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Es kann losgehen in Ahsen: Lukas Gertz, Michael Drees (Tiefbauamt), Bürgermeister André Dora, Maria Allnoch, Roland Wehn und Bernd Hölscher (alle Westnetz) stellten gestern den Breitbandausbau im Lippedorf vor.

Breitbandausbau

Der weiße Fleck verschwindet

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DATTELN - Westnetz startet mit dem Breitbandausbau im Lippedorf in der kommenden Woche. High-Speed-Surfen wird aber erst Mitte 2020 möglich sein.

Auf Dattelns Internet-Landkarte ist Ahsen noch ein weißer Fleck. Das Unternehmen Westnetz wird das im Auftrag der innogy TelNet ändern. Am Mittwochmorgen gab es den symbolischen Startschuss für den Breitbandausbau im Lippedorf. Bis die Ahsener allerdings in den Genuss des High-Speed-Netzes kommen, wird es noch längere Zeit dauern.

„Die ersten Haushalte werden voraussichtlich im zweiten Quartal des kommenden Jahres angeschlossen sein“, erläutert Projektleiter Lukas Gertz von Westnetz bei der Vorstellung des Projektes gegenüber unserer Redaktion. Im dritten Quartal 2020 soll das Dorf dann komplett am Netz sein.

15 Kilometer Glasfaser

Bis dahin wird in Ahsen ordentlich gebuddelt. Auf einer Länge von sechs Kilometern wird es Tiefbauarbeiten geben. „Wir graben quasi Ahsen einmal um“, so Gertz augenzwinkernd. 15 Kilometer Glasfaserkabel werden dabei verlegt und fünf Verteilerkästen errichtet. Das wird zwangsläufig auch zu Verkehrsbehinderungen führen, für die Westnetz vorab um Verständnis bittet.

Die High-Speed-Versorgung erhält Ahsen von der Westnetz-Zentrale an der Aachener Straße. Dafür nutzt Westnetz ein schon im Boden liegendes Kabel eines anderen Anbieters entlang des Kanals, für das das Unternehmen Miete zahlt. Das Herzstück des Ahsener Glasfaser-Netzes – in der Fachsprache Point of Presence genannt – wird in die inzwischen nicht mehr benötigte 10-KV-Strom-Trafostation an der Ecke Ahsener/Recklinghäuser Straße eingebaut.

Nachdem das Voranmeldeverfahren für das schnelle Netz bei den Ahsener Bürgern im letzten Jahr eher schleppend startete, ist inzwischen eine bemerkenswerte Anschlussquote erreicht. Rund 40 Prozent der Haushalte mussten mitmachen, damit es sich für Westnetz rechnet. Inzwischen haben rund 270 Haushalte den Glasfaser-Anschluss bestellt. „Das sind rund 80 Prozent“, so der Projektleiter weiter.

Ein Indiz dafür, wie dringend die Ahsener auf diesen Quantensprung in Sachen Internet gewartet haben. Denn zurzeit wird im Lippedorf gerade mal mit 6 Mbit/s gesurft. Wenn Ahsen am Netz ist, stehen zunächst Bandbreiten von 60 bis 300 Mbit/s im Download zur Verfügung. Rund 60 Prozent der Ahsener haben sich für das 120-Mbit/s-Datenpaket angemeldet. Später sind auch Übertragungsraten von einem Gigabit möglich. Aber das, so Gertz, sei jetzt noch Zukunftsmusik. Für Gewerbekunden gibt es zudem einen besonderen Tarif, der synchron im Down- und Upload 250, bzw. 500 Mbit/s zur Verfügung stellt.

Wie der Projektleiter weiter ausführt, habe Westnetz die Planungen so gestaltet, dass auch später zum Beispiel aktuell noch unbebaute Grundstücke angeschlossen werden können. Gleiches gilt für Haushalte, die jetzt noch keinen Anschluss beantragt haben. Für die wird es nach erfolgtem Bauabschluss dann aber etwas teurer, als für jene, die sich im Vorfeld angemeldet habe. Die zahlen nur den jeweiligen Tarif, für den sie sich entschieden haben.

Arbeiten starten nächste Woche

Glasfaser bis ins Haus Im Lippedorf wird es einen sogenannten FTTB-Ausbau („Fiber To The Building“ – Anschluss bis ans Haus) geben. Das ermöglicht Bandbreiten im Gigabit-Bereich. Beim übrigen Breitbandausbau in Datteln hat Westnetz dagegen das Vectoring-Verfahren eingesetzt. Hier läuft das Glasfaserkabel bis in den Verteilerkasten, die letzten Meter ins Haus werden per Kupferkabel überbrückt, was die Geschwindigkeit reduziert.

Die Tiefbauarbeiten sollen in der nächsten Woche starten. Die beauftragte Baufirma ist in der Spitze mit 40 Mann in Ahsen im Einsatz. Eigentlich sollte schon in der letzten Woche begonnen werden. Bei den Minusgraden besteht allerdings die Gefahr, dass das gefrorene Pflaster beschädigt wird. Die Tiefbauarbeiten sollen bis zum vierten Quartal 2019 beendet sein.

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