Das Comenius-Gymnasium in Dateln.
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Das Comenius-Gymnasium in Datteln.

Mutter meldet sich

Coronavirus am Gymnasium: Infizierte Jugendliche (15) wird von Mitschülern angefeindet

  • Sebastian Balint
    vonSebastian Balint
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Eine Dattelner Schülerin des Comenius-Gymnasiums wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Auch ihr Bruder soll getestet werden. Nun meldet sich die Mutter zu Wort.

  • In Datteln ist eine Schülerin (15) positiv auf das Coronavirus getestet worden
  • 17 Direktkontakte der Jugendlichen sind in Quarantäne
  • Auch ihr Bruder soll getestet werden. Er besucht eine andere Schule

Update, 5. September 12.45 Uhr: Bei der Schülerin. die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, handelt es sich um ein 15-jähriges Mädchen. Die Mutter bestätigt nun, dass es ihrer Tochter wieder „ganz gut" gehe. „Es hat letzten Freitag mit einem leichten Schnupfen am Abend angefangen“, erzählt sie. „Wir haben uns eigentlich nichts Schlimmes gedacht.“

Um sicher zu gehen, habe die Jugendliche einen Arzt aufgesucht. Nur wenige Tage später erhielt die Familie dann die positiven Testergebnisse. „Ein Schock“, berichtet die Mutter. Denn ihre Tochter habe stets den Mund-Nasen-Schutz getragen und auch immer Desinfektionsmittel bei sich gehabt und auch genutzt. „Alleine wegen der Großeltern war sie immer sehr vorsichtig“, sagt die besorgte Mutter.

Datteln: Anfeindungen von einigen Mitschülern gegen Corona-Infizierte

Im Moment sei ihre Tochter noch ein wenig schlapp. „Sie macht aber jeden Tag ihre Hausaufgaben.“ Die Mutter bedauert, dass ihre Tochter neben der Infektion auch mit den Anfeindungen einiger Mitschüler zu kämpfen hat. Dabei sei es schon schlimm genug, dass ihre Tochter mit dem positiven Coronabefund leben müsse.

Update, 4. September, 13.11 Uhr: Die Zahl der Direktkontakte wurde vom zuständigen Gesundheitsamt nach unten korrigiert. Der Kreis Recklinghausen geht von 23 Personen aus, die direkten Kontakt zu der infizierten Schülerin des Dattelner Coemnius-Gymnasiums hatten.

Datteln: Kreis schickt 17 Personen in Quarantäne

Für 17 dieser Kontakte wurde vorsichtshalber eine Quarantäne von 14 Tagen verordnet. Auch der Bruder der Schülerin des Dattelner Gymnasiums soll auf das Coronavirus getestet werden. Er ist nach Informationen dieser Redaktion kein Schüler am Comenius-Gymnasium.

Um welche es sich dabei handelt, wollte Jochem Manz zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. „Die Leitung der betreffenden Schule wurde aber in Kenntnis gesetzt“, sagt Manz. Im Falle einer Positiv-Testung würden dann entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Update, 3. September, 17.22 Uhr: Per Distanzunterricht wird die Stufe EF des Comenius-Gymnasiums am Freitag unterrichtet. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme der Schule. Zwar konnten nur 25 Direktkontakte des infizierten Mädchens festgestellt werden, aber es gibt noch einen weiteren Grund.

Denn wie sich herausgestellt hat, soll es am vergangenen Wochenende eine private Party gegeben haben. An dieser hätten Schüler der betroffenen Stufe aber auch Schüler anderer Schulen teilgenommen, sagt Comenius-Schulleiterin Regina Brautmeier. Sie empfiehlt daher allen Schülern, die an dieser Party teilgenommen haben, sich an ihre Hausärzte zu wenden und sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Regina Brautmeier, Schulleiterin am Comenius-Gymnasium, bestätigt den ersten Corona-Fall an ihrer Schule. Betroffen sei eine Schülerin der Stufe EF. Das Mädchen sei nach Hause geschickt worden. Auch die Mitschüler des infizierten Mädchens seien nach Hause geschickt worden, sagt Regina Brautmeier.

Die Schule sei aber gut auf einen solchen Fall vorbereitet, sagt sie. Das Kollegium hatte schon früh einen Eckpunkteplan zusammengestellt, der den Umgang mit solchen Ereignissen regelt. Der Kreis Recklinghausen hat ebenfalls feste Verfahrensregeln für den Fall, dass ein Schüler oder ein Lehrer an einer Schule erkrankt erstellt.

Datteln: So soll im Falle einer Infektion verfahren werden

- Die gesamte Klasse incl. Lehrer wird auf Veranlassung des Gesundheitsamts zweimal im Abstand von ca. einer Woche getestet.- Die engen Kontakte (Lehrer und Schüler, die gemäß der RKI-Richtlinien engen Kontakt zur positiv getesteten Person hatten), also beispielsweise die direkten Sitznachbarn davor, dahinter und daneben, bleiben als ‚Kontaktpersonen der Kategorie 1‘ für 14 Tage in Quarantäne, alle weiteren Schüler aus der Klasse gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 2 und können weiterhin ganz normal zur Schule gehen. Lässt sich nicht klar festlegen, wie eng der Kontakt zur positiv getesteten Person war, muss die gesamte Klasse in Quarantäne.

- Zu prüfen ist, ob das positiv getestete Kind auch in der offenen Ganztagsschule war. Sollte das der Fall sein, muss auch diese Gruppe berücksichtigt und ggf. in Quarantäne geschickt werden.

- Für die Lehrkräfte, die nicht Kontaktpersonen der Kategorie 1 sind, besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der regelmäßigen Tests auf freiwilliger Basis testen zu lassen.

- Auf die anderen Klassen hat der positive Fall keine Auswirkungen.

Über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall halten wir Sie an dieser Stelle, in der Printausgabe der Dattelner Morgenpost oder in unserem ePaper auf dem laufenden

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