsen steht, verdanken sie der AG Verhaltensbiologie und Didaktik der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum. Diese will mögliche Nebeneffekte von Pflanzenschutzmittel auf die Bienen-Bevölkerung untersuchen.

Haben Pestizide Auswirkungen?

Zuvor waren die 18 Bienenstöcke an drei verschiedenen Standorten untergebracht. Ein Drittel der Bienen stammt aus einer naturbelassenen Umgebung, die beiden anderen Drittel waren zuvor in einem landwirtschaftlichen Umfeld untergebracht, wo unter anderem mit Pestiziden gearbeitet wurde. „Wir wollen nun herausfinden, ob und inwieweit die Pestizide Auswirkungen auf die Honigbiene haben“, erklärt Dr. Pia Aumeier von der Ruhr-Universität den Versuchsaufbau.

Noch weitere Monate läuft das Forschungsprojekt, dann werden Erkenntnisse über die verschiedenen Populationen gesammelt. „Die Informationen, welcher Bienenstock zu den verschiedenen Standorten gehört, habe ich nicht“, sagt Aumeier. Dieses Wissen könnte ihre Forschung beeinträchtigen. „Man würde mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Forschung gehen, wodurch sie verfälscht werden könnte“, sagt sie. Seit dem Start der Forschung im Sommer konnte sie jedoch noch keine großen Unterschiede der verschiedenen Populationen erkennen.

Über den Standort in Ahsen ist Dr. Pia Aumeier mehr als glücklich. „Sonst muss ich meistens 200 Meter weit laufen, um zu den Bienenstöcken zu gelangen“, sagt sie. An den renaturierten Strecken kann sie ihr Auto jedoch keine fünf Meter vom Standort der Bienen-Domizile abstellen, was den Transport der kastenförmigen Bienenstöcke erleichtert. „Im Winter ist es einfacher, aber im Sommer sammelt sich gerne mal kiloweise Honig in den Waben“, erklärt sie. Auch die verschieden große Anzahl an Bienen in den verschiedenen Stöcken sei nicht ungewöhnlich: „Wenn man bedenkt, dass im Sommer täglich 2000 Tiere einer Population sterben, die Königin aber auch knapp 2000 Eier legt, gleichen sich diese Schwankungen sehr schnell wieder aus.“

Regionaler Honig aus Ahsen

Bei Interesse an dem regionalen Honig steht die Landschaftsagentur Plus unter Tel. 39 05 200 oder info@landschaftsagenturplus.de zur Verfügung.

Mit den zahlreichen neuen Bewohnern in der Nachbarschaft hat aber auch die Landschaftsagentur Plus so einiges vor. Verschiedene Veranstaltungen zum Thema Honigbienen sind am Standort Haus Vogelsang geplant. Und auch der vor Ort produzierte Honig soll vermarktet werden, um auf das Projekt aufmerksam zu machen, aber auch um die Erlöse der weiteren Forschung über die Honigbiene zu stecken. „Wir würden uns freuen, wenn neben Privatleuten auch Firmen und Geschäfte aus der Region durch den Honigkauf die Forschungsaktivitäten unterstützen würden“, sagt Nicole Büsing, Geschäftsführerin der Landschaftsagentur Plus.

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