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Haus Vogelsang

Trockene Teiche sind im Sinne des Naturschutzes

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Datteln - Die Fischteiche am Haus Vogelsang sollen entschlammt und komplett modernisiert werden. Dazu wurden jetzt Fördergelder beantragt.

Eine große Pfütze ist alles, was von den Fischteichen in Ahsen am Haus Vogelsang nach den heißen Sommermonaten übrig geblieben ist. „Es ist ein Trauerspiel“, sagt uns eine entsetzte Leserin am Telefon. „Warum wird da denn nichts unternommen?“, fragt sie. Experte und Projektleiter Frederic Lehmkuhl von der Landschaftsagentur Plus – mit Büro im Haus Vogelsang – kann sie verstehen.

„Hier sieht es wirklich ein bisschen so aus wie in der Wüste.“ Der Boden rings um das Wasser ist ausgetrocknet und rissig. Um die Wasserstelle herum sammeln sich Fischreiher und Entenfamilien. Für den Otto Normalverbraucher sei es nur schwer zu nachzuvollziehen, dass im Teich plötzlich kein Wasser mehr sei. „Aber im Sinne des Naturschutzes gibt es keinen Grund die Teiche wieder mit Wasser zu füllen“, erklärt Lehmkuhl.

Niedriger Wasserstand gut für Entnahme von Bodenproben

Der Schaden halte sich in Grenzen, denn Fische seien kaum noch im Wasser und andere Tiere wie Vögel und Amphibien könnten mit der Trockenheit gut umgehen. Außerdem würden im Laufe des Monats noch Bodenproben entnommen werden – hierfür sei der niedrige Wasserstand sehr hilfreich, weil man sonst mit Booten auf den Teich hinausfahren müsse, um die Proben entnehmen zu können.

„Wir planen den Teich zu entschlammen“, erklärt Niels Ribbrock von der Biologischen Station Recklinghausen. Das sei etwa 20 Jahre lang nicht mehr gemacht worden und deshalb mal wieder an der Zeit. Denn es würden sich viele Elemente durch Pflanzenwachstum und Kot der Tiere ansammeln. Wenn es weniger Schlamm gebe, würde das Wasservolumen auch wieder steigen. Der aktuelle Zustand der Teiche sei aber natürlich auch durch die Dürre und Niederschlagsarmut der letzten Monate zu begründen. Würde man den Schlamm niemals abtragen, würde er irgendwann bis zur Böschung ansteigen.

Niedriger Wasserstand in Fischteichen nicht ungewöhnlich

Falls der Schlamm nicht belastet sei, könne man ihn möglicherweise als Dünger in der Landwirtschaft einsetzen. Doch vorher müssten Bodenproben entnommen werden. „Da kommen teils hohe Kosten auf den Eigentümer zu“, so Ribbrock. Deshalb habe man Fördergelder bei der Bezirksregierung beantragt. Mithilfe von Fördermitteln wolle man die Teiche in den kommenden ein, zwei Jahren auch komplett modernisieren und unter anderem ein neues Mönchsystem zur Regulierung des Pegels einbauen. „Aber das Ganze mit naturschutzfachlicher Ausrichtung und keine Fischzucht“, sagt Ribbrock.

Das niedrige Wasser in den Fischteichen sei zudem gar nicht ungewöhnlich. Es gebe sogar Fischteiche, bei denen das Wasser zum Winter hin abgepumpt und erst im März wieder aufgefüllt werde. Und man müsse sich bewusst sein: Der Fischteich in Ahsen sei kein natürlicher Wasserlauf, sondern ein künstliches Projekt.

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