Zahlreiche Anwohner machten ihrem Unmut Luft: Sie wollen verhindern, dass ein Gewerbegebiet in der Dillenburg entsteht
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Zahlreiche Anwohner machten ihrem Unmut Luft: Sie wollen verhindern, dass ein Gewerbegebiet in der Dillenburg entsteht

Pläne des Regionalverbandes Ruhr

Demonstration gegen Gewerbepark Dillenburg: Hat die Versammlung ein Nachspiel mit der Polizei?

  • Fabian Hollenhorst
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  • Jörn Tüffers
    Jörn Tüffers
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Vor der Tür des Berufskollegs Ostvest standen rund 100 Bürger, die dagegen protestierten, dass in der Dillenburg ein Gewerbegebiet entstehen soll - jetzt erstattet die Polizei Anzeige.

Update, 26. November: Wie Polizeisprecherin Ramona Hörst auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, hat die Polizei wegen der Demo am Berufskolleg Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Grund: Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. „Die Versammlung war nicht bei uns angemeldet“, erläutert Hörst weiter. Das muss sie aber, und zwar 48 Stunden vor der Kundgebung. Dies sei nicht erfolgt. Eine Anzeige gegen Unbekannt gibt es deshalb, weil die Polizei bislang keinen Organisator für die Demo ausmachen konnte.

Simon Rosenfeld, einer der Organisatoren vom Oelmühlenweg, ist sich keiner Schuld bewusst. Es sei keine Demo gewesen, man sei zur Ratssitzung gegangen. Es habe dort niemand gesprochen und es habe auch keiner zu einer Demonstration aufgerufen.

Datteln: Polizei verweist auf Banner und Plakate der Demonstranten

Das sieht die Polizei anders. Eine Zusammenkunft mehrerer Menschen an einem Ort zu einem gemeinsamen Zweck sei anzumelden. Der gemeinsame Zweck sei durch die zahlreichen Plakate und Banner ohne Zweifel deutlich geworden, sagt Ramona Hörst. Die Anzahl der Teilnehmer spiele für das Abhalten einer Versammlung keine Rolle. Es reichten schon einige, wenige Personen.

Unsere Erstberichterstattung: Drinnen, in der Aula, stimmten die Ratsmitglieder mit großer Mehrheit für einen CDU-Antrag, dass die Pläne nicht weiter verfolgt werden. Allein die SPD votierte dafür, das Kooperationsprojekt mit Oer-Erkenschwick weiter zu verfolgen – aus strategischen Gründen. Denn der Regionalverband Ruhr (RVR) solle nicht zu dem Fehlschluss gelangen, dass Datteln keine zusätzlichen Gewerbeflächen benötige.

Dieses eher strategische Manöver hatte auch die Stadtverwaltung vorgeschlagen. Dagegen regte sich Kritik. Schließlich würde die Untersuchung des 63 Hektar großen Geländes Kosten verursachen, die vermieden werden können.

Datteln: Bürgermeister Dora hält Dillenburg denkbar ungeeignet für Gewerbe

Bürgermeister André Dora (SPD) versicherte, dass es allen Beteiligten klar sei, dass die Dillenburg für eine solche Nutzung denkbar ungeeignet sei. Das müsse auch der RVR akzeptieren.

Nach Ansicht der CDU gibt es geeignetere Flächen in Datteln, um Gewerbe anzusiedeln. Fraktionschef Patrick-Benjamin Bök nannte das Altkraftwerk und Datteln 4. Möglicherweise sei durch die Schaffung zusätzlicher Flächen entlang der B 474n der Traum von einem Bahnanschluss noch realisierbar.

Datteln: Grüne kämpfen für Landwirte und frische Luft

Dr. Marco Zerwas (Grüne) sprach sich gegen einen Gewerbepark Dillenburg aus, weil die dort beheimateten Landwirte regionale landwirtschaftliche Produkte liefern würden. In Zeiten des Klimawandels müsse die Fläche auch deshalb gesichert werden, weil sie ganz Datteln mit Frischluft versorge.

Was die Bürger fordern

Die Anwohner des Naherholungsgebietes fordern, dass „alle Bestrebungen, die Dillenburg zu bebauen, eingestellt werden und dieses Gebiet dauerhaft für Mensch und Natur erhalten bleibt“. Im Umweltgutachten werde dieses Gebiet als eines der „wenigen verbliebenen, unzerschnittenen, verkehrsarmen Räume und Flächen mit hoher klimatischer Bedeutung bezeichnet“. Dies gelte es zu schützen. Und: „Arbeitsplätze sind sehr wichtig, der Standort allerdings nicht richtig!“

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