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Eine spektakuläre Landmarke ist die rund 450 Meter lange Lippe-Schleife geworden, die nun bei Haus Vogelsang geöffnet wurde. Sie bringt neuen Schwung in den Flusslauf.

Haus Vogelsang

Fluss-Schleife des Lippeverbandes wurde geöffnet

Datteln - Eine imposante Landmarke ist jetzt in der Lippe bei Haus Vogelsang entstanden: Eine 450 Meter lange Fluss-Schleife bringt neuen Schwung ins Gewässer.

Keinen Meilenstein, sondern eine Meilenschleife kann der Lippeverband bei seinem Großprojekt Lippe-Renaturierung Haus Vogelsang verzeichnen. Wo die Lippe bislang recht gerade verlief, hat der Lippeverband in den letzten vier Monaten eine naturnahe Fluss-Schleife angelegt, die nun geöffnet wurde. Durch das neue Flussbett strömt jetzt nach und nach das Lippewasser. Bagger verfüllen den ursprünglichen Streckenverlauf in den nächsten vier Wochen mit rund 50.000 Kubikmeter Bodenmaterial. Aufgrund der Baustelle bleiben der alte Lippelauf und die neue Lippeschleife weiterhin für Kanufahrer gesperrt.

„Ganze 450 Meter ist die Lippe durch die neue Schleife nun länger geworden“, berichtet Projektleiterin Dörte Borchardt. „Außerdem haben wir in diesem Bereich die Sohle des Flusses etwas angehoben.“ Das wird dem Flachlandfluss wieder gerecht, denn aufgrund von Begradigungen im Streckenverlauf hatte sich die Lippe in den letzten Jahrzehnten immer tiefer ins Flussbett gegraben – keine guten Entwicklungsmöglichkeiten für Wasserlebewesen.

Neben Flussverlauf kann sich Auenlandschaft entwickeln

„Wir sind gespannt, wie sich die Lippe hier in den nächsten Jahren entwickelt, wenn sich das ökologische Gleichgewicht nach und nach wieder herstellt“, blickt Dörte Borchardt in die Zukunft. Außerdem kann sich neben dem Flussverlauf eine Auenlandschaft entwickeln, die zwar nicht permanent überschwemmen soll, aber in der sich die Lippe ausbreiten darf, wenn ihr Wasserstand es erfordert. Eine wichtige Einrichtung für den Hochwasserschutz, aber auch für Pflanzen und Tiere.

Die „Fluss- und Auenentwicklung Lippe Haus Vogelsang“ ist ein Teil des Lippe-Programms mit dem Ziel einer naturnahen Lippe-Renaturierung. Auf fünf Kilometern Flusslänge gestaltet der Lippeverband im Auftrag des Landes NRW dazu Uferflächen um. So entsteht eine Aue, die im Wechsel der Jahreszeiten mal Teil des Flusses, mal Uferbereich ist.

Gesamtprojekt soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein

Angelegte Flutrinnen laufen dann bei höheren Wasserständen voll, Dünen an den Ufern nähern die Flusslandschaft wieder an ihren Ursprungszustand an, zu dem auch Sandablagerungen gehören. Auf weiten Flächen legt der Lippeverband die Flussaue tiefer, damit die Lippe diese Bereiche immer wieder überfluten kann und so eine wechselfeuchte, artenreiche Landschaft entsteht. Mit Landesmitteln von rund 15 Millionen Euro sorgt der Lippeverband für eine ökologische Entwicklung von Fluss und Aue. Das Gesamtprojekt soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein.

Die Renaturierung der Lippe zwischen Olfen und Datteln ist auch Teil des Regionale-2016-Projekts „2Stromland“. In diesem Projekt arbeiten die Städte Olfen, Haltern am See und Datteln gemeinsam mit dem Lippeverband, der Haus Vogelsang GmbH, der Landschaftsagentur Plus GmbH, der Gelsenwasser AG und der RAG Montan Immobilien GmbH.

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