Auf der Grünfläche zwischen Wagnerstraße, Hagemer Kirchweg und Dümmerbach waren seit Januar Markierungen für Baumfällungen zu erkennen.
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Auf der Grünfläche zwischen Wagnerstraße, Hagemer Kirchweg und Dümmerbach waren seit Januar Markierungen für Baumfällungen zu erkennen.

Baumfällungen

Baupläne an der Wagnerstraße in Datteln: Stadt und Politik sind skeptisch - sind die Mietpreise zu hoch?

  • Uwe Wallkötter
    vonUwe Wallkötter
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  • Fabian Hollenhorst
    Fabian Hollenhorst
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Das Immobilien-Unternehmen Covivio will in Hagem an der Wagnerstraße drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 27 Wohnungen errichten. Doch Politik und Stadt sehen das kritisch.

Schon im Ausschuss für Stadtentwicklung, der coronabedingt nur als Infoveranstaltung ohne Beschlüsse stattfinden konnte, machte Dattelns Politik kein Hehl daraus, dass sie wenig von diesem Vorhaben hält. Diese Skepsis wurde auch im Hauptausschuss nochmals erneuert. Die letzte Entscheidung für grünes Licht oder die Rote Karte für Covivio fällt allerdings im Rathaus. Auch dort ist man skeptisch.

Datteln: Neue Wohnungen ja, aber nicht um jeden Preis

Politik und Verwaltung ist zwar hinreichend bekannt, dass in Datteln laut Gutachten reichlich Wohnraum geschaffen werden muss. In den kommenden zehn Jahren fehlen rund 1000 Wohnungen. Aber Wohnraum-Schaffung um jeden Preis, da möchte die Politik nicht mitspielen. Daran hat nach unseren Informationen auch die digitale Präsentation des Bauprojektes durch die Covivio im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses nichts geändert.

Datteln: Zu teuer - Miete soll bei zehn Euro pro Quadratmeter liegen

Ein Grund für die ablehnende Haltung ist zum einen, dass mehr als 40 Bäume für die drei Häuser gefällt werden müssen. Wenig angetan war die Politik über den von Covivio angepeilten Mietpreis für die 27 Wohnungen. Der soll, so war aus Teilnehmerkreisen zu erfahren, bei rund zehn Euro pro Quadratmeter liegen. Unstrittig ist, so sagt auch das Wohnungsbau-Gutachten aus, dass Datteln vor allem aber bezahlbaren Wohnraum und Wohnungen im sozialen Wohnungsbau benötigt. Ein Mietpreis von zehn Euro/Quadratmeter fällt definitiv nicht in diese Kategorie.

Dass die Covivio-Pläne im Hauptausschuss diskutiert wurden, hat folgenden Grund: Die Verwaltung wollte damit ein politisches Stimmungsbild einholen, das deutlich negativ ausfiel. Die Entscheidung über das Projekt muss aber die Stadtverwaltung fällen. Weil die Flächen im Bebauungsplan nicht für den Zweck der Wohnbebauung ausgewiesen sind, muss die Covivio eine Befreiung beantragen.

Datteln: Immobilienunternehmen Covivio bleibt noch der Klageweg

Auch im Rathaus sieht man dieses Vorhaben kritisch und tendiert nach unseren Informationen nicht zu dieser erforderlichen Befreiung. Sollte im Rathaus der Daumen gesenkt werden, bliebe der Covivio aber immer noch der Rechtsweg, sprich, das Unternehmen könnte versuchen, die Befreiung einzuklagen

Unsere Erstberichterstattung: Das hat für sorgenvolle Mienen bei den Bürgern in Datteln gesorgt: Auf der Grünfläche zwischen Wagnerstraße, Hagemer Kirchweg und Dümmerbach waren seit Januar Markierungen für Baumfällungen zu erkennen.

Die Befürchtungen, der Baumstreifen zwischen den Mehrfamilienhäusern der Wagnerstraße und der öffentlichen Parkfläche würde kurzfristig verschwinden, bestätigten sich nicht. Bis zum Ablauf der Frist für Rodungsarbeiten am 1. März ist nichts passiert. Hintergrund der Markierungen sind nach Informationen unserer Redaktion Pläne zur Wohnbebauung des Immobilienunternehmens Covivio, dem bereits Mehrfamilienhäuser an der Wagnerstraße sowie weitere Objekte im ganzen Stadtgebiet gehören.

Letztes Wort ist in Datteln noch nicht gesprochen

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, heißt es vonseiten der Dattelner Politik. Denn der Bebauungsplan für diese Fläche sieht keine Wohnhäuser, sondern teilweise private, teilweise öffentliche Grünfläche sowie einen Spielplatz vor. Für das Vorhaben der Covivio müssten diese Bebauungspläne durch entsprechendem Beschluss der Politik geändert werden. Vonseiten des Unternehmens sind es derweil legitime Bauanträge, die gestellt wurden – drei verschiedene für jeweils ein Mehrfamilienhaus. Dem Vernehmen nach hat das Unternehmen die Fläche vor knapp vier Jahren im Tausch gegen ein Grundstück in Ahsen, das in den städtischen Besitz überging, erworben. Am Mittwoch, 16. März, berät der Haupt-, Finanz und Wirtschaftsausschuss über die Bauanträge der Covivio in Datteln.

Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch, 17. März, in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost und im ePaper.

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